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Grid-Storage-Konzept NEC setzt auf Ausfallsicherheit

| Autor / Redakteur: Thomas Böcker / Martin Hensel

In der griechischen Mythologie ist die Hydra ein neunköpfiges Seeungeheuer, dem zwei neue Köpfe nachwachsen, wo einer abgeschlagen wurde. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert das neue Grid-Storage-Konzept von NEC, weswegen es passenderweise HydraStor getauft wurde.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Grob vereinfacht handelt es sich bei HydraStor um eine neue Speichernetzwerk-Architektur, die auf existierende Lösungen zurückgreift: Ein Grid besteht aus einem Netz leistungsfähiger Server, Nodes genannt, auf denen NECs Management-Software DynamicStor läuft. Jeder einzelne Node stellt somit den kompletten Satz an Management-Funktionen und Datendiensten bereit, wodurch Flaschenhälse und „single points of failure“ vermieden werden. Kapazität und Performance lassen sich unabhängig voneinander verbessern, indem Anwender weitere Storage-Nodes für zusätzlichen Speicherplatz oder Accelerator-Nodes zur I/O-Beschleunigung hinzufügen, was weder Störungen noch Ausfälle verursacht.

Die so entstehende extreme Skalierbarkeit flankieren zwei zur Patentierung anstehende Technologien, welche sowohl die faktische Ausfallsicherheit als auch die größtmögliche Effizienz des HydraStor-Netzes gewährleisten sollen: Distributed Resilient Data (DRD) ist eine Art optimiertes RAID, das die gespeicherten Informationen über alle Nodes verteilt und damit ihren Verlust verhindert. Der besondere Clou besteht darin, dass sich die Parität – also die Zahl der Festplatten- und Node-Ausfälle, die das Speichernetz verdauen kann – laut NEC frei vorgeben und damit individuell auch auf die anspruchsvollsten Anwender zuschneiden lässt. Per Default ist eine Parität von drei eingestellt, was einem Sicherheitsgewinn von 200 Prozent gegenüber RAID 5 entspricht.

Für die optimale Ausnutzung der Speicherkapazitäten sorgt DataRedux: Die Deduplikationsfunktion soll Dubletten bereits in eingehenden Datenströmen erkennen und unterhalb der Dateiebene ausfiltern. Dadurch lassen sich laut NEC bis zu 75 Prozent des bisher benötigten Speicherplatzes einsparen, ohne dass es zu Performance-Einbrüchen kommt.

Leistungsfähig aber teuer

Derzeit befindet sich HydraStor noch im Beta-Test-Stadium. Die ersten Reaktionen von Kunden und Experten sind jedoch sehr positiv ausgefallen, so dass mit der Markteinführung im Sommer zu rechnen ist. Eine Einsteigerlösung könnte über eine physikalische Nettokapazität von 7,5 TByte verfügen und bei aktivierter Deduplikation auf bis zu 146 TByte skalieren. Theoretisch sind auch Werte im Petabyte-Bereich erreichbar. Die Datendurchsatzrate liegt laut NEC bei 100 MByte pro Sekunde.

Interessenten müssen allerdings tief in die Tasche greifen: Der Preis für eine Lösung mit 140 TByte Kapazität und kompletten CDP-, Replikations- und Migrationsfunktionen wird Herstellerangaben zufolge 100.000 US-Dollar betragen. Die hohen Anschaffungskosten werden allerdings dadurch wettgemacht, dass HydraStor viele wichtige Managementaufgaben wie Load-Balancing und Provisioning automatisch erledigt, wodurch die Betriebskosten und damit die TCO sinken.

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