Womit sich Startups heute beschäftigen, Teil 10

Portworx bringt Storage und Container zusammen

| Autor / Redakteur: Hartmut Wiehr / Rainer Graefen

Im Unterschied zu dem komplexen Aufbau von virtuellen Maschinen, die auf einem Hypervisor aufsetzen, und intern ein Betriebssystem benötigen, geht der Container-Ansatz von minimalen Ressourcen aus.
Im Unterschied zu dem komplexen Aufbau von virtuellen Maschinen, die auf einem Hypervisor aufsetzen, und intern ein Betriebssystem benötigen, geht der Container-Ansatz von minimalen Ressourcen aus. (Bild: Portworx)

Auf einer Pressetour im Silicon Valley präsentierte CEO und Co-Founder Murli Thirumale vor kurzem sein junges Unternehmen Portworx. Gegründet 2014 in Redwood City, Kalifornien, wird sein Ansatz, software-defined Storage auf der Basis von Containern anzubieten, von den Analysten von 451 Research als "einzigartig" für die Speicherbranche bezeichnet.

Die drei Gründer, neben Thirumale sind dies Gou Rao und Eric Han, verfügen alle über langjährige Erfahrung in der IT-Industrie – sie arbeiteten in leitenden Funktionen u.a. für Dell, Ocarina, Citrix, HP, Nimble Storage, Google und Microsoft. Lead Investor ist die renommierte Venture-Capital-Firma Mayfield, außerdem hat sich Michael Dell beteiligt.

Portworx setzt der Legacy-Infrastruktur, wie sie von den etablierten Platzhirschen der Server- und Speicherindustrie einschließlich VMware und Red Hat verfolgt wird, eine "Thin Infrastructure" entgegen: Die unterste Ebene wird von x86-Standard-Servern gebildet, während darüber Portworx-Storage, ein minimales Betriebssystem, Container und eine Software-Schicht für Orchestrierung und Scheduling liegen.

Statt Thin provisioning Thin infrastructure

Portworx will die Container-Technologie als entscheidenden Baustein seines Infrastruktur-Konzepts benützen. Dazu verweist das Startup auf den schon bisher durchschlagenden Erfolg dieser Technologie: Die Container-Software von Docker habe bisher ein höheres Verkaufspotential gezeigt als jede andere neue Technologie, die seit 2010 eingeführt wurde, und viele große Unternehmen arbeiten bereits damit.

Auch Cloud-Anbieter wie Amazon AWS, Microsoft Azure und Google Cloud setzen auf Container und unterstützen seit Jahren entsprechende Open-Source-Initiativen. Im Unterschied zu dem komplexen Aufbau von virtuellen Maschinen, die auf einem Hypervisor aufsetzen, und intern ein Betriebssystem benötigen, um eine oder mehrere Applikationen aufzunehmen, geht der Container-Ansatz von minimalen Ressourcen aus: Sie brauchen keinen Hypervisor als Basis und auch keine eingebetteten Betriebssysteme.

Stattdessen sind sie über ein API (Application Programming Interface) mit einem außerhalb befindlichen Betriebssystem verbunden – in der Vergangenheit waren das meistens Unix und Linux.

Funktionale Container Software

Bestehende SAN- und NAS-Systeme sind laut Portworx-CEO Thirumale zu umständlich (und zu teuer), um für die primäre oder sekundäre Speicherung (für Online-Backup/Restore oder für längerfristige Backups und Archivierung) geeignet zu sein. IT-Administratoren sollen sich nicht mehr, so Thirumale, mit Fibre-Channel-Switches und mit deren Herstellerbesonderheiten abplagen müssen, sondern einfach auf Software-Ebene ihre Anwendungs- und Speicher-Container mit Clustern und Netzwerk verbinden.

Thirumale führt aus: "Wir knüpfen an zwei Entwicklungen an: zum einen an den heutigen Commodity-Servern mit hohen Kapazitäten und hyper-converged Ausstattung an Server und Storage, zum anderen an den service-orientierten Software-Angeboten à la Docker.

Wir bieten entweder On-premise oder für Cloud- und Hybrid-Umgebungen Speicher-Funktionen an, die für Container komplett in Software geschrieben sind und alle gewohnten Speicherleistungen wie zum Beispiel Snapshots, Replikation oder vorausschauendes Kapazitäts-Management umfassen."

Der Container Storage Pool

Die kostenlose PX-Developer-Software erlaubt es Devops-Anwendern, Storage-Kapazität über einen Container zur Verfügung zu stellen, wodurch während des Entwicklungsprozesses flexibel und schnell auf Speicherkapazität zugegriffen werden kann.

PX-Enterprise wird mit einem Subskriptionsmodell angeboten und bietet eine zusätzliche graphische Oberfläche (GUI) sowie weitere Features wie zum Beispiel ein Cluster-weites Management und Visibilitätsfunktionen. PX-Lite konzentriert in einem Container lokale Speicherressourcen wie All-Flash- und SATA-Arrays, so dass sie wie ein gemeinsamer Pool verwaltet werden können.

Die Analysten von 451 Research sprechen von einem "auf Container zugeschnittenen Speicheransatz": "Die Portworx-Software ist in der Lage, Daten von Anwendungen in Containern über mehrere Server und Knoten hinweg langfristig und zuverlässig zu speichern." Sie unterstütze das Management von Container-Storage sogar für eine Infrastruktur auf Multi-Cloud-Ebene.

Anwender müssen bedenken, dass die Entwicklung von Container-Standards noch keineswegs abgeschlossen ist. Vieles ist noch im Fluss. Bei Portworx glaubt man, dass man relativ weit in der Entwicklung von Storage-Containern ist, weiß aber auch, dass Konkurrenten aus dem Hardware- sowie aus dem Software-Lager dabei sind, auf diesen Zug aufzuspringen.

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