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Hohe Skalierbarkeit, höchste Performance und niedrige Kosten lassen sich nicht korrelieren? Mit XIV startet IBM seinen Paradigmenwechsel in die Scale-Out-Speichertechnik

| Autor / Redakteur: Hartmut Wiehr / Rainer Graefen

Anwender hatten bislang beim Speichern die Wahl, entweder modulare Speichersysteme zu kaufen und diese dann mit der auflaufenden Datenmenge zu korrelieren, oder mit einem teuren Highend-System mit Thin-Provisioning-Funktion die Kontrolle über die Performance zu behalten. Grid Storage ist der Versuch Wachstumsanforderungen, Verfügbarkeit, Leistungsfähigkeit und Kosten unter einen Hut zu bekommen. IBM will mit XIV diesen Schritt wagen,

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IBMs Grid-Storage-Ansatz XIV.
IBMs Grid-Storage-Ansatz XIV.
( Archiv: Vogel Business Media )

IBM verfügt nach einigen Turbulenzen über ein funktionierendes und am Markt etabliertes Portfolio von Speicher-Arrays für den Enterprise-Bereich. Dennoch hat man es sich 2008 nicht nehmen lassen, das israelische Startup XIV mit seinem Nextra-Produkt zu übernehmen. Das im August 2008 mehr klammheimlich auf Nextra-Basis angekündigte neue Produkt „XIV Storage System“ soll für unstrukturierte Daten und Web-2.0-Anwendungen geeignet sein.

IBM legte sich darauf fest, die XIV sei irgendwo zwischen der DS4000 und der DS8000 zu positionieren. Andererseits heißt es, es handele sich um ein reines Highend-Produkt, allerdings ohne Fibre Channel. Doch wer braucht ein solches Produkt? Am Markt herrscht eine gewisse Konfusion angesichts der neuen Produktlinie. IBM selbst tut nicht besonders viel, um für Aufklärung zu sorgen.

Erst Highend, jetzt Grid Storage

Der Gründer und technische Kopf von XIV, Moshe Yanai, hat sich in der Vergangenheit einen Ruf als Erfinder des Highend-Speichergerätes Symmetrix von EMC erworben. EMC hat damit sehr viel Geld verdient, und Yanai offenbar auch, da er jahrelang für jede verkaufte Symmetrix einen prozentualen Anteil bekam.

Als er im Streit von EMC wegging, reichte das allemal für ein bekömmliches Auskommen und die Gründung eines neuen Unternehmens in Israel – „XIV“ (eine Anspielung auf einen Universitätsjahrgang, aus dem besonders viele erfolgreiche IT-Entwickler hervorgingen, die teils in der Industrie und teils in der Armee Israels landeten oder in beiden Sphären).

Während EMC und ein Teil der US-Analysten sehr schnell begannen, mit zweifelhaften Argumenten und Unterstellungen gegen IBMs XIV zu schießen – so zum Beispiel der EMC-Mitarbeiter Barry A. Burke in seinem halb-offiziellen Blog „The Storage Anarchist“ [1] –, setzt IBM mehr still und leise auf bewährte Verkaufskanäle und Kundenkontakte.

Die early Adaptors mögens billiger

Seit letzten Sommer sollen bereits weltweit über 200 voll ausgebaute Systeme verkauft sein, wie Senior Storage Architect Stefan Radke versichert. Und das bei offiziellen Listenpreisen von etwa 500.000 bis 1.000.000 Million Euro, was Radke für „preisgünstig“ hält. Gemessen an IBMs Preisvorstellungen bei der DS8000, bei der der Anwender bei etwa der gleichen Ausbaustufe von 79 Terabyte Nettokapazität – allerdings mit Fibre-Channel-Platten – ca. 3,5 Millionen Euro Listenpreis hinblättern muss, mag man das vielleicht so sehen.

Doch selbst wenn man Rabatte von 30 Prozent und mehr abzieht, dürfte es sich bei der XIV kaum um ein Angebot für den Mittelstand handeln. Auf jeden Fall sind nun genügend Produkte im praktischen (Enterprise-)Einsatz, um weitere Testergebnisse und Feedback von Anwenderseite einzusammeln. IBM gewinnt so auch Zeit, sich aus dem selbst geschaffenen Dilemma, nun gleich zwei Highend-Lösungen für Storage im Angebot zu haben, zu befreien und das XIV Storage System besser gegen die DS8000 aufzustellen.

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