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LSI will sich auf Halbleiter für Storage und Networking konzentrieren NetApp kauft Engenio-Speichergeschäft von LSI

| Redakteur: Rainer Graefen

NetApp übernimmt die Speichersysteme der Engenio-Reihe von LSI. Vom Kauf verspricht sich das Unternehmen höhere Marktanteile in den schnell wachsenden Marktsegmenten Video und High Performance Computing.

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Abhi Talwalkar, Präsident und CEO von LSI
Abhi Talwalkar, Präsident und CEO von LSI
( Archiv: Vogel Business Media )

Für die Engenio-Systeme, die bisher überwiegend von OEM-Partnern wie IBM, SGI und Oracle/Sun angeboten werden, zahlt NetApp 480 Millionen US-Dollar in bar an LSI. Die Übernahme wird nach Einschätzung der beiden Unternehmen in rund 60 Tagen abgeschlossen sein.

Nach Angaben von NetApp werden die Engenio-Speichersysteme dem Unternehmen dabei helfen, schnell wachsende Marktsegmente besser bedienen zu können, etwa Videobearbeitung und Videoüberwachung oder Genom-Sequenzierung und weitere Anwendungen aus dem Bereich High Performance Computing. Für diese Marktsegmente wird bis 2014 ein zusätzliches Marktpotenzial in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar prognostiziert. 2010 wurden rund 705 Millionen US-Dollar mit Engenio-Systemen umgesetzt.

Von der Übernahme verspricht sich NetApp darüber hinaus eine Steigerung der Marktreichweite über „ein ausgereiftes OEM-Geschäft, das seine Vertriebswege weiter diversifizieren wird, besonders in Bereichen, die NetApp noch nicht adressiert, etwa Server-Attached Storage und Embedded Storage.“ Marktbeobachter sehen das nicht ganz so optimistisch. Es sei fraglich, ob beispielsweise ein direkter Mitbewerber von NetApp wie Oracle auch künftig weiter seine OEM-Speichersysteme auf Basis von LSI-Hardware anbieten wird.

Motiv Geldmangel?

Offiziell lässt LSI verlauten, der Verkauf der Engenio-Systeme sei ein Erfolg. Man wolle das Halbleitergeschäft weiter vorantreiben, denn eine Konzentration auf Halbleiter für Speicher und Netzwerke verspreche „eine Beschleunigung unseres momentanen erfolgreichen Geschäftsmodells und den Ausbau von weiteren reichhaltigeren Geschäftsmodellen“, so Abhi Talwalkar, Präsident und CEO von LSI.

Hinter den Kulissen klingt das anders. Medienberichten zufolge ist bei LSI das vergangene Quartal dürftig ausgefallen. Umfangreiche Restrukturierungsprojekte und die Auflösung der SVM-Abteilung (Storage Virtualization Manager) werden hierfür verantwortlich gemacht. Von daher könne LSI diese Summe momentan sehr gut gebrauchen.

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