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Datenvirtualisierung Nur wer Daten richtig nutzt, kann aus diesen Mehrwert ziehen

| Autor / Redakteur: Wolfgang Kelz / Nico Litzel

Galten im Wettbewerb früher Produktionskapazität und Finanzkapital als Messlatte, so spielt die Musik heute im Bereich des Informationsmanagements. Denn Daten zählen inzwischen zweifellos zu den wertvollsten Wirtschaftsgütern jedes Unternehmen und sind für den geschäftlichen Erfolg von zentraler Bedeutung. Dieser ist denjenigen beschieden, die Informationen bestmöglich für sich einzusetzen wissen. Dafür müssen jedoch einige technische Herausforderungen gemeistert werden.

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Der Autor: Wolfgang Kelz ist VP Solution Consulting EMEA bei Tibco Software
Der Autor: Wolfgang Kelz ist VP Solution Consulting EMEA bei Tibco Software
(Bild: Tibco Software)

Daten sind über viele Anwendungen hinweg verteilt, die hinsichtlich der Vorhaltung einen monolithischen Ansatz verfolgen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Informationsquellen, die für unterschiedlichste Zwecke verwendet werden. Daten sind über unterschiedliche Standorte und die Cloud verteilt, zusätzlich sorgen IoT-Projekte dafür, dass ihr Umfang exponentiell zunimmt.

Die traditionelle Datenintegration über Data Warehousing und/oder ETL ist zu starr, zu kostspielig und zu wenig änderungsfreundlich, um die neuen Anforderungen an Agilität und Geschwindigkeit zu unterstützen. Konkurrenzfähig kann nur bleiben, wer einen besseren Weg einschlägt. Das Stichwort hier heißt Datenvirtualisierung.

Entkoppelung der Daten von Anwendungen

Die Datenvirtualisierung bietet als Weiterentwicklung der Virtualisierung einen alternativen Ansatz, um den Zeitbedarf für die Umsetzung von Projekten im Bereich Informationsmanagement signifikant zu reduzieren und die Agilität zu erhöhen.

Datenvirtualisierung kann Informationen aus unterschiedlichen Quellen in einem oder mehr für den jeweiligen Anwendungsfall geeigneten virtuellen Datenmodell zur Verfügung stellen. Die Bereitstellung erfolgt über Datenbank-Protokolle (SQL, ODBC, JDBC, ADO.NET), Web-Services (HTTP, REST, SOAP, XML, JSON, OData) oder Messaging (JMS).

Dadurch können Daten aus unterschiedlichsten Quellen einfach und schnell für die Anwendungsentwicklung, Integration oder Analyse bereitgestellt werden. Sie werden für den performanten Zugriff gecached und lassen sich je nach Bedarf mit der ursprünglichen Quelle synchronisieren. Indem Kopien der Daten vermieden werden, lässt sich deren Qualität und Integrität verbessern. Durch ein zentrales Zugriffsmanagement erhalten nur berechtigte Mitarbeiter Zugang zu entsprechenden Informationen.

Nicht zuletzt wirken sich von der Infrastruktur entkoppelte Anwendungsdaten in erheblichem Maße positiv auf deren Geschwindigkeit aus. Eine geringere Belastung spiegelt sich zudem in reduzierten Aufwendungen für Bandbreite, Speicher und Lizenzen wider und sorgt so für spürbare Einsparungen bei den Infrastrukturkosten.

Agiler Integrationsansatz zahlt sich aus

Bei der enormen Menge an Daten, die Unternehmen heute verarbeiten können, ist es ausschlaggebend, wie sie mit diesen umgehen. Je besser die Daten genutzt werden, desto höher ist der Wert für das Unternehmen und das macht im Konkurrenzkampf oft den entscheidenden Unterschied.

