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Speicherknappheit lässt Preise steigen NAND-Flash-Hersteller profitieren von Produktionsengpass

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Zwischen drei und zehn Prozent sind die Preise für NAND-Flash-Speicher im Schnitt im ersten Halbjahr 2017 angestiegen. Zurückführen lässt sich dies unter anderem auf eine erhöhte Nachfrage vor allem seitens der Smartphone-Hersteller. Dieser können die Fertiger allerdings bislang nicht im gleichen Maß nachkommen können. Nach Ansicht des Marktforschungsunternehmens DRAMeXchange wird dieser Trend auch in der zweiten Jahreshälfte anhalten.

Die Nachfrage nach NAND-Flashspeichern mit immer größerer Speicherdichte ist ungebrochen hoch. Das derzeit begrenzt lieferbare Angebot sorgt allerdings für weiterhin hohe Preise.
Die Nachfrage nach NAND-Flashspeichern mit immer größerer Speicherdichte ist ungebrochen hoch. Das derzeit begrenzt lieferbare Angebot sorgt allerdings für weiterhin hohe Preise.
(Bild: Micron)

Wie DRAMeXchange weiter ausführt, werden Lieferanten von NAND-Speichern auch im dritten Quartal 2017 herausragende Umsatzergebnisse erzielen. Universelle Flash-Speicher (UFS), eMMC und SSDs sollen sich auch künftig verteuern, ein Rückgang der Nachfrage sei ebenfalls nicht zu erwarten.

Der derzeitige Preisanstieg im Speichergeschäft, der bereits im vergangenen Jahr prognostiziert worden war, treibt aktuell auch das Wachstum des gesamten Halbleitermarktes an, der sich 2017 besser als erwartet entwickelt. Erstmals seit 2010 verzeichnet die Branche wieder zweistellige Wachstumszahlen.

Umsätze und Marktanteile von NAND-Flashspeicher-Herstellern im zweiten Quartal 2017. Die Nachfrage an NAND-Flash ist ungebrochen hoch.
Umsätze und Marktanteile von NAND-Flashspeicher-Herstellern im zweiten Quartal 2017. Die Nachfrage an NAND-Flash ist ungebrochen hoch.
(Bild: DRAMeXchange)

Marktexperten sind sich einig

Vergangene Woche hat nach IC Insights mit der Organisation World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) ein weiterer Halbleiterverband seine Prognosen für das laufende Jahr erneut nachträglich nach oben korrigiert. Chipverkäufe sollen nach Schätzungen des WSTS nun 2017 weltweit um 17 Prozent steigen - zuletzt hatte man das Ergebnis Ende Juli bereits auf 12 Prozent hochgerechnet. IC Insights ging Anfang August von einem ähnlich gutem Wachstum von 16 Prozent aus.

M;arktlage bleibt angespannt

Gemäß Alan Chen, Senior Research Manager bei DRAMeXchange, steigen immer mehr Anbieter auf Grund der technisch begrenzten Skalierbarkeit bisheriger planarer NAND-Technologien auf 3D-NAND-Speicher um.

Allerdings seien die Hersteller immer noch damit beschäftigt, ihre Fertigungsanlage auf die neue Technik umzurüsten. Infolgedessen sind die Produktionskapazitäten derzeit ingesamt limitiert. Das führt bei hoher Nachfrage zu einem geringeren Angebot, und damit verbunden zu steigenden durchschnittlichen Verkaufspreisen.

Laut Chen bleibt die Lage bis Ende des Jahres angespannt. Dies würde sich erst 2018 ändern. Bis dahin sollte die Fertigung von 64-Layer-NAND-Flashes und NAND-Speicher mit mehr gestackten Schichten in mehr Produktionsanlagen entsprechend ausgereift sein.

* Diesen Beitrag haben wir von unserem Partnerportal Elektronik Praxis übernommen.

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