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Flexibel und kosteneffizient Open-Source-Lösungen im Datenmanagement

Ein Gastbeitrag von Ben Bromhead*

Die Verwaltung immer größerer Datenmengen stellt Unternehmen vor die Frage: proprietäre, Open-Core- oder Open-Source-Lösungen nutzen? Kosteneffizienz, Skalierbarkeit, Flexibilität, Sicherheit und vor allem die Unabhängigkeit sprechen dabei für die Open-Source-Alternative.

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Wie in anderen Bereichen lösen Unternehmen auch bei der Datenverwaltung vermehrt proprietäre Technologien durch Open-Source-Lösungen ab.
Wie in anderen Bereichen lösen Unternehmen auch bei der Datenverwaltung vermehrt proprietäre Technologien durch Open-Source-Lösungen ab.
(© © WrightStudio - stock.adobe.com)

Im Hinblick auf die explosionsartige Zunahme der zu verwaltenden Daten benötigen Unternehmen leistungsstarke Data-Layer-Technologien. Dabei müssen sie die Entscheidung treffen, ob sie proprietäre oder Open-Source-Software einsetzen wollen.

Erschwerend kommt hinzu, dass es auch Open-Core-Lösungen gibt, die zwar den Anschein von Open Source erwecken, in Wirklichkeit aber proprietäre Anwendungen sind, die auf Open-Source-Code basieren. Die Technologieauswahl von Unternehmen in diesem Punkt hat weitreichende Folgen für die langfristige Architekturausrichtung, das Datenmanagement, das benötigte Mitarbeiter-Know-how und das Budget.

Proprietäre Lösungen versprechen Stabilität und ein einheitliches, vollständig integriertes Management. Zudem weisen sie oft Leistungsmerkmale auf, für die es auf den ersten Blick keine Alternativen gibt. Proprietäre Software ist allerdings oft unflexibel und kostspielig und führt außerdem immer zu einem Vendor-Lock-in.

Das eng mit Open Source verwandte Open-Core-Modell basiert auf quelloffenen Technologien, zu denen Unternehmen proprietäre Funktionen hinzufügen. Daraus erstellen sie dann eine kommerzielle Version der Software, die sie kontrollieren. Für Anwender entsteht dadurch ebenfalls eine Abhängigkeit.

Open Source ist im Unterschied zu proprietären Anwendungen prinzipiell frei und offen. Die Vorteile liegen in den Bereichen Kosten, Flexibilität, Skalierbarkeit, Transparenz und Sicherheit. Außerdem besteht für den Nutzer eine maximale Freiheit bei der Technologieauswahl.

Open Source als die beste Wahl

Bei der Abwägung der jeweiligen Vor- und Nachteile spricht somit viel für die reine Open-Source-Variante. Und es ist auch bereits ein zunehmender Trend erkennbar, dass Unternehmen proprietäre Technologien durch Open Source ablösen. Sie wollen damit nicht nur die Kosten reduzieren, die Flexibilität maximieren und die Abhängigkeit verringern, sondern auch von den dynamischen und innovativen Entwicklungen der Open-Source-Communities profitieren.

Gerade für Entwickler haben echte Open-Source-Lösungen an Attraktivität gewonnen. So zeigen Umfragen, dass etwa Redis oder PostgreSQL zu den beliebtesten Datenbanken zählen. Proprietäre Datenbanken wie IBM Db2 und Oracle hingegen verlieren an Bedeutung.

Wenn ein Unternehmen derzeit eine proprietäre Data-Layer-Lösung verwendet, sollte es also über einen Wechsel zu echtem Open Source nachdenken. Dabei ist in einem ersten Schritt zu überprüfen, inwieweit Open-Source-Alternativen zu den proprietären Funktionen existieren, die benötigt werden. Es zeigt sich schnell, dass solche Optionen in aller Regel vorhanden sind. So werden etwa vielfach proprietäre Lösungen genutzt, um Topics zwischen Clustern zu replizieren.

Die Open-Source-Alternative dazu ist Apache Kafka MirrorMaker 2, mit dem Unternehmen ebenfalls Cluster spiegeln können, wobei verschiedene Cluster-Topologien unterstützt werden. Etliche Unternehmen setzen auch proprietäre Anwendungen zum Indizieren, Suchen und Analysieren ihrer Daten ein. Hierfür gibt es zahlreiche Open-Source-Alternativen wie SASI-Indizes für Apache Cassandra, Apache Lucene Index für Apache Cassandra oder OpenSearch.