Durch Datenvirtualisierung profitieren Unternehmen in mehrfacher Hinsicht:

  • Kostenreduktion: Daten werden aus mehreren Quellen abstrahiert und transparent zusammengeführt. Der Anwender profitiert dabei von einer einheitlichen und benutzerfreundlichen Sichtweise. Im Vergleich zu traditioneller Datenreplikation und zum konsolidierten Ansatz kann Datenvirtualisierung die Kosten um 50 bis 70 Prozent senken.
  • Verkürzung der Implementierungszeit: Ein traditionelles Enterprise Data Warehouse (EDW) ist für Unternehmen ein zeitaufwendiger Prozess. Um bessere Entscheidungen treffen zu können, brauchen Unternehmen in der Regel allerdings schneller einen vollständigen Überblick über ihre Daten. Mit einer Data Virtualization Suite reduziert sich die Implementierungszeit im Vergleich zum EDW deutlich. Zudem verfügt eine solche Suite über automatisierte Tools und eine einfache Benutzeroberfläche.
  • Datenzugriff in Echtzeit: Datenvirtualisierung erlaubt den unmittelbaren Zugriff auf unternehmenseigene Daten. Firmen gewinnen dadurch mehr Einblicke in ihr Unternehmen. Die benötigten Daten können dabei aus verschiedenen Echtzeitdatenquellen, wie Datenbanken, Webinhalten und anderen Anwendungsumgebungen stammen.
  • Geringe Systembelastung: Ohne Systemressourcen, Speicherplatz, Netzwerkverkehr und Datenmanagement-Overhead funktioniert ein herkömmliches Enterprise Data Warehouse nicht. All diese Elemente erhöhen neben den IT-Kosten allerdings auch die Systemlast erheblich. Datenvirtualisierung, innerhalb eines Business Intelligence-Systems verwendet, ermöglicht die Entwicklung einer einfacheren Architektur. Das bedeutet weniger Datenduplizierungen und damit auch eine vereinfachte -verwaltung.
  • Hohe Agilität: Durch den agilen Integrationsansatz, den Datenvirtualisierung bietet, erhalten Unternehmen tiefere Einblicke in ihre Daten. Die Technologie dahinter kann auf immer schnellere Analysen und intelligentere Geschäftsanforderungen ebenfalls schneller reagieren. Im Schnitt profitieren Unternehmen von einer fünf bis zehn mal schnelleren Lösungszeit als bei einer herkömmlichen Datenintegration.

Vorteile auf verschiedenen Ebenen

Die Vorteile, die ein Unternehmen aus der Datenvirtualisierung ziehen kann, sprechen für sich. Vor allem, wenn die Einsparung von 50 bis 75 Prozent gegenüber einer Datenreplikations- und Konsolidierungs-Lösung, den Einsatz einer Datenvirtualisierung-Lösung auch rechtfertigt.

Zudem liefert die Technologie genau die Informationen, die eine Firma braucht, um den Umsatz steigern und etwaige Kosten senken zu können. Ein weiterer Faktor ist die Risikoreduzierung. Einblicke in das Geschäftsgeschehen in Echtzeit helfen Unternehmen dabei Risiken zu managen und zu reduzieren. IT-Projekte können aufgrund der schnellen Entwicklung sowie der schnellen Iterationen von Datenvirtualisierung ebenfalls risikofreier abgewickelt werden.

Des Weiteren ist die Optimierung vorhandener technologischer Infrastrukturen durch Datenvirtualisierung ein unverzichtbares Element. Durch die Nutzung einer entsprechenden Lösung wird die Auslastung vorhandener Server- und Storage-Strukturen verbessert und Time-to-Solution Prozesse werden beschleunigt. Ein schnellerer Abschluss von Datenvirtualisierungsprojekten ist möglich, wodurch wiederum Geschäftsvorteile schneller genutzt werden können. Positiver Nebeneffekt dieser Agilität sind niedrigere Projektkosten.

Fazit

Datenvirtualisierung ist eine Möglichkeit, auf intelligente Weise auf Unternehmensdaten zuzugreifen, um aus diesen wichtige Einsichten zu gewinnen. Datenvirtualisierung ermöglicht den Zugriff auf unterschiedlichste, unternehmensweit genutzte Datenhaltungssysteme in Echtzeit. Damit ebnet sie Unternehmen den Weg, schnell auf Anforderungen und Veränderungen zu reagieren und sich dadurch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.

* Diesen Beitrag haben wir von unserem Schwesterportal BigData-Insider übernommen.

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