Kommentar von Güner Aksoy zu europäischen Herausforderungen

Mobilität, Regulierung und maschinelles Lernen stehen ab sofort auf der Agenda

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Güner Aksoy, Regional Sales Director Central Europe bei Pure Storage
Güner Aksoy, Regional Sales Director Central Europe bei Pure Storage (Bild: Pure Storage)

Daten und Datenmanagement werden in diesem Jahr Unternehmen und vergleichbare Organisationen vor viele Herausforderungen stellen. So wird beispielsweise die Umsetzung der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) große Priorität haben. Dies bedeutet, alle persönlichen Daten zu ermitteln und unter strenger Kontrolle im gesamten Unternehmen zu verwalten.

Elegantere Prozesse und intelligentere Entscheidungen werden in diesem Jahr von grundlegender Bedeutung sein. Es gilt schnelleren Wert aus den Geschäftsdaten zu ziehen, da die IT-Welt zunehmend schnelllebiger wird. Dazu

sind im schnelllebigen Geschäftsklima der kommenden Jahre. Investitionen vielerorts nötig, um die Anforderungen regulatorischer Änderungen zu erfüllen, und um die Fähigkeit zu verbessern, agil auf die aktuellen Ungewissheiten in der Geschäftswelt zu reagieren. Diese werden auch mehr Wert aus den Daten ziehen und bessere Geschäftsentscheidungen treffen

Wirtschaftliche Entwicklung nach dem Brexit

Europäische Wirtschaftsführer sind mit den Ergebnissen des Brexit-Referendums aus der Bahn geworfen worden. In den letzten Monaten hat sich jedoch der Ton geändert, da sich die Diskussionen auf Investitionen konzentrierten, mit denen Flexibilität und geschäftliche Agilität sicherzustellen seien.

Zusammen mit den jüngsten Zusagen der britischen Regierung, die Investitionen in die mathematische Ausbildung und die Entwicklung einer Kompetenzbasis für künstliche Intelligenz (KI) zu erhöhen, sind die Aussichten positiv, dass Unternehmen sich anpassen und wachsen werden, um neue Chancen wahrzunehmen.

Ähnliche Pläne sind auch in anderen europäischen Ländern bekanntgegeben worden. Die Bereitstellung von Daten auf einer allgemein zugänglichen Plattform, wo sie wertvolle Einsichten liefern können, ist Teil dieses Prozesses.

Veränderte Regulierungsanforderungen verwalten

Die Umsetzung der DSGVO ist nur noch wenige Monate entfernt. Einige Unternehmen sind in ihren Compliance-Vorbereitungen gut vorangekommen. Allerdings gibt es auch Unsicherheit darüber, wie Regulierer und Gerichte die Regelungen auslegen werden. Doch finden sich auch viele zögerliche Unternehmensführer, die langsam merken, dass die Zeit voranschreitet. Wir bei Pure erwarten deshalb anhand der uns zur Verfügung stehenden Analystenmodelle, dass 2018 deutlich höhere Ausgaben für lokale Speicher-, Indizierungs- und Datenerfassungssysteme erfolgen werden.

Unternehmensleiter müssen sicherstellen, dass ihre Teams – von der Frontline zum Backoffice, von oben nach unten – erkennen, dass jeder einzelne Mitarbeiter Verantwortung für den korrekten Umgang mit den Kundendaten übernimmt. Die Technik kann dabei helfen, aber für Datenschutz und Datensicherheit ist die richtige Kultur unerlässlich.

Die DSGVO ist nicht die einzige sich abzeichnende Änderung der Rechtsvorschriften. Die EU-Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II) ist am 3. Januar 2018 in Kraft getreten. Sie enthält einige wesentliche neue Anforderungen für die Transaktionsberichterstattung. Statt nur die Handelsteilnehmer zu melden, müssen Unternehmen dann auch Kundendaten hinzufügen, einschließlich der Frage, ob Transfers zwischen einer natürlichen Person oder einem Algorithmus durchgeführt wurden, der eigenen Position des Unternehmens im betreffenden Vermögenswert und vielem mehr. Diese Informationen in eine berichtspflichtige Form zu bringen, wird sich für manch Unternehmen als eine fortwährende Herausforderung erweisen.

Da die nationalen Regulierungsbehörden noch für Klarheit bezüglich einiger technischer Details von MiFID II sorgen müssen, wird wahrscheinlich im Verlauf von 2018 der Wandel von entsprechenden Systemen vorangetrieben werden. Daraus werden sich neue Möglichkeiten für Anbieter von Infrastruktur- und Berichterstattungssystemen ergeben.

Budgetplanung für 2018

Die Analystenfirma IDC prognostiziert, dass 34 Prozent der europäischen Unternehmen die Ausgaben für die Speicherung vor Ort erhöhen werden, um die Einhaltung der DSGVO zu unterstützen. Dies passt auch zum Trend hin zur hybriden Public-/On-Premise-Cloud.

Betrachtet man die gesamten mit dem BIP verbundenen Ausgaben in Westeuropa, prognostizierte IDC Ausgaben in Höhe von 2,4 Milliarden US-Dollar für 2017, in diesem Jahr steigen die Ausgaben auf 3,37 Milliarden US-Dollar und bis 2021 werden es jährlich immer noch 2,5 Milliarden US-Dollar sein.

Die Anforderung der EU, im Rahmen der MiFID II Transaktionsdaten in Märkten mit Tausenden von Transaktionen pro Sekunde zu erfassen, wird wahrscheinlich auch eine anhaltende Nachfrage nach Datenplattformen erzeugen, die schnell Analysen erfassen und mit den Unternehmen skalieren können.

Da diese Unternehmen ihre Daten neu organisieren, um die Kontrolle über die Daten vor Ort zu gewinnen, und das Modell in Richtung Hybrid-Cloud geht, sieht Pure Storage auch erhebliche Chancen bei Cloud-Service-Providern und im Bereich der lokalen privaten Cloud.

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