Netzwerkspeichersystem Iomega StorCenter px4-300r im Praxistest, Teil 1 Network Attached Storage für Cloud, Überwachung, Social Media und Streams

Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Rainer Graefen

Das Speichern von Daten allein reicht als Kaufanreiz anscheinend nicht mehr aus. So wirbt Iomega für sein StorCenter px4-300r mit vielen Zusatzqualitäten, die sogar den automatisierten Download von YouTube umfassen. Storage-Insider hat das NAS-Array vermessen und die professionellen Funktionen begutachtet,

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Iomega hat sehr viele Funktionen in eine Höheneinheit verpackt.
Iomega hat sehr viele Funktionen in eine Höheneinheit verpackt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Beschriebe man das Iomega StorCenter px4-300r nur als Network Storage Array für kleine und mittlere Unternehmen, dann unterschlüge man dessen Qualitäten als Server für Überwachungskameras, Uploadzentrale für Social Networks oder Teil einer per Internet erreichbaren Cloud-Infrastruktur. Storage-Insider hat untersucht, ob der Mehrwert lohnt und wie es um die Performance von iSCSI-Laufwerken und Verzeichnisfreigaben steht.

Getestet wurde dabei ein System mit vier Festplatten zu je zwei Terabyte. An der Rückseite liefert das Gerät verschiedene Anschlussmöglichkeiten: Zwei USB-2.0-Anschlüsse, zwei Gigabit-Ethernet-Ports und ein serieller Anschluss. Die modular ausgelegten Netzteile werden ebenfalls von hinten gespeist oder gewechselt; in unserem System war die Stromversorgung allerdings nur einfach ausgelegt. Die Front bietet Zugriff auf vier Wechsellaufwerke und einen weiteren USB-Port. Zudem finden sich hier Status-LEDs, selbstleuchtendes Display und Bedienelemente.

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Lieferumfang

Iomega liefert das StorCenter px4-300r mit Kaltgerätekabeln für verschiedene Steckdosenformate sowie einem Patchkabel. Ebenfalls in der Verpackung enthalten sind Montagematerial für das racktaugliche System (1 HE), Intallations-CD mit ausführlicher Bedienungsanleitung im PDF-Format und ein gedruckter Quick Start Guide. Auf dem Speichersystem selbst befindet sich außerdem eine Online-Hilfe.

Inbetriebnahme

Der Iomega Storage Manager hilft, die Speicher-Appliance im Netzwerk zu finden. (Archiv: Vogel Business Media)

Abb. 1: Storage Manager in Grundstellung

Das NAS-System lässt sich unkompliziert in Betrieb nehmen; gleich nach Drücken des Power-Knopfes an der Front machen die lautstarken Lüfter allerdings klar: Die Speicherappliance gehört in den Serverraum.

Die auf dem Frontdisplay des Systems angezeigte IP-Kennung muss man sich beim Weg zum Schreibtisch nicht unbedingt merken – notfalls hilft die mitgelieferte Client-Software, das Gerät im Netzwerk zu finden.

Der Iomega Storage Manager erleichtert zudem den Beitritt zu einer Personal Cloud oder den Remote Zugriff ohne dynamischen DNS-Dienst (DynDNS/TZO).

Bei bekannter IP-Adresse lässt sich das StorCenter auch direkt per Browser steuern. (Archiv: Vogel Business Media)

Abb. 2: Strukturierte grafische Administrations-Oberfläche

Für die wesentlichen Funktionen des NAS-Gerätes nutzt die Client-Software allerdings ein Web-Interface, das auch direkt per Browser ansteuert werden kann.

Das grafische Interface zeigt die einzelnen Menüpunkte als grafische Icons in sieben thematisch geordneten Gruppen an. Eine weitere Gruppe aggregiert alle Funktionen in eine Übersicht.

Die Konfiguration hat Iomega erfreulich einfach gestaltet. Positiv aufgefallen ist uns beispielsweise, dass für E-Mail-Benachrichtigungen kein SMTP-Server definiert werden muss. Die Angabe einer E-Mail-Adresse des Empfängers genügt.

weiter mit: Funktionsumfang und Einsatzgebiete

Funktionsumfang

Der Funktionsumfang des Iomega StorCenter px4-300r ist immens.

Das System kann Überwachungskameras ansprechen und deren IP-Streams aufzeichnen, dient als Medien-, BitTorrent sowie Druckserver und kann Basis einer „persönlichen“ Cloud (Remote-Zugriff) sein.

Das System beherrscht unterschiedlichste Netzwerkprotokolle, sichert zeitgesteuert Kopien von Netzwerkverzeichnissen und veröffentlicht Daten auf Wunsch automatisiert in Social Networks.

Per USB oder optional erhältlicher Bluetooth-Schnittstelle kann der Speicher selbst Bilder von Fotokameras oder Handys entgegennehmen. Zudem plant Iomega offenbar zusätzliche Erweiterungen: Für den bereits vorbereiteten Application Manager gibt es bislang aber noch keine Anwendungen.

Private Cloud

Iomegas NAS kann nicht nur auf Clouddienste, wie Amazon S3 oder Mozy Backup zugreifen, sondern auch selbst zum Cloud-Speichersystem oder „Hub“ avancieren. Nutzer können dann per Internet auf das System zugreifen oder Kopieraufträge durchführen.

Voraussetzung hierfür ist allerdings eine entsprechend potente Netzanbindung sowie die Möglichkeit einer Portweiterleitung. Auf beides mussten wir in unserer Testumgebung verzichten und können daher keine Aussagen zur Qualität dieser Funktion machen.

Social Networks und aktive Ordner

Die Interaktion mit Social Networks funktioniert dagegen auch mit einem beschnittenen Internetzugang. Hierfür nutzt Iomega „Aktive Ordner“. In diese werden Daten kopiert; das Speichersystem publiziert die Informationen dann automatisch per Facebook, Flickr oder YouTube.

Wir haben das Procedere anhand eines Videos probiert, das auf YouTube geladen werden sollte. Dafür genügt es ein bestehendes oder neu angelegtes Verzeichnis als aktiven Ordner zu markieren und einen zu nutzenden Dienst auszuwählen – in unserem Fall YouTube.

Die einmalige Anmeldung erfolgt über die Schnittstelle der Videoplattform; das Speichersystem erfährt also keine Logindaten, sondern erhält lediglich die notwendigen Zugriffsrechte.

Baustelle Cloud

Einmal konfiguriert, werden künftig alle in das Verzeichnis kopierten Videos automatisch im Internet veröffentlicht. Dort ist allerdings wieder Nacharbeit gefragt: Eine aussagekräftige Beschriftung fehlt den Filmen nämlich. Analog publizieren aktive Ordner auch Fotos per Facebook oder Flickr.

Des Weiteren können aktive Ordner auch für den E-Mail-Versand genutzt werden. Dann werden Dateien oder Zugriffslinks verschickt. Während verschickte Daten stets beim Empfänger verfügbar sind, funktionieren Links nur solange, wie auch die Dateien auf dem Speichersystem liegen. Werden die Informationen gelöscht, zielen die Verweise ins Leere.

Zudem taugen Iomegas aktive Ordner für das Veröffentlichen von Dateien per BitTorrent oder die Skalierung von Fotos. Bilder werden dabei nicht nur in der Größe angepasst, sondern können auch mit einem Wasserzeichen versehen werden.

Den zweiten Teil lesen Sie am Freitag, dem 12. August 2011

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