Produkte von Infortrend, Qnap, Synology, Netgear und Buffalo Network Attached Storage bekommt neuen Schwung

Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Nico Litzel

Serienmäßig Antiviren-Software, zum Einbau ins Rack und geeignet für die Cloud, Multimedia und Big Data: Es tut sich derzeit Einiges im NAS-Segment.

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Die beiden für die Rack-Montage ausgelegten Modelle EonNAS 3310 und 3510 von Infortrend ermöglichen ein Filesharing zwischen Workstations mit verschiedenen Betriebssystemen.
Die beiden für die Rack-Montage ausgelegten Modelle EonNAS 3310 und 3510 von Infortrend ermöglichen ein Filesharing zwischen Workstations mit verschiedenen Betriebssystemen.
(Bild: Infortrend)

Network-Attached-Storage-Systeme eignen sich fürs Backup, als zentraler Speicher für Dateien oder als private Cloud fürs Internet. Ein NAS-Gerät erfüllt vielseitige Aufgaben und steht mehreren Usern zum Zugriff zur Verfügung, ob im privaten Heimnetz oder in großen Unternehmen.

NAS fürs Rack

Optisch unterscheiden sich die gängigen Netzwerkspeicher nur wenig von externen Festplatten, doch nimmt auch das Angebot an Rack-tauglichen Speichern immer weiter zu. So hat Infortrend seine NAS-Speicher der Reihe EonNAS 3000 für kleine und mittlere Unternehmen um die beiden Modelle EonNAS 3310 und 3510 erweitert und den Datendurchsatz im Vergleich zu den Vorgängern um 80 Prozent gesteigert.

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Für die Rack-Montage ausgelegt, ermöglichen die beiden NAS-Systeme auch Filesharing zwischen Workstations mit verschiedenen Betriebssystemen sowie erlauben datei- und blockbasierende Anwendungen im gleichen Gerät. Mit IP-SAN, Datendeduplizierung und ZFS bieten die Geräte nun auch Funktionen, die bisher eher im Enterprise-Segment benötigt wurden.

Das EonNAS 3510 ist mit einem Quad-Core-Prozessor des Typs Intel Xeon E3 mit 3,2 Gigahertz und acht Gigabyte DDR3 RAM ausgestattet. Infortrend bietet die Geräte in Konfigurationen mit 8-Gigabit-Fibre-Channel-, Gigabit-Ethernet- und 10-Gigabit-Ethernet-Schnittstellen an. Mit zusätzlichen Erweiterungsgehäusen lässt sich die Gesamtkapazität auf 480 Terabyte ausbauen.

Qnap TS-421U und TS-420U

Von Qnap kommen die neuen 1U-Rackmount-Modelle TS-421U und TS-420U der Turbo-NAS-Produktreihe. Sie wurden für Arbeitsgruppen oder kleine und mittelgroße Unternehmen entwickelt. Das Modell TS-421U ist mit einer Marvell-CPU ausgestattet, die mit 2,0 Gigahertz getaktet ist. Im TS-420U verbaut Qnap ebenfalls eine Marvell-CPU, die allerdings nur mit 1,6 Gigahertz getaktet ist. Beide Modelle verfügen über ein Gigabyte DDR3 RAM und weisen jeweils zwei Ports für USB 3.0 und eSATA auf.

Sowohl das Modell TS-421U als auch das Modell TS-420U unterstützen iSCSI-Targets mit Thin Provisioning, duale Gigabit-LAN-Ports mit Ausfallschutz und Lastausgleich sowie eine plattformübergreifende Dateifreigabe unter Windows, Mac OS X und Linux/UNIX.

Die beiden neuen Modelle bieten Real-Time Remote Replication (RTRR) zur Sicherung in Echtzeit oder nach Zeitplan, unterstützen eine Sicherung im Cloud-Speicher sowie Sicherungs-Software von Drittanbietern, darunter Veeam Backup & Replication oder Acronis True Image. Windows- und Mac-Benutzer können Daten mit dem Dienstprogramm Qnap Netbak Replicator oder Time Machine von Apple auf dem Turbo NAS sichern.

Für Unternehmen eignen sich ein FTP-Server zum Bewegen großer Dateien, ein Radius-Server zur zentralen Authentifikation, ein Syslog-Server zum Sammeln und Speichern von Protokollen anderer Netzwerkgeräte am Turbo NAS, ein VPN-Server zum Zugriff auf das Turbo NAS und andere Ressourcen im selben lokalen Netzwerk über das Internet, ein Proxy-Server zur Web-Filterung und ein Web-Server zum Hosten mehrerer Websites mit dem Turbo NAS.

Für das Enterprise-Segment

Für Big Data und Multimedia bringt Synology den Diskstation Manager 4.2 mit LUN Snapshot und LUN Clone, womit sich bis zu 256 Snapshots pro LUN erstellen und die Kopien virtueller LUNs vervielfältigen lassen. Die Hochverfügbarkeit von SHA (Synology High Availability) wird jetzt von weiteren Diskstations und Rackstations unterstützt.