Diese drei Beispiele zeigen, wie mit Open-Source-Technologien proprietäre Funktionen einfach zu ersetzen sind. Für Nischenanwendungen, für die keine Open-Source-Lösung zur Verfügung steht, ist es oft nicht allzu schwierig, die benötigten Funktionen selbst oder mit externer Unterstützung zu entwickeln. Eine solche Vorgehensweise ist mittel- und langfristig gesehen immer noch sehr kosteneffizient, da keine Lizenzgebühren anfallen.

Vor der Durchführung einer Migration von einer proprietären zu einer Open-Source-Lösung empfiehlt es sich, einen detaillierten Migrationsplan zu erstellen. Wichtige Bestandteile sind dabei eine Feature-Gap-Analyse und ein Health-Check. In der Gap-Analyse wird ermittelt, ob es in Bezug auf die Funktionalität der zukünftig eingesetzten Software noch Lücken gibt, die mittels Open-Source-Alternativen geschlossen werden müssen.

Im Health-Check wird die aktuelle IT-Infrastruktur überprüft und bewertet – etwa im Hinblick auf Konfigurationen und Prozesse, das Datenmodell oder das Monitoring. Auf dieser Basis kann ein Unternehmen dann auch Optimierungsmöglichkeiten bestimmen und die Anforderungen an eine neue Lösung spezifizieren.

Bei der eigentlichen Migration sind dann verschiedene Vorgehensweisen denkbar: vom kontinuierlichen Migrieren einzelner Knoten in einen Cluster bis hin zum Erstellen eines neuen gespiegelten Clusters. Die Entscheidung für ein konkretes Migrationsmodell muss ein Unternehmen individuell treffen – eine externe Unterstützung durch Experten kann dabei sehr hilfreich sein.

Managed-Platform-Ansatz bietet Flexibilität und Sicherheit

Sofern ein Unternehmen unschlüssig ist, ob mit den vorhandenen Ressourcen und Mitarbeitern die Umstellung auf Open Source gelingt, kann es auf externe Unterstützung zurückgreifen. So können zum Beispiel Experten hinzugezogen werden, die das eigene Team schulen, sodass es den Migrationsprozess und das Management der gewählten Technologie sicher bewältigen kann.

Ebenso ist es möglich, externe IT-Dienstleister oder Consultants zu beauftragen, die die Migration durchführen. Darüber hinaus kann ein Unternehmen aber auch die Services eines Managed-Platform-Anbieters für Open-Source-Technologien nutzen. Damit werden die eigenen Mitarbeiter von Tätigkeiten rund um die Datenbankverwaltung entlastet, sodass sie sich stärker auf produktivere und innovativere Aufgaben fokussieren können.

Hohe Skalierbarkeit und Flexibilität sprechen ebenfalls für Managed Platforms. So können Unternehmen ihre IT-Infrastruktur vollständig in der Cloud, in hybriden oder Multi-Cloud-Umgebungen betreiben. Wer Sicherheitsbedenken hat, kann eine Managed Platform auch On-Premises nutzen. Prinzipiell ist beim Thema Sicherheit allerdings zu berücksichtigen, dass bei Managed Platforms die Kontrolle über den Data Layer immer und zu jeder Zeit beim Unternehmen und nicht beim Anbieter der Dienstleistung verbleibt.

Vertraut ein Unternehmen derzeit auf eine proprietäre Lösung, zögert es vielleicht, den Sprung zu Open Source zu wagen. Gründe können die Unwägbarkeiten hinsichtlich der Schwierigkeit der Migration, des Technologie-Know-hows des eigenen Teams oder des Verlusts proprietärer Funktionen sein.

Ben Bromhead
Ben Bromhead
(© www.adrienvillez.com)

Mit der richtigen Planung und Strategie ist der Wechsel zu Open Source allerdings kein Hexenwerk. Und die Vorteile für Unternehmen sind überzeugend: Sie erhalten kostengünstigere, performante Lösungen, die Teil eines umfassenden Ökosystems sind, das sich zusammen mit ihrem eigenen Application-Stack kontinuierlich weiterentwickelt.

*Der Autor: Ben Bromhead ist CTO bei Instaclustr.

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