Erste Standardanwendungen in der Cloud aufbauen

Mit Openstack gerät die Cloud in Reichweite

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser, Thomas Joos / Tina Billo

Auf der Suse-Webseite sind viele Software-Bausteine für den Aufbau einer Openstack Private Cloud zu finden.
Auf der Suse-Webseite sind viele Software-Bausteine für den Aufbau einer Openstack Private Cloud zu finden. (Bild: Suse)

Der amerikanische Hosting Provider Rackspace und die NASA legten den Grundstein für das skalierbare Cloud-Betriebssystem Openstack. Inzwischen folgen über 430 namhafte IT-Unternehmen diesem Open-Source-Standard. Mit herstellerspezifischen Erweiterungen will Linux-Distributor Suse die Kunden für das eigene Produkt gewinnen.

Auf Basis von Openstack lassen sich eigene Cloud-Lösungen aufbauen. Wer die Lösung produktiv einsetzt, kann entweder auf die Open-Source-Variante oder auf erweiterte Umgebungen mit mehr Funktionen zurückgreifen, die auch Support bieten. Hier sticht zum Beispiel Suse mit Openstack Cloud 5 heraus. Außerdem lassen sich externe Server und Dienste wesentlich effizienter integrieren als in den Vorgängerversionen.

Cloud Storage auf neuer Stufenleiter

Eine der wichtigsten neuen Funktionen ist die Zusammenarbeit von Suse Openstack Cloud 5 mit dem dazugehörigen Datenspeicher Enterprise Storage und dem Linux Enterprise Server 12 (SLES 12). Administratoren können den SLES 12 als Knoten in den Openstack-Cluster integrieren und so die Verfügbarkeit erhöhen als auch Einsparungen bei der Serververwaltung erzielen.

Der Openstack-Cluster spielt aber auch mit der älteren Suse Linux Enterprise Server 11 SP3-Serverversion zusammen. Weitere Vorteile sind die Unterstützung der beiden Hypervisoren KVM und Xen. Insbesondere die Integration von Suse Enterprise Storage eröffnet neue Maßstäbe bei der Speicherung sehr großer Datenmengen.

Diese Lösung basiert auf dem verteilten Objektspeicher und Dateisystem Ceph, mit dem sich Objekt-, Block- und Image-Storage bereitstellen lässt. Die Ceph-Funktionalitäten wurden vereinfacht und sollen nun auch von Laien installierbar sein.

Unternehmen können also Openstack nutzen und gleichzeitig enorm skalieren. Das erhöht den Nutzen deutlich und bietet weitaus mehr Möglichkeiten als die reine Open-Source-Umgebung.

Heterogene Software für das private Cloud-Konzept nutzbar

Wollen Unternehmen auf Basis von Openstack oder anderer Cloud-Umgebungen Big-Data-Lösungen oder größere Speicherumgebungen aufbauen, bietet sich die Anwendung von Suse Linux Enterprise Server und Enterprise Storage an. Unabhängig davon, welche Distribution im Einsatz ist, sollte das Basis-System stabil und performant sowie skalierbar sein.

Unternehmen, die eine private Cloud einrichten möchten, können mit Suse Openstack Cloud 5 leistungsstarke Netzwerke realisieren. Ein „Vendor-Lock-in“ ist nicht gegeben, da in dieser Umgebung auch konkurrierende Produkte anderer Linux-Distributionen einsetzbar sind.

Der Vorteil einer solchen Cloud-Umgebung besteht in der Möglichkeit und auch Notwendigkeit, sich nicht auf Suse-Produkte beschränken zu müssen. Vielmehr lassen sich über Plug-ins auch Netzwerkdienste und -funktionen von Drittherstellern einbetten. So kann in der Openstack Cloud 5 beispielsweise der Netzwerkverkehr per verteiltem virtuellen Routing effizienter gesteuert werden.

Lastspitzen im Cloud-Netzwerk durch virtuelles Routen vermeiden

Die unter der Bezeichnung Distributed Virtual Routing (DVR) bekannte Software-defined Networking-Technik ermöglicht Unternehmen, die eigene Cloud effizienter zu betreiben. Beispielsweise können ganze Cluster oder einzelne Knoten Daten regelbasierend in Netzwerkpaketen routen.

Die Funktion erhöht die Leistung, aber auch die Verfügbarkeit. Außerdem kann die Lösung leicht skaliert werden, da sich neue Knoten mit wenigen Handgriffen schnell hinzufügen lassen und die Software Single-Point-of-Failures erkennt und vermeidet.

Zusätzlich werden die physischen Router im Unternehmen deutlich entlastet. Dafür hat Suse die Netzwerk-Virtualisierungssoftware Midonet in Openstack Cloud 5 integriert. Durch die Offenheit muss in diesem Bereich jedoch nicht auf Suse gesetzt werden, auch andere Plug-ins lassen sich integrieren.

Service-Modelle und Datenbankdienste

Unternehmen können mit Openstack Cloud 5 nicht nur Server-Funktionen sondern auch weitere Zusatzdienste integrieren. Dadurch lassen sich standardisierte Software-as-a-Service-Modelle umsetzen. Denn durch die Integration von Plug-ins in Openstack können alle notwendigen Dienste direkt in einem gemeinsamen Installations- und Konfigurationsvorgang eingerichtet werden. Dies erleichtert die Implementierung privater Clouds sowie die Anbindung an hybride Clouds und die Erstellung von Big-Data-Infrastrukturen.

Hier spielt vor allem der Openstack Database Service eine wichtige Rolle. Dieser erlaubt in der Openstack Cloud 5 relationale und nicht-relationale Datenbanken bereitzustellen. Openstack Data Processing ermöglicht die Erstellung von Hadoop-Clustern und bietet auf dieser Basis auch eine On-Demand-Datenanalyse. Zudem wird Apache Spark unterstützt. Darüber hinaus arbeitet Suse mit MapR zusammen und kann auch diese Big-Data-Umgebung integrieren.

Load-Balancing-as-a-Service lässt sich mit Openstack Networking zwischen virtuellen Maschinen aufbauen. Dies ermöglicht sowohl in Big-Data-Umgebungen als auch in herkömmliche Netzwerke verschiedene dem Lastausgleich dienende Lösungen zu integrieren. Hierfür können Unternehmen kommerzielle Produkte von Drittherstellern und Lösungen auf Basis von Open Source nutzen. Firewall-as-a-Service lässt sich mit Suse Openstack Cloud 5 ebenfalls bereitstellen.

Ein Angebot

Suse hat bei Openstack Cloud 5 viele interessante Neuerungen und Funktionen in das Paket aufgenommen. Dieses verbindet die Vorteile der von einer breiten Entwicklergemeinde und Unterstützergemeinschaft vorangetriebenen Open-Source-Anwendungen mit professionellem Support. Insofern ist Suse Openstack Cloud 5 ein interessantes Angebot für Unternehmen, die einerseits auf Open Source setzen möchten. Deren Know-how andererseits jedoch nicht ausreicht, um Cloud-Konzepte schnell umzusetzen.

Wer die Lösung testen will, kann sich vom Suse-Webserver eine 60-Tage-Version herunterladen.

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43637478 / Allgemein)