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Hewlett-Packards Rechenzentrums-Strategie Nett war früher. In der Finanzkrise kann es nur einen geben.

| Autor / Redakteur: Thorsten Riedl / Rainer Graefen

Lange hat es gedauert bis Hewlett-Packard in der Formel 1 der IT-Giganten die Pole-Position bei den Hardware-Umsätzen erreicht hat. Jetzt lässt der Platzhirsch keinen mehr an sich vorbei. Einziger Angstgegner ist IBM, die bei den Services wesentlich effizienter agieren.

Zwei Rechenzentren für Deutschland sollten reichen.
Zwei Rechenzentren für Deutschland sollten reichen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Von der Sonnenkönigin zum Technokraten: Was für ein Übergang. „Das glatte Gegenteil von Carly Fiorina“, „Arbeitsbiene folgt Königin“, „der bodenständige Sanierungsprofi“.

Als Mark Hurd vor vier Jahren das Zepter bei Hewlett-Packard von der damaligen Chefin Fiorina übernahm, war sich die Presse einig: Nach Jahren der Verschwendung, der Glanzsucht, des eitlen Scheins würden bei Hewlett-Packard nun härtere Zeiten anstehen.

Hurd hat den Konzern jedoch nicht Aufgespalten, wie damals oft wegen des desolaten Zustands gemutmaßt wurde. Mit Einschnitten bei den Kosten, mit Massenentlassungen, Zukäufen und einer breit aufgestellten Strategie hat er das Unternehmen wieder groß gemacht. Zu einem Ernst zu nehmenden Gegner für IBM.

Ein Überholmanöver nach dem anderen

Und – welche Schmach für die Rivalen – zuerst hat er Computerhersteller Dell als Nummer eins der PC-Bauer verdrängt, dann Big Blue als weltweit größten Konzern der IT-Branche abgelöst. Jetzt will Hurd mit Hewlett-Packard auch in der Servicebranche eine führende Rolle übernehmen. Wenn nur die Wirtschaftskrise nicht wäre.

Es ist nicht der erste Abschwung für Hewlett-Packard. Schlechte Zeiten haben den Konzern oft befeuert. Bill Hewlett und David Packard gründeten sogar während der Großen Depression, sechs Jahre nach der Weltwirtschaftskrise 1929, ihr Unternehmen in einer Garage in der Nähe von Palo Alto.

Das erste Produkt war ein Generator für Tonfrequenzen. Walt Disney gehörte zu den Kunden. Das Produktportfolio war zunächst breit gefächert rund um elektronische Komponenten. In den 60er Jahren entwickelten die Ingenieure der Firma die ersten Halbleiterprodukte, vorwiegend zur firmeninternen Verwendung. 1966 dann betritt Hewlett-Packard den Markt für Computer.

Mythos HP

In den 80er Jahren bringt das Unternehmen die ersten Tintenstrahldrucker für den Hausgebrauch. Anfang der 90er beginnt Hewlett-Packard damit, Computer auch für Verbraucher anzubieten. Der Rest ist Geschichte – eine, die jeder Nordamerikaner auswendig kennt.

Der Gründungsort wurde von offizieller Seite als California Historic Landmark No. 976 gewürdigt. Er hat den Mythos genährt vom kleinen Startup aus der Garage, das den Weltmarkt erobern kann. Der Ort war zudem Geburtstätte des Silicon Valleys.

Hewlett-Packard dominiert die Computerindustrie. Nachdem IBM die PC- und die Druckersparte an die Asiaten losgeschlagen hat, besitzt kein Unternehmen der Branche ein so breites Angebot: Drucker, Taschenrechner, Computer, Server, Speichersysteme, Software und Dienstleistungen.

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