Hohe Skalierbarkeit, höchste Performance und niedrige Kosten lassen sich nicht korrelieren?

Mit XIV startet IBM seinen Paradigmenwechsel in die Scale-Out-Speichertechnik

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XIV, am Anfang eines langen Weges

Würden mehrere XIV-Arrays zum Beispiel bis in den Petabyte-Bereich hinein miteinander gekoppelt, ließe sich der Datendurchsatz im gesamten System weiter erhöhen: je mehr Platten, desto höhere Performance. Dies ist laut Radke von der Architektur des Systems her prinzipiell möglich, doch wird es eine externe Skaliermöglichkeit erst ab Mitte des Jahres geben – zunächst kann lediglich eine zweite XIV-Maschine hinzugefügt werden, so dass dem Anwender dann maximal 158 Terabyte an Netto-Kapazität zur Verfügung stehen. Wann in einer weiteren Ausbaustufe vier Racks zusammengeschlossen werden können, läßt IBM offen. Dies hänge auch von der Akzeptanz am Markt ab.

Nach der Markteinführung eines ersten Modells mit 180 Terabyte an Brutto-Kapazität hat IBM im Februar eine Einstiegsmaschine herausgebracht, die bei 27 Terabyte Nettokapazität startet und in fünf Stufen bis auf 79 TB erweitert werden kann.

Snapshot-Monster

Die XIV bringt derzeit an heute allgemein verfügbaren Speicherfunktionen folgendes mit: synchrones Remote Mirroring, Thin Provisioning und Snapshots für die Schreibprozesse. Bis zu 16.000 Snapshots werden unterstützt. Die Snapshots können in konsistenten Gruppen gesammelt und gemeinsam verwaltet werden. Wird für ein Volume oder eine Gruppe von Volumes ein Snapshot erzeugt, werden lediglich die Meta-Informationen gespeichert.

IBM-Mann Radke erläutert: „Dies ist eine reine Memory Operation, die immer ca. 150 Millisekunden dauert, unabhängig von der Größe eines Volumes (dies gilt auch für das Löschen von Snapshots). Auch der verwendete Speicherplatz für ein Snapshot ist zu diesem Zeitpunkt gleich null. Erst wenn Datenblöcke verändert werden, sorgt ein Redirect-on-Write (ROW) dafür, dass der modifizierte Datenblock an eine andere Stelle geschrieben wird. Diese Technik ist schneller als das übliche Copy-on-Write-Verfahren (COW), da eine Schreiboperation weniger notwendig ist.“ [4]

Für den Analysten Krischer sind die große Anzahl von Snapshots und ihre schnelle Durchführung eine geeignete Voraussetzung, um Continuous Data Protection (CDP) mit der XIV durchzuführen. Er geht auch davon aus, dass IBM bald Diligent ProtecTier in die Maschine integrieren wird, da beide Systeme Linux benützen und die Entwicklungscenter beider IBM-Töchter nur wenige Kilometer voneinander entfernt in Israel liegen.

IBM bezeichnet die XIV zwar auch als Highend-System, doch weiß man sehr wohl, dass man mit ihr im Moment noch nicht in den Leistungsbereich hineinkommt, der für businesskritische Applikationen wie Datenbanken oder SAP erforderlich ist. Heute geforderte Antwortzeiten von 1 bis 1,5 Millisekunden sind mit SATA-Platten mit ihren langsamen Bewegungen selbst in einer Grid-Situation nicht zu machen.

Man ist sich offenbar bewusst, dass man mit dieser Speicherarchitektur noch nicht die Bedürfnisse von Unternehmensumgebungen mit SAP-Anwendungen oder Datenbanken wie Oracle oder DB2 trifft.

weiter mit: Highend-Grid-Storage bleibt vorerst ein Widerspruch

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