Midrange Arrays

Primärspeicher für den Mittelstand

15.11.2006 | Redakteur: Claudia Wissing

Ein Midrange Array: Hitachi Thunder 9520V
Ein Midrange Array: Hitachi Thunder 9520V

9. Isilon IQ

In ihrem Storage-System verwendet Isilon eine Cluster-Architektur mit einem dezentralen Dateisystem.

Die modularen Arrays der IQ-Baureihe der in Seattle (USA) beheimateten Isilon Systems sind speziell für die Speicherung von größeren Image-Dateien entwickelt worden. Isilon nutzt eine symmetrische Cluster-Architektur, in der alle Knoten gleichrangig sind, um auf diese Art einen modularen Ansatz für die Skalierung von Kapazität und Leistung zu fördern.

Es gibt zwei Modelle des Isilon IQs, den IQ 1440 und den IQ 2250. Beide unterscheiden sich nur in der Speicherkapazität. Die Grundbausteine beider Modelle sind 2U-Rackmount-Knoten mit eigenen Festplatten sowie Intel Xeon-2,8GHz-Prozessoren mit 4 Gigabyte Cachespeicher und vier GbE-Netzwerkkarten. Beide Modelle haben eine Basiskonfiguration von drei Knoten; sind aber beide erweiterbar auf 21 Knoten, die ein gesamtes Rack ausfüllen. Auf diese Art und Weise kann der IQ 1440 von 4,3 Terabyte auf 30,2 Terabyte erweitert werden und das High-End-Modell 2250 von 6,75 Terabyte auf 47,3 Terabyte.

Jeder Knoten ist im Wesentlichen ein voll-konfiguriertes Storagesystem, wobei die Leistung sich fast linear verbessert, je mehr Knoten an die Cluster angehängt werden. Einen weiteren Knoten anzuhängen ist eine einfache Aufgabe und verlangt dem Benutzer nicht mehr ab als die Strom- und die Netzwerkverbindung herzustellen. In ihrem Bericht über den Isilon IQ schrieb die Enterprise Strategy Group (ESG), dass das Hinzufügen eines Knotens „weniger Zeit in Anspruch nimmt, als einen DVD-Player einzurichten.“

Wenn ein neuer Knoten hinzugefügt wird, erkennen die Clustermitglieder sich automatisch und können sofort beginnen, als Einheit zu arbeiten. Zusätzlich übernimmt der Knoten sofort vorhandene Konfigurationsinformationen und Verfahrensweisen, Anschließend verteilt Isilons „AutoBalance“-Feature die gespeicherten Daten neu auf alle aktiven Knoten. Die gesamte Speichermenge wird von einem einzigen Datensystem zusammengeführt und verwaltet, dem OneFS 3.0 Distributed Filesystem.

Durch die einfache Möglichkeit der Skalierung, gepaart mit einem Anfangspreis von 50.000 US-Dollar für ein Drei-Knoten-Clustersystem, erscheint der IQ als ein attraktives Angebot. Einige Benutzer werden sich davor scheuen, einem Storagesystem zu vertrauen, dass mit ATA-Festplatten ausgestattet ist, doch scheinen die von Isilon verwendeten Datensicherungs-Schemata das Risiko dieser Konfiguration zu minimieren. Das Unternehmen beharrt jedoch darauf, dass die nächste Generation der IQs auf jeden Fall SATA-Laufwerke unterstützen werde. Vielleicht schafft es Isilon dann, die Maximalkapazität auf dasselbe Niveau wie vergleichbare Midrange Cluster-Systeme zu steigern, vor allem wenn sie als ernsthafte Konkurrenz in dem schnell wachsenden Markt für Digital-Imaging-Inhalte angesehen werden wollen.

10. Der FAS270 von Network Appliance

Der FAS270 verfügt über eine beeindruckende Liste von Software, Thin-Provisioning und vereinigt NFS, CIFS, FC und iSCSI auf ein und derselben Management-Schnittstelle.