Weitere Features sind Global-Hot Spare-Festplatten zum ununterbrochenen Betrieb und die zweistufige Verifizierung über die Eingabe eines Passwort und eines einmaligen sechsstelligen Codes. Ebenfalls enthalten sind ein Radius-Server zur Authentifizierung, DNS-Server zur Administration von Domainnamen, zentrales Hosting verschiedener Dienste sowie ein Disk Usage Report zur visuellen Darstellung der Speicherauslastung.

Ein Task Scheduler führt zugewiesene Aufgaben nach Zeitplan aus, und der TFTP-Service (Trivial File Transfer Protocol) baut eine PXE-Umgebung (Preboot Execution Environment) auf, um Systeme über das Netzwerk booten zu können. Die Cloud Station unterstützt eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Nutzerkonten und lässt sich auch in LDAP- und Active-Directory-Umgebungen einbinden.

Alle Daten lassen sich mit DS cloud automatisch mit SSL-Verschlüsselung synchronisieren. In der DS cloud kann man mit iOS oder Android die maximalen Dateigrößen, die Dateiformate und Synchronisierung über WiFi-Verbindung festlegen.

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Die neuen Serien ReadyNAS 100, 300 und 500 von Netgear haben mit ReadyNAS OS 6 ein völlig neues Betriebssystem erhalten, das sich für Multimedia, Cloud-Anwendungen sowie Backups im Enterprise-Umfeld eignet. So arbeitet die komplette Serie erstmals mit BTRFS als Filesystem und ermöglicht unlimitierte Snapshots zum Backup. Die Snapshots lassen sich monats-, wochen-, tage- oder stundenweise ausführen und sind rein inkrementell.

Die neuen NAS-Geräte sind mit doppelt so viel RAM wie ihre Vorgänger ausgestattet. Der „Click-and-Lock“-Einbau einer Festplatte ohne Schrauben erleichtert den Austausch von SATA- oder SSD-Festplatten im 3,5-Zoll- oder im 2,5-Zoll-Format. Die ReadyNAS-Geräte haben einen oder mehrere eSata-Anschlüsse, zwei Ports für USB 3.0 sowie einen für USB 2.0. Von der Serie ReadyNAS 300 aufwärts ist zusätzlich ein HDMI-Port vorhanden, er eignet sich beispielsweise zum Anschluss an einen Smart-TV.

Zu den Multimedia-Features gehören ein optimiertes DLNA-Streaming auf einen Smart-TV, Notebook, Smartphone oder Tablet. Die serienmäßige ReadyDROP-Cloud-Anbindung steht im Heimnetzwerk und im Ausleuchtungsbereich externer WLANs wie ein privater Cloud-Service zur Verfügung. Durch die Integration von Apples Time Machine können Macintosh-Anwender ihre Daten entweder lokal oder remote ohne iCloud oder eine externe Festplatte auf das gleiche NAS-System sichern.

Antivirenschutz inklusive

Wo viel Material aus dem Internet verwendet wird, checkt ein Live-Antivirenschutz die externen Dateien beim Eingang ins System, bereits gesicherte Files auch stündlich. Dritthersteller können ihre Add-on-Applikationen für die Reihe ReadyNAS über eine Open-Source-Entwicklungsumgebung entwickeln, was derzeit von über 600 ISVs in Anspruch genommen wird, um die Reihe von Netgear mit neuen Funktionalitäten zu erweitern. Datensicherheit im Mittelpunkt

Die Datensicherheit steht bei Buffalo mit Antivirus-NAS-Geräten im Vordergrund. So eignet sich die neue Terastation 5000V mit ihrer vorinstallierten Antivirus-Software von Trend Micro und Echtzeit-Scanning zum Schutz von Servern in kleinen und mittleren Unternehmen.

Da die verarbeiteten Daten ständig überwacht werden, löst die Entdeckung eines Virus‘ einen Alarm aus und die infizierte Datei landet automatisch in einem geschützten Verzeichnis, damit sich der Virus nicht verbreiten kann. Laut Hersteller muss die Antiviren-Software nicht mehr nachträglich konfiguriert werden.

Die Variante Terastation 5200 bietet eine Einstiegskapazität von zwei Terabyte und das Modell Terastation 5400 von vier Terabyte. Die Rackmount-Version Terastation 5400 speichert bis zu zwölf Terabyte. In den NAS-Geräten von Buffalo findet sich auch der Buffalo Surveillance Video Manager für bis zu zehn RTSP IP-basierte Kameras zur Videoüberwachung, was der Größenordnung von Filialunternehmen oder Banken entspricht.

Schutz vor Virenbefall bei BYOD

Betriebe mit BYOD-Richtlinien (Bring Your Own Device ) können die NAS-Geräte im Rahmen ihrer Security-Policy vor Virenbefall schützen, indem Viren von privaten und externen Endgeräten blockiert werden und nur authentifizierte Anwender auf das Netzwerk zugreifen können.

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