Rockstor – NAS mit Open Source aufbauen

Netzwerkspeicher mit Linux bereitstellen

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Jürgen Ehneß

Open-Source-NAS mit Rockstor – so geht’s.
Open-Source-NAS mit Rockstor – so geht’s. (Bild: Copyright 2017, Slawomir Gawryluk, all rights reserved)

Bei Rockstor handelt es sich um eine kostenlose und leicht zu installierende NAS-Lösung, mit der Netzwerkspeicher schnell bereitgestellt werden kann. Rockstor setzt dabei auf das Dateisystem Btrfs. Dieses bietet einige Vorteile.

Rockstor bietet die Möglichkeit, in kleinen und mittleren Netzwerken einen Netzwerkspeicher bereitzustellen, auf den Anwender Daten speichern und von dem sie diese abrufen können. Das System basiert auf CentOS 7. Die Konfiguration wird mit einer Weboberfläche durchgeführt, die über alle relevanten Browser genutzt werden kann. Über das Rockstor-NAS können verschiedene Betriebssysteme angebunden werden.

Neben NFS, SMB/CIFS und AFP kann zudem mit SFTP auf die Freigaben zugegriffen werden. Das ermöglicht einen Datenaustausch im Netzwerk auch dann, wenn mehrere Betriebssysteme zum Einsatz kommen. Die Anbindung von Windows, Linux und macOS stellen keinerlei Problem dar.

Rockstor installieren

Die Installation von Rockstor ist mit einem Assistenten schnell abgeschlossen. Das Installationsmedium steht auf der Seite der Entwickler als ISO-Datei zur Verfügung. Zunächst wird in einem Fenster angegeben, mit welcher Sprache das NAS-System installiert werden und wie das Kennwort des Root-Benutzers lauten soll. Die Optionen sind selbsterklärend. Allerdings sollte der Server mit dem Internet verbunden sein, damit Aktualisierungen und Pakete zur Installation nachgeladen werden können.

Nach der Installation ist im Konsolenfenster die IP-Adresse zu sehen, mit der die Weboberfläche aufgerufen werden kann. Nach der sehr einfachen Installation erfolgt die weitere Einrichtung über eine Weboberfläche. Generell ist für die Verwendung von Rockstor kein Linux-Wissen notwendig. In der Konsole kann mit nmtui die Netzwerkschnittstelle des Servers eingerichtet werden.

Die komplette Verwaltung erfolgt in der Weboberfläche. Wenn das System im produktiven Betrieb nicht mehr funktioniert, ist natürlich Linux-Wissen hilfreich, um Rockstor zu reparieren. Allerdings ist das selten notwendig.

Btrfs als Dateisystem nutzen

NAS-Systeme wie FreeNAS, XigmaNAS und auch Rockstor setzen parallel zu ext4 und ZFS immer mehr auf das Dateisystem Btrfs. Das Dateisystem funktioniert ähnlich wie ZFS. Die Lizenzierung erfolgt über die GNU General Public License (GPL). Mit Btrfs lassen sich in Rockstor Daten im Hintergrund automatisch komprimieren. Werden nach der Einrichtung weitere Festplatten im System eingebaut, lassen sich diese dynamisch in das Speichersystem integrieren. Dazu kommen Funktionen wie Speicherlimits für Anwender oder das Erstellen von Snapshots. Btrfs kopiert Dateien bei Snapshots erst dann, wenn eine Änderung an der Datei erkannt wird. Das spart deutlich Speicherplatz.

Rockstor einrichten

Die Installation des Basissystems von Rockstor ist in wenigen Minuten abgeschlossen. Danach erfolgt die Einrichtung durch das Aufrufen der grafischen Oberfläche. Die IP-Adresse wird im Konsolenfenster angezeigt, die Verbindung erfolgt SSL-verschlüsselt. Allerdings verwendet Rockstor ein selbstsigniertes Zertifikat. Daher erscheint eine Warnmeldung im Browser, wenn Administratoren das Fenster aufrufen. In der Weboberfläche kann ein eigenes Zertifikat installiert werden. Das ist nicht unbedingt notwendig, aber sinnvoll, um die Fehlermeldung in Zukunft zu vermeiden und die Absicherung der Anbindung sicherzustellen.

Im ersten Schritt werden der Name des Hosts sowie ein Benutzer festgelegt, mit dem Rockstor verwaltet werden soll. Nach der ersten Einrichtung kann die automatische Aktualisierung des Servers gewählt werden. Dazu müssen Unternehmen allerdings eine Subscription einrichten.

Die weitere Verwaltung erfolgt ebenfalls über die Weboberfläche. Hier lassen sich die Dienste einstellen, die auf dem Server gestartet sein sollen. Dazu gehören zum Beispiel die Freigabe von Daten mit NFS oder AFP sowie die Anbindung an Active Directory. Diese Einstellungen stehen über das Menü auf der linken Seite zur Verfügung.

Die Benutzer, die auf Rockstor zugreifen sollen, werden über Identity\Users und die Gruppen über Groups gesteuert. Den Gruppen und Benutzer können Berechtigungen zugewiesen werden, mit denen die Anwender auf die Freigaben zugreifen können, die in Rockstor angelegt werden.

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Speicher und Freigaben verwalten

Im oberen Bereich der Weboberfläche stehen weitere Menüpunkte zur Verfügung. Hierüber wird mit Storage die Anbindung der Festplatten verwaltet; es werden die Speicherpools verwaltet und auch die Freigaben gesteuert, auf die Anwender zugreifen können. Die Menüpunkte zum steuern der Freigaben und Festplatten sind auch über die linke Seite zugreifbar. Mit Pools werden mehrere physische Festplatten zusammengefasst. Das ermöglicht eine flexiblere Aufteilung der Freigaben.

Über den Menüpunkt Storage\Shares lassen sich mit Create Share neue Freigaben erstellen. Im Fenster kann ausgewählt werden, in welchem Pool die Freigabe erstellt werden soll und wie groß die Datenmenge des Shares maximal werden soll.

Rock-ons – Erweiterungen installieren, ownCloud und Co. anbinden

Neben der einfachen Integration von Freigaben im Netzwerk ermöglicht Rockstor auch die Erweiterung des Systems. Es lassen sich auf diesem Weg noch private Clouds aufbauen, zum Beispiel mit ownCloud. Die Erweiterungen werden als Rock-ons bezeichnet und stehen über den gleichnamigen Menüpunkt zur Verfügung. Über das Aufrufen dieses Menüpunkts und die Auswahl der Registerkarte All werden alle Rock-ons angezeigt, die in Rockstor integriert werden.

In den meisten Fällen werden die Rock-ons nicht einfach als Erweiterung im System installiert, sondern über Docker-Container in Rockstor eingebunden.

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