Der FAS270, der bei einem Preis von 27.500 US-Dollar für ein Gehäuse mit 14 Laufwerken anfängt, stellt das High-End-Produkt der Einstiegs-Level-FAS200-Baureihe von Network Appliance (Netapp) dar. Als solches wird er von Netapp auch als Midrange-Produkt bezeichnet, wobei sie hauptsächlich auf die Cluster-Option verweisen. Mit einem Limit von 4 Terabyte Speicher pro Gehäuse befindet sich der FAS270 jedoch am unteren Ende des Midrange-Segments. Um mehr als 6 Terabyte Speicherplatz zu erreichen, müssen zusätzliche Laufwerksgehäuse angebaut werden.

Anstelle hoher Skalierbarkeit sind Vielseitigkeit und Flexibilität die wahren Stärken des FAS270. Er unterstützt kontinuierlichen Datenzugriff wie ein NAS-Gehäuse und Speicherblockzugriff, wenn dies von einer Datenbank benötigt wird. Er kann auch simultanen Zugriff über iSCSI und FC bewältigen, und unterstützt somit wirksam NFS, CIFS, FC und iSCSI auf ein und derselben Management-Schnittstelle.

Netapp bietet „eine große Auswahl an Software, wie Snapshot-Copy, Remote Spiegelung, die Write-Once-Read-Many(WORM)-Fähigkeit und mehr,“ sagt Tony Asaro, Senior Analyst bei der Enterprise Strategy Group (ESG). Zudem zeigte sich Asaro von drei neuen Fähigkeiten beeindruckt. Beim Thin Provisioning wird der vorhandene Speicherplatz maximal ausgenutzt und seine „Bevorratung“ vereinfacht. FlexClone erstellt virtuelle Replikationen von Datenvolumen erstellt, die sowohl lesbar und beschreibbar sind, ohne zusätzlichen Speicherplatz zu benötigen. Dadurch wird der für Kopien benötigte Speicherplatz wirksam reduziert. Außerdem unterstützt das Gerät die Speicherplatz-Virtualisierung, dadurch lässt sich der Speicherplatz verschiedener Storage-Systeme in einem Pool zusammenzufassen und verwalten.

Der FAS270 arbeitet mit „Data Ontap“ von Netapp, einem urheberrechtlich geschützten Storage-Betriebssystem. Anders als geschützte Betriebssysteme anderer großer Storage-Anbieter verwendet Netapp Data Ontap in allen Produkt-Baureihen. Zwar wurde Data Ontap anfangs als System für gemeinsamen Datenzugriff angesehen. Im Laufe der Zeit wurde es weiterentwickelt, um auch mit blockorientiertem FC- und iSCSI-Protokolle arbeiten zu können. Netapp benutzt auch das gleiche Management und die gleiche grafische Benutzeroberfläche (GUI) auf all ihren Systemen.

Einige Experten reklamierten jedoch, dass jedes Storage-System, dass sowohl Daten- als auch Block-Protokolle unterstützt, generell einen Leistungsabfall durch einen extra Overhead verzeichnet. Asaro hält jedoch nichts von diesen Beschwerden. Und gemessen an den Hoffnungen, die Netapp auf den FAS270 im Einstiegs- und Midrange-Segment setzt, würde ein geringer Leistungsabfall auch nur eine minimale Auswirkung haben. Dieses Produkt wurde nicht zur Verarbeitung von Großserienaufträgen entwickelt. Stattdessen ist es wahrscheinlich eher in abgelegenen Unternehmensfilialen mit geringen Leistungsanforderungen zu finden.

Asaro erteilt dem FAS270 eine ausgezeichnete Bewertung als eine Midrange-Lösung, äußert jedoch auch einige Bedenken: „Es kann nicht auf das höchste Level skaliert werden. Auf der NAS-Seite verfügt Netapp über eine beschränkte Datensystemgröße, was bei Kunden mit mehreren FAS Systemen zu Managementproblemen führen kann,“ sagt er.

