Der MAC strebt im nächsten Jahr die 10 GBit Schallgrenze an

Noch kämpft Apple mit der Extrawurst Thunderbolt

05.10.2011 | Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Rainer Graefen

Alle aktuellen Macintosh-Modelle, aber auch dieses Thunderbolt-Display unterstützen die neue I/O-Technologie.
Alle aktuellen Macintosh-Modelle, aber auch dieses Thunderbolt-Display unterstützen die neue I/O-Technologie.

Trotz „highest speed“ gibt es kaum Aufregung um Apples Schnittstelle Thunderbolt für den Macintosh. Vor allem die Hersteller von Peripherie-Geräten halten sich zurück. Aber nur ihr Engagement wird über den Erfolg von Thunderbolt entscheiden.

Im Februar dieses Jahres stattete Apple den ersten Macintosh, das MacBook Pro, mit einer neuen Highspeed-Schnittstelle aus Thunderbolt. Diese I/O-Technologie war gemeinsam von Intel und Apple entwickelt worden und ermöglicht eine 20-mal schnellere Datenübertragung als USB 2.0 und selbst im Vergleich zu FireWire 800 wird noch Faktor 12 erreicht.

Inzwischen sind alle aktuellen Macintosh-Modelle mit der etwas futuristisch wirkenden Schnittstelle ausgestattet, der 27-Zoll iMac erhielt sogar zwei Interfaces.

Bald auch mit Licht

Thunderbolt arbeitet mit zwei bidirektionalen Kanälen zur Datenübertragung bis jeweils 10 Gbit pro Sekunde (Gbps). Die Schnittstelle verlängert auch PCI Express (PCIe) an externe Speicher und RAID Arrays, zudem werden DisplayPort für hochauflösende Displays und Adapter für HDMI-, DVI- und VGA-Displays unterstützt.

Thunderbolt sollte wegen der ursprünglich geplanten Übertragung über Lichtwellenleiter zunächst “Light Peak” heißen. Aus Kostengründen entschieden sich Intel und Apple zunächst für Kupferkabel als physikalisches Medium. Im kommenden Jahr, so ist zu erwarten, wird die Umstellung auf optische Kabel dennoch realisiert.

Mit Lichtwellenleitern könnten sogar noch mehr als die aktuellen 10 Gbit pro Sekunde übertragen werden, und das über größere Entfernungen. Während sich die Daten mit Thunderbolt-Kuperkabeln bis zu sechs Meter transportieren lasse, eignen sich Lichtwellenleiter für deutlich längere Strecken mit konstanter Geschwindigkeit. Die zunächst für den Einsatz von Kupferkabel vorbereiteten Macs sollen ab 2012 aber auch mit „Thunderbolt 1.5“ arbeiten.

Der Lion client unterstützt XSAN

Thunderbolt erhält auch beträchtliche Unterstützung durch das Betriebssystem Mac OS X Lion, das Mitte 2011 auf den Markt geschickt wurde. So ist auch XSAN in den Lion Client integriert. Die Software enthält einen “Metadata Controller” (MDC), der die Schreib- und Leserechte der Clients erkennt und den Datenzugriff im SAN über Fibre Channel regelt.

Ein Lion Server Add-On aus dem App Store von Apple verwandelt einen Client-Rechner in einen vollwertigen Server, mit dem alle Services und auch XSAN administriert werden können. Ein Anwendungs-Szenario: Ein iMac, konfiguriert als Lion Server mit XSAN und Thunderbolt als I/O-Technologie, lässt sich als MDC verwenden.

Vernetzt man ein Thunderbolt-RAID und vier weitere Client-Rechnern mit Thunderbolt-Schnittstelle entsteht eine kostengünstige Highspeed-Umgebung mit vier Arbeitsplätzen. Dafür, MDC, Fibre Channel Switch und XSAN-Lizenzgebühren, hätte man vor kurzem noch ein Vielfaches bezahlen müssen.

Boxenstopp noch nicht beendet

So richtig erfolgreich kann Thunderbolt aber nur werden, sobald weitere Hersteller neue Produkte mit der Thunderbolt-Schnittstelle ausliefern, darunter Storage-Komponenten, Video-Lösungen oder SAN-Produkte. Ziel müsste sein, dass auch private Anwender sich diese Geräte leisten können, um die kritische Masse zu erreichen.

Bislang sind Thunderbolt-Peripherieprodukte nur vereinzelt auf dem Markt zu finden, obwohl Apple in den letzten Quartalen jeweils um die vier Millionen Macs verkaufen konnte. Auf einer Apple-Veranstaltung in München präsentierten sich mehrere Hardware-Hersteller, darunter Tandberg Data, Promise und Sonnet mit Thunderbolt-fähigen Storage-Produkten.

So ließ sich eine Tandberg T40 Library über das Promise SANlink direkt an ein MacBook Pro anschließen. Als Software-Anbieter zeigte sich Archiware gut aufgestellt für die superschnelle Datenübertragung zum Backup in der Produktionsumgebung von Medienbetrieben.

Sogar Apple selbst ließ sich mit den eigenen Thunderbolt-Produkten etwas Zeit: Das zwei Meter lange Thunderbolt-Kabel konnte über Monate hinweg nicht geliefert werden, die Gründe waren in der Produktion und der Qualität der Komponenten zu suchen. Ab sofort ist das Kabel jedoch für 49 Euro im Apple Store erhältlich, ebenso das neue Thunderbolt-Display, ein Flachbildschirm mit 27 Zoll und einem Preis unter 1.000 Euro.

 

Der Mac ist kein Auslaufmodell

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