Patientenbeauftragte fordert mehr Datenschutz ein

„Patienten müssen sich auf den Schutz ihrer Daten verlassen können“

| Redakteur: Julia Mutzbauer

Laut der Patientenbeauftragten Prof. Dr. Claudia Schmidtke kommt es bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen auf das Vertrauen der Patienten an
Laut der Patientenbeauftragten Prof. Dr. Claudia Schmidtke kommt es bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen auf das Vertrauen der Patienten an (© maxsim - stock.adobe.com)

Auf Grund der aktuellen Berichterstattung über ungeschützt aufrufbare digitale Patientendaten fordert die Patientenbeauftragte der Bundesregierung Prof. Dr. Claudia Schmidtke, dass sich die Akteure des Gesundheitswesens stärker für das Thema Datensicherheit einsetzen. Patienten sollen sich auf den Schutz ihrer Daten verlassen können.

Prof. Dr. Claudia Schmidtke kritisiert: „Ausgerechnet am ersten weltweiten Tag der Patientensicherheit wird bekannt, dass millionenfach sensible visuelle Patientendaten öffentlich zugänglich waren. Offenbar haben Krankenhäuser und Arztpraxen minimale Standards bei der Absicherung ihrer Daten nicht eingehalten. Das darf nicht sein! Gesundheitsdaten sind hochsensible Informationen. Die Patientinnen und Patienten haben ein Recht darauf, dass ihre Daten bestmöglich vor einem unrechtmäßigen Zugriff Fremder geschützt werden.“

Hinzufügen muss man allerdings, dass in Deutschland „nur“ etwas über 13.000 Datensätze von Patienten betroffen waren.

Angesichts dieser Zahlen ist Schmidtke der Meinung, dass einheitliche Datenschutzstandards, verschärfte Haftungsregelungen und die Berücksichtigung von Patientenrechten bei der Digitalisierung von Versorgungsleistungen stärker eingefordert werden müssten. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens biete enorme Potenziale, um beispielsweise durch neue Erkenntnisse über Krankheiten oder individualisierte Behandlungsoptionen die Patientenversorgung zu verbessern.

Die Digitalisierung sei daher eine dringliche Aufgabe, die jedoch ohne das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in die Sicherheit der digitalen Angebote nicht gelingen wird. Die Digitalisierung müsse eine stabile Grundlage haben. Dazu seien Patientenrechte und die Sicherheit digitaler Patientendaten unverzichtbare Bausteine.

„Der Patient ist Herr über seine Daten. Er oder sie allein entscheidet, wer die Daten einsehen oder nutzen darf. Es muss sichergestellt werden, dass die digitalen Patienteninformationen nicht gestohlen oder missbräuchlich verwendet werden könnten“, so Schmidkte. Die Patientenbeauftragte sagte weiter: „Ohne das Vertrauen der Patientinnen und Patienten in das digitalisierte Gesundheitswesen wird es keine Digitalisierung geben. Wer wie ich die immensen Vorteile der Digitalisierung für unser Gesundheitssystem nutzen möchte, muss dies im Blick haben.“

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