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Forscher arbeiten an leistungsfähigerem Funkstandard für die "Fabrik der Zukunft" Neues industrielles Funksystem soll die Datenübertragung beschleunigen

| Autor / Redakteur: Hendrik Härter / Diplom-Betriebswirtin Tina Billo

Kabelgebundene Systeme schränken zu sehr ein und ein kabelloser Funkstandard wie WLAN, Bluetooth oder ZigBee erreicht nicht die künftig notwendigen Übertragungsraten und Reaktionszeiten. Ein neuer Funkstandard muss her.

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Neuer Funkstandard für die Industrie: Die Professoren Uwe Meier (links) und Jürgen Jasperneite vom inIT gehen mit Zuversicht in die neue Entwicklung.
Neuer Funkstandard für die Industrie: Die Professoren Uwe Meier (links) und Jürgen Jasperneite vom inIT gehen mit Zuversicht in die neue Entwicklung.
(Bild: CIIT)

Was soll künftig eine Fabrik leisten? Sie soll flexibel, ressourcenschonend, den Menschen entlastend und intuitiv bedienbar sein. Um das zu realisieren, daran arbeiten Forschungsinstitute und Industrieunternehmen gemeinsam im Forschungs- und Entwicklungszentrum Centrum Industrial IT (CIIT) in Lemgo.

Am dortigen Forschungsinstitut inIT werden durch die Verknüpfung von Digitaler- und Automatisierungs-Welt neue Techniken und Methoden für die Produktion von morgen entwickelt. Geht es nach den Forschern, werden Produktionssysteme intelligenter und wandlungsfähiger.

Mit Maschinen und Anlagen, die sich selbst steuern, mit Werkstücken, die über das Band laufen und selbst bestimmen, wohin sie transportiert und weiterverarbeitet werden wollen. Eine flexible Produktion, deren Maschinen und Anlagen sich an unterschiedlichste Bedingungen anpassen und Massenproduktion durch individuelle Einzelfertigung abgelöst werden kann.

Allerdings nimmt auch die Komplexität der Industrieanlagen stetig zu. Für Professor Jürgen Jasperneite, Institutsleiter am inIT, ist deshalb klar, dass „echte Innovationen in der Vernetzung von Industrieanlagen notwendig“ sind. Bestehende Lösungen können den Anforderungen der intelligenten Fabrik nicht mehr entsprechen. Kabelgebundene Installationen bedeuten Einschränkungen hinsichtlich der Flexibilität, aber keine der bestehenden drahtlosen Funklösungen, wie WiFi, Bluetooth oder ZigBee, kann die dafür erforderlichen Übertragungsraten und Reaktionszeiten erreichen.

„Benötigt wird ein Funksystem mit einem aufeinander abgestimmtem, durchgängigen Design der Kommunikationsschichten“, ergänzt Professor Uwe Meier, Vorstandskollege von Jasperneite am inIT und Projektverantwortlicher.

Unterstützung vom Forschungsministerium

An diesem Punkt setzt das Projekt HiFlecs des inIT an. HiFlecs steht für hochperformante, sichere Funktechnologien und deren Systemintegration in zukünftige industrielle Closed-Loop-Automatisierungstechniken. Ziel ist es, die bisher verwendeten Funktechnologien zu ersetzen. Generell soll die Effizienz und Flexibilität von Steuerungen und Regelungsprozessen gesteigert werden.

Wenn das gelingt, ist ein neues industrielles Funksystem entstanden, das weit über den heutigen Stand der Technik hinaus geht sowie neue Funktionalitäten und Eigenschaften in der Funkkommunikation bietet. Da es sich hier um keine Weiterentwicklung eines bestehenden Systems handelt, sondern ein komplett neuer Standard geschaffen werden soll, wird das Projekt mit gut einer halben Million Euro vom BMBF gefördert. Das Vertrauen und die damit verbundene Erwartungshaltung in die Forscher ist groß. In Zusammenarbeit mit einem schlagkräftigen Konsortium aus Forschungsinstituten und Industrieunternehmen soll das Vorhaben gemeinsam realisiert werden.

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