Mehr Innovation und höhere Wirtschaftlichkeit durch Outtasking Mit Managed Services die Unternehmens-IT optimieren

Autor / Redakteur: Andreas Kederer / Sarah Gandorfer

Outsourcing oder nicht – dass ist für viele IT-Entscheider die Frage. Es hat Vor- und Nachteile, Daten außer Haus zu geben. Für die Unternehmen, welche nicht alle geschäftskritischen Prozesse auslagern wollen, empfehlen sich Managed Services. Wichtig ist, dass der IT-Dienstleister die richtige Beratung liefert.

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Mancher IT-Entscheider ist hin- und hergerissen beim Thema Managed Services und Cloud Computing.
Mancher IT-Entscheider ist hin- und hergerissen beim Thema Managed Services und Cloud Computing.
( Archiv: Vogel Business Media )

CIOs und IT-Verantwortliche stehen meist unter erheblichem Druck, Kosten einzusparen: Die Unternehmens-IT bindet Ressourcen, die auch an anderer Stelle dringend gebraucht werden. Andererseits verarbeitet sie sensible Daten, deren Kontrolle die Verantwortlichen ungern aus der Hand geben. Zudem haben viele IT-Prozesse geschäftskritische Bedeutung: Die für die Business Continuity erforderlichen Qualitätslevel müssen stets in vollem Umfang gewährleistet sein. Daher setzt die Entscheidung, ganze Abteilungen auszulagern, einen erheblichen Vertrauensvorschuss an den Partner voraus. Viele CIOs und IT-Verantwortliche sehen sich deshalb im Zwiespalt: Outsourcen oder nicht?

Doch um das Dilemma zwischen Kostenreduzierung auf der einen Seite und Innovationsfähigkeit, Flexibilität und Risikominimierung auf der anderen Seite zu lösen, steht eine Alternative bereit: Managed Services. Bei dieser Form des Outtaskings werden IT-Aufgaben so übernommen, dass die Risiken minimiert werden, die wirtschaftlichen Vorteile aber voll zur Geltung kommen. Statt kompletter Geschäftsprozesse werden einzelne Aufgaben aus den unternehmenseigenen IT-Ressourcen herausgelöst und als klar umrissene Prozessschritte an einen externen Dienstleister vergeben. So verbleibt mehr Kontrolle beim Unternehmen, die Verbindung zwischen Unternehmen und ITK-Anbieter ist enger und die Vertragslaufzeiten sind kürzer. Für die Qualitätssicherung sorgen anwendungsspezifische Service Level Agreements (SLAs). Dabei sollte der Kunde darauf achten, dass sich die SLAs auf die Bereitstellung der Dienste beziehen, die er in Anspruch nimmt, und nicht auf die zugrunde liegende Technologie.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr über die Flexibilität und Sicherheit der Managed Services.

Flexibilität und Sicherheit

Managed Services entsprechen hohen Anforderungen im Hinblick auf unterbrechungsfreie Geschäftsabläufe, Skalierbarkeit sowie die Reduzierung von Investitionskosten: Notwendige Investitionen in neue Technologien werden auf den externen Dienstleister verlagert. Auch unter Sicherheitsaspekten können Managed Services punkten, denn durch die Auslagerung ist der Dienstleister für die zugrunde liegende Infrastruktur – vom Rechenzentrum bis zum Netzwerk – verantwortlich. Einer der wichtigsten Faktoren, die für Managed Services sprechen, ist die erhöhte Flexibilität: Unternehmen können Dienste in genau der Form und Größenordnung in Anspruch nehmen, die sie brauchen. Mehr noch: Je nach Unternehmensentwicklung können sich auch Umfang und Schwerpunkt der Managed Services verändern.

Wegen dieser Vorteile gilt das Managed-Services-Konzept derzeit als eines der wichtigsten Wachstumsfelder der ITK-Branche. So hat Colt einen eigenen Geschäftsbereich gegründet, der sich mit Managed Services befasst. Die hohen Kapazitäten und die Expertise, über die ITK-Dienstleister verfügen, führen bei der Auslagerung von IT-Prozessen übrigens zu einem willkommenen Nebeneffekt: Da die Anbieter zumeist in der Lage sind, ihre Rechenzentren mit hoher Energieeffizienz zu betreiben, profitiert auch die Umwelt.

