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Interview mit Carsten Haak, EMC

„MLC SSDs werden 15k-Festplatten das Leben schwer machen“

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Interessiert man sich als Hersteller von Speichersystemen für die angewandte Forschung im Bereich neuer Speicherzellen?

Haak: Nein, wir bauen unsere Maschinen aus den am Markt erhältlichen Komponenten zusammen. Nur mit real existierenden Bauteilen kann unser Einkauf auf den Preis Einfluss nehmen und auf Lieferengpässe mit alternativen Einkaufsquellen reagieren. Das wird ergänzt um eine eigene Abteilung, die sich ausschließlich mit der Preisgestaltung beschäftigt und einen Zeithorizont von zwei bis fünf Jahren überblicken muss. Potenziell disruptive Technologien haben auf unsere Planungen überhaupt keinen Einfluss.

Werden die nicht ganz so billigen Enterprise-Speichersysteme eigentlich überflüssig, wenn ich immer mehr SSD-Kapazität in den Server integriere?

Haak: Im Augenblick gibt es erst einmal die Entwicklung, dass man mit SSD-PCIe-Speicherkarten von Fusion-io oder unsere eigene VFCache-Karte die wichtigsten I/O-Anforderungen so schnell wie möglich direkt in der Maschine bedient. Wir werden sicher nicht alle Daten so nah wie möglich an die CPU holen können, aber die Speicherstufen Tier 0 und 1 liegen inzwischen im Server, zusätzlich zu den drei Cache-Ebenen des Prozessors. Und wie viele Tiers wir noch außerhalb der Server haben werden, ist die Entscheidung des Anwenders.

Die nächste VFCache-Generation wird sich dann in unsere FAST-Technik – Fully automated Storage Tiering – integrieren. Dann findet das Auto-Tiering nicht mehr nur in der Symmetrix VMAX oder VNX statt, sondern dann wird auch der SSD-Speicher zwischen Prozessor-Cache und externem Speichersystem unterstützt. Wir können bereits jetzt jeglichen Speicher von Drittanbietern als „Federated Tiered Storage“ an die Symmetrix VMAX anhängen und die Daten dorthin auslagern.

Es gibt eine kleine aber feine Debatte über die Architektur zukünftiger IT-Systeme. Sun hatte vor dreißig Jahren behauptet, das Netzwerk sei der Computer. Heute bekommt man den Eindruck, man könnte an die Stelle von Netzwerk auch Server oder Storage setzen. Wohin geht die Reise, Herr Haak?

Haak: Die Entwicklung geht eindeutig zu großen Intel-basierten Systemen. Der Anwender wird ein entscheidendes Wörtchen mitreden, wie und wofür die eingesetzt werden. Auch das EMC-Speichersystem Symmetrix VMAX gehört übrigens in die Kategorie „großes Intel-basiertes System“. Der Leser kann sich vorstellen, welche Möglichkeiten ein massiv paralleler Rechner mit rund 200 CPU-Kernen und vier TerabyteHauptspeicher, der entsprechenden Anzahl an Frontend-Ports und einer Fehlertoleranz jenseits der Verfügbarkeit heutiger Mainframes bietet. Durch die Nutzung von Standard-Intel-Prozessoren eröffnen sich völlig neue Einsatzgebiete für diese Architektur.

Reden wir davon, dass in der Symmetrix VMAX inzwischen viele Prozessoren installiert sind?

Haak: Ja. In jeder Symmetrix VMAX sind inzwischen bis zu 196 Prozessorkerne installiert. Demnächst sogar noch mehr durch den Einsatz von Prozessoren mit acht oder noch mehr Kernen. Gleichzeitig wächst der Hauptspeicher durch immer größere Festplatten auf bis zu vier Terabytes.

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