Hohe Skalierbarkeit, höchste Performance und niedrige Kosten lassen sich nicht korrelieren?

Mit XIV startet IBM seinen Paradigmenwechsel in die Scale-Out-Speichertechnik

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Highend-Grid-Storage bleibt vorerst ein Widerspruch

Doch das ließe sich zukünftig ändern durch diverse Erweiterungen der XIV. So wäre es denkbar, dass nach einem Tiered-Storage-Prinzip innerhalb der Arrays Partitionen mit SSD- oder SAS-Platten zum Einsatz kommen, um tatsächlich den Highend-Bereich abzudecken. Das könnte langfristig sogar auf eine Ablösung der bisherigen DS4000 und DS8000 hinauslaufen. Und das zu günstigeren Preisen als heute, sollte man größere Stückzahlen produzieren können.

Das Team um Moshe Yanai in Israel wurde jedenfalls aufgestockt. Ein besonderer Augenmerk soll zunächst der Verbesserung des Verteilalgorithmus gelten, um die Maschinen insgesamt schneller zu machen.

Unzureichende Replikationsdistanz

IBM wird im 2. Halbjahr 2009 asynchrones Mirroring zu der XIV hinzufügen, so dass auch grössere Distanzen als die mit synchronem Mirroring möglichen 120 km zu überbrücken sind. Später sollen dann noch Consistency Groups (Daten und Logfiles zusammen in einer Gruppe) für Mirroring hinzugefügt werden, die es bisher nur für Snapshots gibt. Der Support für SMI-S steht ebenfalls noch aus: Im Sommer soll zunächst Monitoring angeboten werden.

Wann weitere Funktionen wie zum Beispiel Anlegen von Volumes hinzukommen werden, steht noch in den Sternen. Sicherlich ein weiteres Beispiel dafür, wie ernst es die Hersteller mit der von der SNIA seit Jahren propagierten Standardisierung beim Speichermanagement halten.

Die noch nicht mögliche direkte Anbindung von Mainframes – ein nach wie vor essentieller Geschäftszweig für IBM, der jährlich 25 Prozent zum Gesamteinkommen beisteuert – soll in zukünftigen Versionen angeboten werden. Laut Aussage von Radke ist sie aber schon jetzt über SVC (SAN Volume Controller) zu bewerkstelligen.

Der ehemalige Gartner-Analyst Nicholas Allen nennt die XIV-Produkte “A Wakeup Call to the Industry“. Seine Argumente: Ehemals ein interessantes Produkt einer Nischencompany, steht es nun unter dem Schutz und dem marktbeherrschenden Einfluss von IBM. Verbesserte Features, geringere Produktionskosten und bewährte Verkaufskanäle können neue Märkte erschließen.

Allen sieht XIV auf einer technologischen Höhe mit Newcomern wie 3PAR oder Compellent, die sich mit Thin Provisioning und Clustered Storage gegen die etablierte Konkurrenz durchsetzen konnten. IBM versucht es nun mit einem skalierfähigen Grid-Ansatz, dessen automatischer Distributions-Algorithmus den Administratoren viel Arbeit abnimmt. Jetzt müssen nur noch die Kunden auf breiter Front mitmachen.

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