Cloud Computing: IT-Ressourcen auf Anforderung

Die Flexibilität von Managed Services lässt sich durch ein derzeit viel diskutiertes IT-Konzept sogar noch weiter erhöhen: Cloud Computing. Statt dem Kunden dedizierte Infrastruktur zu reservieren, die er auch dann finanzieren muss, wenn sie nicht ausgelastet ist, stellt der Anbieter die jeweils benötigten Kapazitäten on demand zur Verfügung. So zahlt der Kunde nur für die Ressourcen, die er tatsächlich in Anspruch nimmt. Dabei kann es sich um die Nutzung von Anwendungsfunktionalität auf der Basis definierter Kriterien (beispielsweise parallele Nutzer-Accounts) handeln (Software as a Service, SaaS) oder um die bedarfsorientierte Bereitstellung von IT-Plattformen und Frameworks für Entwicklung und Betrieb (Platform as a Service, PaaS). Als Grundlage dieser Leistungen fungieren Cloud-Infrastruktur-Dienste (Infrastructure as a Service), deren elementare Bausteine dedizierte Server, Storage- und Backup-Systeme sind, die durch Virtualisierungstechniken eine höhere und damit wirtschaftlichere Auslastung ermöglichen.

Vor allem aufgrund der wirtschaftlichen Vorteile werden dem Cloud-Computing-Konzept derzeit gute Chancen zugerechnet, einen Paradigmenwechsel in der ITK-Branche herbeizuführen. Innovative Managed-Services-Anbieter bieten ihren Kunden bereits jetzt Lösungen an, die auf dem Cloud-Computing-Prinzip beruhen. So hat Colt mit seiner Enterprise Cloud Plattform ein Portfolio cloud-basierter Dienste eingeführt, das kontinuierlich erweitert wird. Mit seiner eigens betriebenen Infrastruktur ist Colt zudem in der Lage, für Unternehmenskunden Enterprise-Cloud-Lösungen in einem geschlossenen Netz zu realisieren – ein weiterer Pluspunkt für die Sicherheit.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum die richtige Beratung so wichtig ist.

Auf die Beratung kommt es an

Ob eine cloud-basierte Lösung oder dedizierte Infrastruktur am besten geeignet ist, die jeweiligen Anforderungen optimal zu erfüllen – oder auch eine Kombination aus beidem –, hängt von dem IT-Prozess ab, den der Dienstleister übernehmen soll. An dieser Stelle ist die Expertise des ITK-Lösungsanbieters gefragt. Am Anfang einer jeden Managed-Services-Kooperation sollte eine ausführliche Beratungsphase stehen. Bei Colt beginnt diese grundsätzlich mit einer Analyse zur Feststellung der geschäftlichen Bedürfnisse und der Projektanforderungen. Auf deren Grundlage wird eine Zieldefinition erstellt. In der anschließenden Implementierungsphase wird jeder Zwischenschritt einer erneuten Prüfung unterzogen, um ein Ergebnis sicherzustellen, das den Kundenanforderungen wirklich gerecht wird.

Fazit

Managed Services gehören zu den wichtigsten Wachstumstreibern der ITK-Branche. Und Cloud Computing ist ein wichtiges neues Element bei der Bereitstellung von IT-Services, dessen Kombination aus Flexibilität, On-demand-Bereitstellung und detaillierter Abrechnung attraktiv für eine ganze Reihe von kundenspezifischen Szenarien ist. Dabei sollte jedoch im Auge behalten werden, dass das Cloud-Services-Modell keineswegs das Ende traditioneller ITK-Dienste bedeutet.

CIOs, die von den Vorteilen des Cloud Computing profitieren wollen, sollten sich einen langfristigen Partner für die Entwicklung einer Cloud-Strategie suchen. Kriterien für die Partnerwahl liefern Fragen wie: Welche Referenzen haben die potenziellen Partner? Verfügen sie über eine adäquate Servicementalität? Aus welchem Bereich kommt der Provider – beispielsweise aus dem Software-Handel, der Telekommunikation, dem Hosting oder der Bereitstellung von Internetdiensten? Bietet er bereits Managed Services an? Welche Kundensupport-Kapazitäten hat er, welche SLAs können vereinbart werden?

Entscheidend ist die technische Expertise vom Netzwerk übers Rechenzentrum bis hin zu den Applikationen. Enterprise Cloud Services sind weit mehr als ein Standardprodukt, das der Kunde erwirbt. Sie sind ein Mittel, um dem Kunden hochwertige Managed IT Services liefern zu können.

Über den Autor

Andreas Kederer ist Director des Bereichs Colt Managed Services bei Colt in Deutschland

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