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Umfrage belegt mangelnde Speicherdisziplin Mitarbeiter ignorieren Sicherheitsrichtlinien und speichern Daten lokal

| Redakteur: Stephan Augsten

Auf welchen Systemen die Beschäftigten ihre Geschäftsdateien zu sichern haben, sollte heutzutage zwingend in verbindlichen und unternehmensweiten Datenspeicherungs-Richtlinien festgelegt sein. Einer Studie des Datenrettungs- und -löschungsspezialisten Kroll Ontrack zufolge setzen sich allerdings viele Mitarbeiter über derartige Policys hinweg.

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Für immer futsch: Wenn Daten lokal gesichert werden kommt bei einem Verlust jede Hilfe zu spät.
Für immer futsch: Wenn Daten lokal gesichert werden kommt bei einem Verlust jede Hilfe zu spät.
( Archiv: Vogel Business Media )

Regelungen zur Speicherung von Daten sind laut einer Kroll-Ontrack-Studie offenbar nicht in allen Unternehmen fixiert. Zudem halten viele Betroffene vereinbarte Grundsätze nicht ein und setzen ihr Unternehmen so dem Risiko schwerwiegender Datenverluste aus.

Der Studie zufolge gaben nur 40 Prozent der befragten Fachkräfte an, dass ihr Unternehmen ihnen vorgibt, an welchem Ort Daten zu speichern sind. Gleichzeitig räumten 61 Prozent der Umfrageteilnehmer ein, Dateien überwiegend auf lokalen Festplatten und nicht im Firmennetzwerk zu sichern.

„Wer Dateien lediglich auf der lokalen Festplatte seines Arbeitsplatzrechners oder Laptops sichert, handelt zumeist im Widerspruch mit Datenspeicherungs-Richtlinien, da diese alle Mitarbeiter üblicherweise zur Verwendung von Netzwerk-Ordnern verpflichten“, meint Edmund Hilt, Managing Director der Kroll Ontrack GmbH Böblingen. Mitarbeiter müssen sich jedoch darüber im Klaren sein, dass die Daten nur dann ein Compliance-konformes, regelmäßiges Backup erfahren, wenn die Dokumentensicherung im Firmennetzwerk stattfindet.

„Lokal gespeicherte Daten werden in der Regel nicht von einem zentralen Backup mit erfasst“, erläutert Hilt. „Entsprechend groß ist das Risiko, dass wichtige Dokumente plötzlich nicht mehr auffindbar sind – seien es Projektpläne und Kalkulationsblätter oder sogar Kundendaten und Geschäftszahlen.“

Zu selten würden auch die Möglichkeiten ausgeschöpft, die mit dieser laxen Praxis verbundenen Gefahren mit Hilfe einer Backup-Software oder externen Backup-Laufwerken zu minimieren: 44 Prozent der Befragten berichteten, dass ihr bevorzugter Speicherort nicht gesichert wird.

„Unsere aktuelle Umfrage macht deutlich, dass unternehmensweite Richtlinien zur Speicherung von Dateien für die überwiegende Mehrheit wichtiger Geschäftsdaten noch keinen wirksamen Schutz darstellen“, resümiert Hilt. Doch gerade die große Zahl zuletzt verabschiedeter Gesetzesvorgaben zum Umgang mit Geschäftsinformationen verpflichte Unternehmen, individuell auf Ebene der einzelnen Mitarbeiter auf Datenverluste reagieren zu können.

Um dem Verlust wichtiger Geschäftsdokumente vorzubeugen, empfehlen die Spezialisten von Kroll Ontrack jedem Unternehmen, eindeutige und verbindliche Datenspeicherungs-Richtlinien zu definieren und zu kommunizieren. Außerdem sollten Unternehmen darauf achten, dass der Aspekt der Datenrettung umfassend und sinnvoll in übergeordneten Notfall- und Business-Continuity-Plänen berücksichtigt ist. Dabei helfe auch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit einem sorgsam im Vorfeld ausgewählten Anbieter für Datenrettung.

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