Interview mit Carsten Haak, EMC

„MLC SSDs werden 15k-Festplatten das Leben schwer machen“

| Autor / Redakteur: Rainer Graefen / Nico Litzel

Carsten Haak, Systems Engineer, SE Manager und Practice Manager Germany bei EMC
Carsten Haak, Systems Engineer, SE Manager und Practice Manager Germany bei EMC

Storage-Insider.de sprach mit Carsten Haak, Systems Engineer, SE Manager und Practice Manager Germany bei EMC und seines Zeichens einer der Väter des Symmetrix-Speichersystems, über Solid-State Drives in Enterprise-Speichersystemen.

Storage-Insider.de: Auto-Tiering ist aktuell der Hit der großen Speicherhersteller. Meinem Verständnis nach ist dieses Tiering-Konzept aber eine Kompromisslösung, die versucht, dem Anwender teuren SSD-Speicher durch die Kombination mit preiswertem SATA-Massenspeicher schmackhaft zu machen?

Haak: Das wird aber nicht mehr lange so bleiben. EMC hat vor vier Jahren als einer der ersten Speicherhersteller Single Level Cell Solid-State Drives, kurz SLC SSDs, eingesetzt. Damals zu einem Preis, der bei rund dem 30-Fachen einer von der Kapazität vergleichbaren FC-Platte lag. Dieser Abstand hat sich auf das Vier- bis Sechsfache aktueller FC-Festplattenpreise reduziert, wenn man von einer Kapazität von 600 Gigabyte ausgeht. Wir sind überzeugt, dass der Preisverfall so weitergehen wird und dass vor allem Multi Level Cell Solid-State Drives, MLC SSDs, den 15k-Festplatten innerhalb der nächsten zwei Jahre das Leben sehr schwer machen werden

Lassen sich in Enterprise-Speichersystemen eigentlich auch ohne Qualitätsverlust die Multi Level Cell SSDs einsetzen

Haak: Nach den Tests, die wir bei EMC mit dieser Speicherklasse durchgeführt haben, gehen wir nun in diesen Tagen mit MLC SSDs in den Markt. Diese von uns enterprise MLC genannten SSDs haben in Langzeittests dieselben oder sogar höhere Lebenserwartungen als SLC SSDs gezeigt. Ich glaube, dass wir im Serverbereich eine Entwicklung erleben werden wie bei den Festplatten. Leistung wie auch Kapazität werden mit unterschiedlichen SSD-Medien bedient werden.

Der Halbleitermarkt ist, um es vornehm auszudrücken, sehr volatil. Es geht unkalkulierbar auf- und abwärts, es wird teilweise unter Gestehungspreis verkauft und die Fabriken werden mit jeder neuen Produktionstechnik immer teurer. Können Sie sich vorstellen, dass es möglich ist, innerhalb von zwei bis drei Jahren 50 Prozent der aktuellen Festplattenproduktion durch SSD-Drives zu ersetzen?

Haak: Die Umsetzung mag schon eine größere Herausforderung sein. Es zeigt sich aber immer wieder, dass, wenn Umsatz und Gewinn zu machen sind, sich über den Kreis der bekannten SSD-Player auch neue finden, die diese Herausforderung gerne annehmen. Denken Sie an Plextor und Kingston, die hatten nie etwas mit Festplatten zu tun, verkaufen inzwischen aber an fast jeden Notebook-Besitzer eine SSD mit 100 Gigabyte, die durch ihre schiere Mehrleistung auch einen Spaßfaktor besitzt. Mehr und billigeren Speicher kann man dann als zweite interne oder externe Festplatte anschließen. Dieser Trend vollzieht sich auch im Enterprise-Bereich.

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