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Kommentar von Johannes Bertele zum „rekordverdächtigen“ VNXe Speichersystem Portable „primitive functions“ bringen Wettbewerbsvorteile für Storage-Hersteller EMC

Redakteur: Rainer Graefen

Alle Speicherhersteller leiden an ihrer Merger&Acquisition-Politik. Nicht nur das Start-up ist zu integrieren, sondern auch das Speichersystem und vor allem das neuartige Speicherkonzept mit seinen diversen Funktionen. Storage-Aufkäufer EMC macht aus dieser Not eine Tugend.

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Johannes Bertele, Produktmanagement bei Orchestra
Johannes Bertele, Produktmanagement bei Orchestra
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Oktober 2010 fand der erste, streng geheime „EMC Product Preview Webcast für Velocity Distributoren“ statt. Die Einladung erfolgte über personalisierte Einladungen und es wurden diejenigen Personen zugelassen, die ein Non-Disclosure Agreement mit EMC unterzeichneten.

Voller Erwartung verfolgte ich am 13.10.2010 eine Präsentation über die neuen, angeblich bahnbrechenden Storagesysteme der EMC, die Anfang 2011 auf den Markt kommen sollten. Entry-level Speichersysteme – einfach, effizient, performant und erschwinglich – so lautete das Marketingversprechen.

Das dürfte jedem Storage-Experten sehr vertraut vorkommen, weil es jeder Hersteller über seine Speichersysteme sagt. Aber solche Aussagen werfen sofort die Frage auf: „Was ist daran bahnbrechend?“

Marketing läuft zur Hochform auf

Die EMC-Marketingmaschinerie lief unaufhaltsam weiter. Anfang Dezember fand in Amsterdam ein ganztägiges Produkttraining zu der neuen Serie statt – natürlich ebenso streng geheim.

Mit der Hoffnung im Gepäck, vielleicht doch eine Erklärung zu erhalten, trat ich trotzdem die Reise an und folgte gespannt den Vorstellungen der Produkt- und Vertriebsmanager. Die Detailausführungen der Technikspezialisten waren interessant und aufschlussreich. Doch auch hier erhielt man keine befriedigende Antwort.

Das Achselzucken verstärkt sich noch, als EMC einen „rekordverdächtigen“ Produktlaunch für den 18.01.2011 ankündigte. Ein weltweiter Event für ein Entry-level Storage-System namens VNXe für unter 10.000 US-Dollar?

Mein Unbehagen verstärkte sich weiter. Hängt EMC jetzt tätsächlich seine Zukunft an Einstiegssystem?, fragte ich mich. Wo ist der Weitblick, den ich EMC bislang immer zugute gehalten habe, die vor 25 Jahren das Konzept des „storage-centric“ erfunden hatten?

Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Am 18.1.2011 wurde dann endlich in London mein Unbehagen beseitigt. Das Einstiegssystem VNXe entpuppte sich als eine neuartige Sichtweise auf die Storage-Administration.

Die beiden VNXe-Varianten 3100 und 3300 sind in der Tat einfach, effizient, performant und erschwinglich. Sie bieten über NFS, CIFS und iSCSI sowohl den File- als auch den Block-basierenden Datenzugriff. Mit Hilfe zahlreicher Wizards sind beide Systeme äußerst einfach zu konfigurieren und auch im Fehlerfalle helfen intelligente Tools bei Fehlersuche und –behebung.

Die SAS-Schnittstelle mit 6 Gbit/s, die Unterstützung von Flash-Laufwerken und die verwendete Prozessortechnologie verhelfen dem System dazu, selbst gehobene Performanceanforderungen des SMB-Marktes erfüllen zu können. Optionale Softwaresuites runden das Angebot sinnvoll ab. Ein wenig beeindruckt war ich schon, dass es EMC gelungen war State-of-the-Art-Technik zu diesem Preis anzubieten. Aber bahnbrechend war das immer noch nicht.

weiter mit: Das ist bahnbrechend!

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