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Blick in die öffentliche Verwaltung Networked Storage schafft Flexibilität und senkt Kosten

| Autor / Redakteur: Robert Hasenstab, Network Appliance / Nico Litzel

Initiativen zur Verwaltungsmodernisierung fördern die inner- und interbehördliche Verflechtung auf nationaler und auf EU-Ebene. Der Bedarf an der Austauschbarkeit von Daten und an Konzepten für den Schutz der gespeicherten Daten gegen unautorisierte Weitergabe, Verlust oder versehentliches Löschen ist im Steigen begriffen. Die Konsolidierung von Dateninseln auf Netzwerkspeichern mit offenem Systemansatz vereinfacht die Umsetzung dieser Anforderungen und schafft ein flexibles Fundament.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Üblicherweise werden Anwendungsdaten auf einer Vielzahl einzelner Server mit direkt daran angeschlossenem Speicher abgelegt und den Benutzern über das Netzwerk zur Verfügung gestellt. Datenwachstum, neue Applikationen und Dienste wie etwa Bürgerportale und das wachsende Online-Angebot an Verwaltungsdienstleistungen machen das eingangs skizzierte Konzept des Direct Attached Storage (DAS) zum Auslaufmodell.

Zu aufwendig sind Management und Wartung dieser in der Regel stark heterogenen Umgebungen mit Hardware, Betriebssystemen und Applikationssoftware zahlreicher Hersteller. Selbst in ein- und derselben Behörde koexistieren verschiedene Systeme, Architekturen und Umgebungen für die gleichen Applikationen oder für Applikationen mit vergleichbaren Anforderungen. Die starre Reglementierung des Datenzugriffs in DAS-Umgebungen verhindert Synergien und treibt die Kosten.

Der technische Grund: Kein Server hat Zugriff auf die Datenspeicher der anderen Server. So entstehen Kosten durch mangelnde Ressourcenauslastung und hoher Aufwand für Routineaufgaben wie Ausbau der Speicherkapazität, Aktualisierung der Software auf den Servern und so weiter. Dem Beratungsunternehmen Merrill Lynch zufolge belaufen sich die Kosten für die Verwaltung eines einzigen Megabytes an Benutzerdaten in einer DAS-Umgebung auf 72 Cent.

Netzwerkspeicher als hoch effiziente Datendrehscheibe

Geänderte Zuständigkeiten zum Beispiel durch Referatszusammenlegung oder Verwaltungsreformen führen in der Regel zu einer effizienteren Ausrichtung der Datenspeicherstruktur. Und die heißt für gewöhnlich Networked Storage. Bei Einsatz eines Storage Area Networks (SAN) relativiert sich laut Merrill Lynch auch die Kostenseite: Die Kosten pro verwaltetem Megabyte liegen bei nur noch 33 Cent. Oder anders ausgedrückt: Die Systemverwaltung sinkt in aller Regel im Verhältnis 10:1 und bietet damit ein enormes Einsparungspotenzial.

Ob in Form von Fibre Channel SAN, IP SAN oder Network Attached Storage – Networked Storage kann ein Höchstmaß an Flexibilität und Effizienz in eine Umgebung bringen und zugleich die Kosten senken. Um sich jedoch nicht in die Abhängigkeit dessen zu begeben, was die Systeme des jeweiligen Herstellers an Unterstützung bieten, empfiehlt es sich darauf zu achten, wie weit die Kompatibilität zu Protokollen und Schnittstellen geht und welche Art Daten konsolidiert werden können. Dieser Aspekt ist interessant, wenn sehr unterschiedliche Applikationen wie Datenbanksysteme, kollaborative Anwendungen wie SharePoint, File Services oder auch Archive mit geschützten Dokumenten zu berücksichtigen sind.

