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Chapter 11: Umbau- und Sanierungspläne bisher ohne Erfolg Nortel Networks stellt Insolvenzantrag

Autor / Redakteur: Harry Jacob / Ulrike Ostler

Der kanadische Netzwerkausrüster Nortel Networks hat in den USA Insolvenz angemeldet und Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Auch in Kanada und in europäischen Länder würden Insolvenzanträge gestellt, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

Nortel befindet sich vor dem Untergang
Nortel befindet sich vor dem Untergang
( Archiv: Vogel Business Media )

Noch im Dezember hatte das Unternehmen dementiert, dass eine Insolvenz bevorstehen würde. Die großen Kredite würden erst 2011 fällig, man habe nur vorsorglich Berater engagiert, so die Aussage der Unternehmenssprecherin.

Nortel arbeite jetzt hart daran, den am 10. November vorgelegten Restrukturierungsplan umzusetzen, de die Kosten um 400 Millionen Dollar pro Jahr senken werde. Die nächsten 12 bis 18 Monate sollte die Liquidität gesichert sein, hatte zudem die Rating-Agentur Standard & Poor‘s bescheinigt.

Am Mittwoch nun kündigte das Unternehmen an, in den USA, in Kanada sowie in Europa Insolvenzanträge zu stellen. „Nach Abwägung aller Alternativen und im Licht der ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, so die Mitteilung des Unternehmens, glaube man dass dieser Schritt den langfristigen Interessen des Unternehmens und der Eigner am ehesten dient.

Finanzieller Aufschub

Durch den Gläubigerschutz in den USA muss das Unternehmen dort derzeit keine Kredite bedienen. Nortel hofft, auf diese Weise die Mittel zusammenhalten zu können, um sowohl das operative Geschäft aufrecht zu erhalten, als auch den in Angriff genommenen Umbau vorantreiben und zum Abschluss bringen zu können.

Nortel will sich vom Netzwerkausrüster zum Service- und Software-Anbieter wandeln. Doch bisher sind die Restrukturierung nicht wie geplant vorangekommen. So hatte der Netzwerkriese versucht, seine Sparte Metro Ethernet Networks (MEN) zu versilbern, doch ohne Erfolg.

Laut Insolvenzantrag drückt Nortel derzeit eine Schuldenlast von 3,8 Milliarden Dollar. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Mitarbeiter von über 90.000 auf rund 32.000 reduziert worden. Nach einer Gewinnwarnung stürzte Mitte September 2008 der Aktienkurs um über 40 Prozent ab, inzwischen ist er bei nur noch sieben Cent angelangt.

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