11. SGI InfiniteStorage TP9500

Der InfiniteStorage wurde für Hochleistungs-Storage Anforderungen entwickelt.

Der Infinitestorage TP9500 wurde von Silicon Graphics (SGI) auf der Super-Computing-Show im November 2002 vorgestellt und ist mit SGIs Softwarepaket für Einsatzgebiete mit hohen Anforderungen an Leistung, ausgestattet. Der Hersteller bietet drei verschiedene Arraykonfigurationen an: den SGI Infinitestorage SAN 3000, den Infinitestorage NAS 3000 und ein DLM (Data Lifecycle Management)-System.

Der SAN3000 ist ausgestattet mit zwei Metadata-Controllern, SGIs CXFS-SAN-Dateisystem, sowie einem Brocade 3800 FC-Switch, der die Option auf ein Duplikat als Ausfallssicherung bietet,, Dual-Host Bus Adapter und mehreren RAID-Optionen. CXFS ist ein Hochleistungs- 64-Bit Dateisystem, dass Dateigrößen von bis zu 9 Millionen Terabyte und Dateisysteme von bis zu 18 Millionen Terabyte unterstützt. Für heterogene SAN-Unterstützung bietet SGI die Storageauthority Management Software von AppIQ an.

Der NAS3000 bietet bis zu acht GbE-Anschlüsse und verwendet anstatt von CXFS das Standard-64-Bit-Dateisystem von SGI mit der Bezeichnung XFS, das sowohl NFS als auch CIFS unterstützt. Beide, das SAN- und das NAS-Angebot, umfassen SGIs Clusterkonfiguration, Snapshot- und Remote-Spiegelungssoftware.

Craig Schultz, Storage-Product-Manager von SGI, sagt, dass XFS sowohl SAN als auch NAS unterstützt. „Der Nutzer kann einfach einen Fibre-Channel Host-Bus-Adapter einbauen, um SAN und NAS zu verbinden,“ sagt er. Andere NAS-Produkte verfügen oft über ihre eigenen Dateisysteme und sind schwer in ein SAN zu integrieren. Das erfordert dann ein getrenntes Management. Ebenso können Anwender auch in eine andere Richtung gehen und eine CIFS- oder NFS-Unterstützung zu CXFS hinzufügen. „Die zwei Dateisysteme sind austauschbar und arbeiten zusammen,“ erklärt Schultz.

Ein drittes Paket beinhaltet entweder eine NAS- oder SAN-Option mit SGIs DLM-Server, welcher eine DMF (Data-Migration-Facility)-Software über das Dateisystem legt. Diese Software lagert Dateien nach vom Benutzer vorgegebenen Kriterien aus, wie z. B. Zeit seit dem letzten Zugriff oder Dateigröße. Das geschieht eigenständig vom Online-Storage auf Nearline-Storage. Die Kehrseite ist, dass das System nur mit SGI-IRIX und Linux-Servern kompatibel ist.

Der TP9500 kann bis zu 2 Terabyte Speicher in drei Standard-EIA-Gehäusen (5,25“), 20 Terabyte in einem Standard-Rack oder 32 Terabyte in einem Einzelsystem unterbringen. Im System gibt es einen Engenio Information Technologies 5884, ein Dual-Controller-Modul, der über acht 2 Gigabyte/s FC-Ports, 800 MB/s Bandbreite auf Host- und Laufwerksseite, 2 Gigabyte Cachespeicher, Paritäts-RAID und einen Spezial-I/O-Kontrollprozessor verfügt, der sich auf Datenbewegungen konzentriert. SGI verkauft den TP9500 mit einer 2-Terabyte-FC-Festplatte für 100.000 und mit 8 Terabyte für 150.000 US-Dollar.

weiter mit: Sun und XIOtech

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