IT-Entscheider in Behörden sehen sich den verschiedensten Anforderungen gegenüber. Ob Umsetzung von Deutschland-Online oder Routine-Ausstattung mit Datenspeichern – stets stehen Wirtschaftlichkeit und Bedarfsorientierung im Vordergrund. Es sind Einsparpotenziale zu erschließen und Haushalte zu konsolidieren. Die Bundesregierung hat klar formuliert, dass für die Investitionen in den weiteren Ausbau der E-Government-Dienstleistungen eine Entlastung der Haushalte im Sinne einer Amortisation von drei Jahren angestrebt wird. Übersetzt in die Sprache der IT bedeutet das bei der Beschaffung und in Ausschreibungen auf einen möglichst hohen Return-on-Investment (ROI) und eine möglichst niedrige Total Cost of Ownership (TCO) zu achten.

Die Konsolidierung von Daten im Netzwerk und auf Speichersystemen, die unterbrechungsfrei ausbaufähig sind, die Ressourcen optimal auslasten, flexibel an neue Leistungsangebote anpassbar sind und dabei die Verfügbarkeit der Dienste konstant aufrecht erhalten, begünstigen die Werte für ROI und TCO. Gerade bei Online-Angeboten ist die Verfügbarkeit ein enorm wichtiger Punkt. Ob Online-Shopping oder Beantragung eines neuen Personalausweises – Web-basierende Angebote werden rund um die Uhr in Anspruch genommen.

Server-Virtualisierung bietet Einsparpotenziale

Datenkonsolidierung hat noch weitere Vorteile. Sie ist die Voraussetzung für die Vereinfachung auf der Server-Seite, da die Verlagerung der Datenhaltung von den Servern auf einen Zentralspeicher automatisch auch den Bedarf an Servern einschränkt. Einen Schritt weiter gedacht, bieten sich Konzepte der Server-Virtualisierung an, die Verfügbarkeit, Management-Vereinfachung und Einsparungen bei der Hardware noch weiter voranbringen. Eine solche Strategie des „Weniger ist Mehr“ sollte in ihrer Auswirkung auf Verbrauchskosten wie Strom und Klimatechnik nicht unterschätzt werden. Allein für die Datenspeicher sind um die 30 Prozent Einsparpotenzial belegt. Auch die oft problematische Situation der IT-Ausstattung von Behörden in historischen Gebäuden wird damit entzerrt.

Mit Sicherheit Security

Eine neue Dimension erhält auch die Datensicherheit. Entsprechende Sicherungstechnologien auf Snapshot-Basis vorausgesetzt, lassen sich nicht nur Zeitvorteile von rund 90 Prozent nutzen, sondern auch zentrale Sicherungskonzepte einführen. Behörden mit vielen Dienststellen oder nachgeordneten Behörden profitieren von der erhöhten Sicherheit der Daten, der Abschaffung zeitintensiver Wartungseinsätze vor Ort und vor allem von der schnellen Rücksicherung verlorener oder versehentlich gelöschter Daten.

Konsolidierung bedeutet aber auch, ein verstärktes Augenmerk auf den Datenschutz zu richten, sodass die unautorisierte Weitergabe oder auch der Datendiebstahl ausgeschlossen sind. Prinzipiell gilt: Alles was gespeichert ist, lässt sich auch wieder abrufen. Abgesehen von den bekannten Methoden der Zugriffssteuerung über Authentifizierung, Autorisierung sowie Auditing und Schutztechnologien im Netzwerk – von der Firewall über Segmentierung bis zum Virenblocker – bietet sich als eines der einfachsten und dennoch wirkungsvollsten Mittel die Verschlüsselung der Daten direkt auf den Datenspeichern an.

Die Integration der Verschlüsselung in ein Speichernetz ist heute die gängigste Methode, da sie kaum Aufwand bei der Installation und keine Betriebsunterbrechungen verursacht. Voraussetzung ist allerdings die Kompatibilität mit den Storage-Technologien vor Ort. Und hier schließt sich der Kreis: Je einfacher und vielseitiger die Storage-Umgebung ist, desto einfacher werden das Management und die Anpassung an neue Gegebenheiten.

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