Enterprise Solid State Drives brauchen 12 GBit-SAS-Schnittstelle für höchste Performance

Mit neuer Fertigungstechnik schafft Toshiba bei SSDs den Sprung über die Terabyte-Grenze

| Redakteur: Rainer Graefen

Toshibas SSD-Familie PX02SM wurde für 6 und 12 GBit-SAS-Schnittstellen entwickelt und bietet Kapazitäten von 200 GByte bis 1,6 TByte
Toshibas SSD-Familie PX02SM wurde für 6 und 12 GBit-SAS-Schnittstellen entwickelt und bietet Kapazitäten von 200 GByte bis 1,6 TByte (Toshiba)

Während die Festplattenhersteller bei der Steigerung der Kapazität auf der Stelle treten, pushen SSD-Hersteller wie Toshiba das Speichervolumen im 2,5-Zoll-Formfaktor. Zum Jahresende will der Hersteller ein Enterprise-Drive mit 1,6 TByte Kapazität ins "Regal" stellen.

Toshiba wird ab Oktober 2012 Solid State Drives der Enterprise-Klasse (eSSD) ausliefern, die bei sieben Millimeter Bauhöhe Kapazitäten von 200, 400, 800 GByte Speicherkapazität besitzen. In einer 15 Millimeter hohen Ausführung bietet der japanische Halbleiterhersteller sogar eine eSSD mit 1600 GByte Kapazität an, die im Laufe des 4. Quartals zur Verfügung stehen wird.

Möglich wird diese enorme Kapazitätssteigerung durch einen Fertigungsprozess mit 24 Nanometer Strukturbreiten. Mit 120.000 I/Os beim Lesen und 30.000 I/Os beim Schreiben von 4-Kilobyte Datenblöcken, agiert die PX02SM-Familie nicht im höchsten, sondern nur im gehobenen Leistungsbereich. Damit wird Toshiba gleichwohl neue Anwendungsbereiche erschließen können.

Wichtige Parameter

Die Modelle der PX02SM-Serie sind Toshibas erste eSSDs mit NAND-Technologie, die auf einer kosteneffizienten – im 24-Nanometer-Fertigungsverfahren produzierten – Enterprise Multi-Level Cell (eMLC) basieren, verlautbart die Pressemeldung. Grundlage ist eine Wafer-Fertigungstechnik mit 64 GBit/dice. Zusammen mit San Disk hatte Toshiba eine Speicherzelle entwickelt, die vier Bit speichern kann und 40 Prozent weniger Platz benötigt als die vergleichbare 32 Nanometer Technik.

Mittels Toshibas Technologie Quadruple Swing-By Code (QSBC) wird dafür Sorge getragen, dass der Zellinhalt schnell abrufbar ist und zuverlässig gespeichert ist. Ein "hocheffizienter" Error Correction Code (ECC) sorgt zudem dafür, dass die Multi-Bit-Zelle korrekt ausgelesen wird.

Als Spitzenleistung gibt Toshiba für die Transferrate 900 MByte pro Sekunde an, deren Übertragung allerdings nur noch über eine SAS-Schnittstelle mit 12 GBit/s möglich ist. Die I/O-Leserate wird für alle Modelle mit 120.000 I/O pro Sekunde spezifiziert. (Zum Vergleich: Intels SSD 910 überträgt mit 1050 MByte/s und verarbeitet 218.000 I/O pro Sekunde).

Ergänzendes zum Thema
 
Technische Daten der Toshiba SSD-Familie PX02SM bis 1,6 TByte

Der Produktlebenszyklus von 5 Jahren kann erreicht werden, wenn täglich nicht mehr als 16 Terabyte Daten geschrieben werden.

Potenzial nach oben vorhanden

"Die Nachfrage nach SSDs nimmt auch auf Unternehmensseite kontinuierlich zu, nicht nur im Server-Bereich, sondern auch bei Storage-Applikationen. Genau im Hinblick hierauf werden wir nun mit den neuen Serien auch unser Angebot an Enterprise-SSD-Speicherlösungen signifikant erweitern", erklärt Martin Larsson, Vice President Toshiba Electronics Europe.

Da Toshiba bis zum Jahresende eine weitere SSD-Produktfamilie für das Einsteiger- und mittlere Segment, die PX03AN-Serie mit bis zu 480 GByte Kapazität auf den Markt werfen wird, die schon mit dem 19-Nanometer Fertigungsverfahren hergestellt werden, ist schon in naher Zukunft mit weiteren Verbesserungen bei Kapazität, Geschwindigkeit und Formfaktor zu rechnen.

Preispoker

Offizielle Preise für die Modellreihe PX02SM wurden noch nicht bekanntgegeben. Im Internet spekuliert man derweil über Preise von 17.000 Euro. Das wären etwa zehn Euro pro Gigabyte. So teuer wird die 1,6 TByte SSD auf keinen Fall werden, anwortete Paul Rowan, General Manager SSD bei Toshiba Electronics Europe, auf diesen Blogeintrag.

Man sei noch in sehr intensiven Preisverhandlungen mit den Partnern, um einen konkurrenzfähigen Preis zu finden, der den Technologievorsprung realistisch berücksichtigen soll. Da konkurrierende MLC-Hersteller derzeit Preise von drei bis vier Euro pro Gigabyte verlangen, dürfte Toshiba wohl ein wenig mehr fordern, aber auf keinen Fall zehn Euro.

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