Suchen

Kommentar NetApp will mit Cisco das Rechenzentrum effektiver machen

| Autor / Redakteur: Thomas Höfer, Marketing Director NetApp Germany / Rainer Graefen

Letzte Woche gab Cisco offiziell bekannt, dass es nun auch Server produzieren will. Leider konzentrierte sich die öffentliche Aufmerksamkeit schnell auf die Details. Ein Fehler!

Firmen zum Thema

Thomas Höfer, Marketing Director NetApp Germany
Thomas Höfer, Marketing Director NetApp Germany
( Archiv: Vogel Business Media )

Aus meiner Erfahrung mit Produkteinführungen weiß ich, dass IT-Profis immer auf der Suche nach Einzelheiten sind – von den Ports über die CPU und das Memory bis zum Chassis und der Kapazität. Wer diese Informationen bereits in der ersten Ankündigung sucht, übersieht meiner Meinung nach das Wesentliche.

Ich bin davon überzeugt, dass Cisco richtig vorging. Die Nachricht an sich reicht doch: Cisco steigt ins Server-Geschäft ein! Es gibt einen Weg alle Netzwerke, SAN inklusive, auf Ethernet zu konvergieren. Durch die Beseitigung der bislang üblichen Einschränkungen bei Netzwerkadressen können sich Virtual Machines in den Datacentern einfacher „bewegen“. Und was vielleicht sogar noch wichtiger ist: Ein Großteil der IT-Industrie hat Unterstützung signalisiert.

Die große Vereinigung im Rechenzentrum

Das Tolle daran ist, dass die althergebrachte Ordnung des „Wer produziert was“ im Datacenter-Markt im Umbruch ist, vergleichbar mit den großen Veränderungen im Netzwerkbereich mit Cisco oder Bay Networks in den späten 80ern oder beim Storage durch EMC, HDS und NetApp in den 90ern. Die Entwicklung weg von generischen Herstellern wie IBM, Hewlett-Packard oder Sun hin zu Spezialisten für Netzwerk und Storage setzt sich weiter fort. Mit dem Unified Computing System (UCS) zeigt Cisco, dass auch der Server-Markt reif für eine Veränderung ist. Aber warum ausgerechnet jetzt?

Heute gilt mehr denn je, dass Datacenter effizienter, agiler und dynamischer werden müssen. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Ein Großteil der in Datacentern eingesetzten Ressourcen ist unproduktiv oder schlicht Geldverschwendung. Pauschal gesagt sind 90% der Serverressourcen, 70% der Speicherressourcen und 50% der Netzwerkressourcen unnütz. Dies zeigt, wie notwendig es ist, aus den 90ern stammende Architekturen und Prozesse zu überdenken.

Wer Server virtualisiert, muss auch ...

Als Katalysator gilt die Servervirtualisierung. Heute basieren IT-Strategien auf einem Pool virtualisierter Ressourcen – Server, Storage und Netzwerke. Am wichtigsten ist jedoch, wie diese Ressourcen miteinander verbunden werden. Hier liegt die wahre Bedeutung der UCS-Strategie von Cisco. Virtuelle Server brauchen virtuelle Netzwerke und virtuellen Storage – und das in vereinheitlichter Weise.

Und da NetApp das größte Angebot für Unified Storage oder Virtual Storage hat – im Prinzip jedes seit 2003 verkaufte System – hat NetApp die besten Voraussetzungen, um Kunden bei diesem Übergang im Storage-Bereich zu unterstützen, siehe auch der Kommentar von NetApp CEO Dan Warmenhoven auf YouTube.

Abwarten und Investieren

Wie wird es weitergehen? Wer sich für Produkte interessiert, sollte die Einführung von VMware vSphere, die Bekanntgabe weiterer Details zu Ciscos UCS und den Launch von NetApp Data ONTAP 8 Scale-Out Storage abwarten. An Standards Interessierte sollten FCoE und Data Center Ethernet weiter verfolgen.

Es wird noch einige Zeit dauern, doch werden jene Unternehmen, die nicht umdenken und ihren „IT-Silos“ treu bleiben, für ihre Datacenter doppelt soviel aufwenden müssen wie Stand heute nötig. Da die Applikationen und Daten weiter zunehmen, werden auch die Kosten weiter steigen.

Bleibt die Frage, in welche Produkte der Kunde jetzt investieren sollte. Die Antwort ist einfach. Bereits heute sollte bei neuen Projekten mit Herstellern gearbeitet werden, die virtualisierte und vereinheitlichte Architekturen anbieten und 10 Gigabit Ethernet unterstützen, um zu einem späteren Zeitpunkt alles zusammenzuführen. Das ist die Grundlage für ein erheblich effizienteres und dynamisches Datacenter.

(ID:2020522)