Kommentar von Christal Bemont, Talend Plädoyer für universelle Standards in puncto Data Health

Autor / Redakteur: Christal Bemont* / Nico Litzel

Unternehmen aller Branchen sind heute komplett abhängig von ihren Daten. Jedes Unternehmen ist jetzt im Datengeschäft. Schon vor COVID hatten viele Unternehmen diese Reise begonnen, und als wir uns mit der weltweiten Pandemie konfrontiert sahen, wurde die Notwendigkeit, datengetrieben zu arbeiten, umso dringender.

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Die Autorin: Christal Bemont ist CEO von Talend.
Die Autorin: Christal Bemont ist CEO von Talend.
(Bild: Talend)

Aber auch wenn Unternehmen wissen, wie wichtig Daten sind, gelingt es ihnen noch längst nicht, sie erfolgreich zu nutzen. In Umfragen geben fast 70 Prozent der Unternehmen an, dass sie noch keine datengetriebene Organisation aufgebaut hätten. Mehr als die Hälfte betrachten Daten noch nicht als Kapital des Unternehmens. Warum stellt sie das vor so große Herausforderungen?

Jahrzehntelang konzentrierte man sich bei der Verwaltung und Nutzung von Daten für Analysen auf den Mechanismus des Prozesses: Daten erfassen, bereinigen, speichern und katalogisieren. Wie sich herausstellte, war das der falsche Ansatz. Immer mehr Unternehmen erkennen endlich, dass dieser Patchwork-Ansatz nicht funktioniert. Es genügt nicht, Daten einfach nur effizienter zu erfassen, zu verschieben und aufzubereiten.

Das Datenmanagement konzentriert sich auf die falschen Aspekte

Der Markt für Datenmanagement, dessen Wert auf 130 Milliarden US-Dollar geschätzt wird, hat in letzter Zeit richtig viel Interesse auf sich gezogen – und das zu Recht. Datenmanagementlösungen haben sich als äußerst effektiv erwiesen, wenn es darum ging, immer größere Mengen an Daten zu verschieben und zu speichern. Aber wenn Daten ohne weitere Überlegungen verschoben und gespeichert werden, werden die Lösungen zu einer digitalen Deponie von Unternehmensinformationen.

Viele Unternehmen haben immer noch keinen Überblick darüber, welche Daten sie haben, wo diese gespeichert sind und wer sie nutzt. Darüber hinaus haben sie keinerlei Möglichkeit, zu evaluieren, wie solide die Daten sind. Daten regieren die Welt, und doch sind sie eines der Dinge, die wir am wenigsten verstehen.

Datenmanagement muss ein aktives, zielgerichtetes System sein, das Unternehmen hilft, ihre Daten besser zu verstehen. Ihre Datenmanagementlösungen sollten die Informationen liefern, die helfen, Unternehmen smarter, agiler und effizienter zu machen – und gleichzeitig Risiken zu vermeiden.

Jedes Unternehmen kann das – das Zauberwort: Data Health

Data Health ist Talends Vision eines ganzheitlichen Systems, bestehend aus präventiven Maßnahmen, wirksamen Behandlungsmethoden und einer unterstützenden Kultur. Dieses System zielt darauf ab, Unternehmensdaten aktiv zu verwalten.

  • Präventive Maßnahmen – präventives Erkennen und Beheben von Herausforderungen im Zusammenhang mit Daten,
  • wirksame Behandlungsmethoden – zur systematischen Verbesserung der Zuverlässigkeit von Daten und Senkung von Risiken,
  • förderliche Kultur – Etablieren einer Unternehmensdisziplin rund um die Datenpflege.

Um alle diese Schwerpunktbereiche im Blick zu behalten, bedarf es eines umfassenden Systems aus proaktivem Monitoring und Reporting. Aus welchen Technologien und kulturellen Gewohnheiten sich dieses System zusammensetzt, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Die angewandten Standards jedoch werden universell gelten.

In Zukunft sollen Data-Health-Lösungen dabei helfen, unterschiedliche universelle Metriken zu entwickeln, die darauf abzielen, Unternehmensdaten zu bewerten und sie als wesentlichen Indikator für die Gesamtstärke eines Unternehmens zu etablieren.

Eine Vision für eine bessere Zukunft

Wir glauben, dass wir uns in nicht allzu ferner Zukunft rückblickend fragen werden, wie wir in der Wirtschaft oder als Gesellschaft im weiteren Sinne funktionieren konnten, ohne die Zuverlässigkeit, das Risiko und die Rendite eines für unseren Erfolg so wichtigen Vermögenswerts messen zu können.

Im Jahr 2019 startete Vyaire Medical, ein weltweit agierender Anbieter von Beatmungstechnologie, seine digitale Transformation. Die Dateninfrastruktur des Unternehmens war ein Flickenteppich aus Einzellösungen. Die Strukturen waren ineffizient. Es gab allein zwölf Unternehmensplanungssysteme. Das bedeutete, dass die Mitarbeiter Daten aus unzähligen Quellen erfassen mussten. Je nach Quelle erhielten die Entscheidungsträger oft widersprüchliche Daten. „Es gab von A bis Z so viele Designelemente, die nie für die Zahlen ausgelegt waren, auf die wir skalieren mussten“, so Ed Rybicki, Global Chief Information Officer von Vyaire. „Also mussten wir das Ganze wirklich komplett überdenken.“

Das bedeutete, dass sie einige wichtige Entscheidungen in puncto Infrastruktur treffen mussten – nämlich auf eine Cloud-Infrastruktur umzusteigen, statt On-Prem zu bleiben, ein zentrales Daten-Repository aufzubauen, auf das jeder im Unternehmen zugreifen kann, und Datenqualitätsstandards einzuführen, um sicherzustellen, dass die Daten im unternehmensweiten Data Lake sauber, präzise und in Echtzeit verfügbar sind. Kurz gesagt: Jeder, der die Daten für Analysen und Geschäftsentscheidungen benötigt, soll auch darauf zugreifen können.

Als 2020 die Coronavirus-Pandemie ausbrach, war die Nachfrage nach Beatmungsgeräten höher denn je. „Wir mussten einen hochgradig individuellen Produktionsprozess für diese Serie von Beatmungsgeräten nachbilden“, erklärte Rybicki. „Im Vergleich zu vorher haben wir unsere Produktion wahrscheinlich um das 20-Fache hochgefahren – und das alles in sechs oder sieben Monaten. Wir waren in der Lage, diese alten Systeme zu skalieren – und so zu helfen, Leben zu retten.“

Da Vyaire gezielt in die Gesundheit seiner Daten investiert hat, hatte das Unternehmen einen vollständigen Überblick über seinen gesamten Geschäftsbetrieb – von der Werkshalle bis zum Sitzungsraum. So war es dem Moment gewachsen.

Niemand sollte Entscheidungen jemals auf der Grundlage von Informationen treffen müssen, die er nicht finden, sehen oder verstehen kann. Will man gute Praktiken rund um die Datengesundheit etablieren, besteht das oberste Ziel nicht nur darin, Vertrauen zu schaffen. Ziel ist es auch, einen transparenten Überblick über die eigenen Daten zu erhalten und somit eine echte Quantifizierung des Werts zu ermöglichen. Wir sind überzeugt, dass sich Unternehmen ein Leben ohne Data Health nicht mehr vorstellen können, sobald die Grundlagen dafür geschaffen sind.

*Die Autorin: Christal Bemont ist CEO von Talend.

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