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Megafusion schafft IT-Riesen Oracle kauft Sun für 7,4 Milliarden US-Dollar

| Redakteur: Philipp Ilsemann

Der Software-Riese Oracle will für rund 7,4 Milliarden US-Dollar Hersteller Sun Microsystems übernehmen. Mit der Megafusion ist Oracle auf dem besten Weg zum IT-Vollsortimenter. IBM ließ kürzlich die Fusion mit Sun scheitern. Jetzt sieht sich der IT-Konzern einem mindestens ebenbürtigen Kontrahenten gegenüber.

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Oracle-CEO Larry Ellison freut sich über die Übernahme von Sun Microsystems.
Oracle-CEO Larry Ellison freut sich über die Übernahme von Sun Microsystems.
( Archiv: Vogel Business Media )

Oracle will Sun Microsystems übernehmen. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, hat der Sun-Verwaltungsrat ein Angebot über 9,5 US-Dollar je Aktie einstimmig angenommen. Der Gesamtwert der Transaktion beträgt demnach rund 7,4 Milliarden US-Dollar.

Oracle befindet sich damit auf dem besten Weg, sein Ziel zu erreichen, IT-Vollsortimenter zu werden. „Oracle wird die einzige Firma sein, die ein integriertes System von der Anwendung bis zur Festplatte zusammenstellen kann, in dem alle Teile zueinander passen”, freut sich CEO Larry Ellison über den Einkauf. Unter anderem plant Oracle, seine Datenbanken künftig besser an das Betriebssystem Sun Solaris anzupassen.

Oracle hat mit der Übernahme IBM ausgestochen. Noch Ende der vergangenen Woche hatte IBM laut Medienberichten letztmalig mit Sun über eine mögliche Akquisition gesprochen. Nachdem zunächst Sun ein IBM-Angebot in Höhe von 9,4 US-Dollar je Aktie als zu niedrig abgewiesen haben soll, war es zuletzt Big Blue, das den Deal platzen ließ. Vor allem kartellrechtliche Bedenken sollen angeblich zur finalen Absage geführt haben.

Sun soll profitabel werden

Nun ist Oracle Nutznießer des gescheiterten Geschäfts. Der Konzern erwartet, dass Sun im ersten Jahr nach der Übernahme schon 1,5 Milliarden US-Dollar Gewinn einspielt. Im zweiten Jahr sollen es sogar zwei Milliarden Dollar werden. Damit wäre die Akquisition laut Oracle-President Safra Catz im ersten Jahr profitabler als die Zukäufe von Bea, Peoplesoft und Siebel zusammengerechnet. Dazu müsste jedoch viel eingespart werden. Denn im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres fuhr Sun einen Nettoverlust von 1,9 Milliarden US-Dollar ein.

Die Übernahme soll im Sommer abgeschlossen werden. Neben den Wettbewerbsbehörden müssen auch noch die Sun-Aktionäre der Fusion zustimmen.

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