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Die Marktführer von Public Cloud Services für Unternehmen (Teil 2) Public Cloud Services mit Tücken und Mucken

Autor / Redakteur: Michael Matzer * / Florian Karlstetter

Public Cloud Services im Überblick: Im zweiten Teil des Beitrags über die wichtigsten Anbieter von Public Cloud Services für Unternehmen betrachten wir die Angebote von Google, Microsoft und Oracle. Das klingt erst einmal nach wenig, doch ein näherer Blick offenbart, dass es sich hier um sehr umfassende Plattformen handelt.

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Die Public Cloud Services von Google, Microsoft und Oracle. Google führt mit Compute Engine Units (GCEU) neue Währungseinheiten ein, Microsoft verblüfft mit eigenen Zeiteinheiten und Oracle mit neuen Cloud Social Services.
Die Public Cloud Services von Google, Microsoft und Oracle. Google führt mit Compute Engine Units (GCEU) neue Währungseinheiten ein, Microsoft verblüfft mit eigenen Zeiteinheiten und Oracle mit neuen Cloud Social Services.
(© peshkova - Fotolia.com)

Seit diesem Jahr erfährt die Zahl der Anbieter von Public Cloud Services für Unternehmen potenten Zuwachs: Nach Microsoft und IBM springen auch HP, SAP und Oracle auf den Zug auf, den Amazon und Google maßgeblich angeschoben haben. Aber die Angebote unterscheiden sich erheblich voneinander.

Der erste Teil des Artikels beschäftigt sich mit den Public Cloud Services von AWS, HP und IBM. Jetzt, im zweiten Teil geht es um die Angebote von Google, Microsoft und Oracle.

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Die Enterprise Cloud von Google

Die Angebote für Endanwender wie Google Docs oder Gmail sind hinlänglich bekannt, doch was Larry Pages Unternehmen für Unternehmen anbietet, verdient einen eingehenderen Blick. Es handelt sich in erster Linie um folgende Services:

Die AppEngine soll Entwicklern erlauben, ihre Applikation oder ihr neues Spiel auf einer skalierbaren Host-Infrastruktur zu entwickeln und zu testen. Um ihrem Projekt einen gewissen Schub zu verleihen, unterstützt die AppEngine nicht nur Googles eigenes Software Development Kit (SDK), sondern auch relativ aktuelle Versionen der Programmiersprachen Java, Python und Google Go. Eine Java Virtual Machine unterstützt zudem die Programmierung in JRuby und Rhino.

Um den Code zu schützen und mehrere Entwicklerteams rund um den Globus mit den jeweils aktuellsten Quellcode-Versionen zu versorgen, erweist sich die Replikationsfunktion HRD (High Replication Datastore) als unerlässlich. Deren Kapazität soll bei "Hunderten von Terabyte" liegen. Das dürfte für die meisten Zwecke ausreichen. Google bietet dafür eine Verfügbarkeit von 99,5% an.

Eine kostenlose Nutzungsrate für wenig genutzte Applikationen wird zwar gewährt. Die Preisstufe "Paid" kostet 5 $/App/Monat bei wesentlich erweitertem Leistungsumfang, wohingegen die Preisstufe "Premier" bei 500$/App/Monat liegt. "Premier" bietet die gleichen Leistungen wie "Paid", bis auf die Option "Operational Support", also den Betrieb der Applikation durch Google.

Pendand zu Amazon EC2: Google Compute Engine

Bei der Compute Engine handelt es sich wie bei Amazon Web Services (AWS) um Rechenkapazität, die sich wie folgt darstellt: Der Nutzer kann bis zu acht virtuelle Core-VMs starten, die jeweils über 3,75 GB Speicher verfügen und mit den Betriebssystemen Ubuntu oder CentOS laufen. Natürlich verfügt jede VM über Speicher - auch den gibt es in verschiedenen Kapazitäten - und entsprechendem Netzwerkanschluss inklusive Firewall.

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Die verschiedenen Formen der Cloud

Ein Unternehmer, der seine IT standardisiert und konsolidiert hat, erlangt durch deren Virtualisierung bereits eine Private Cloud, also einen Ressourcenpool, der sich als Cloud Service bereitstellen lässt. Um zusätzliche Rechen- oder Speicherkapazitäten bei saisonaler Beanspruchung zu erhalten, kann er externe Services aus der Public Cloud für seine Infrastruktur anmieten und später wieder abkündigen. Diese Infrastructure as a Service (IaaS) ist der grundlegende Baustein der Service-Architektur einer Cloud. Storage und Computer sind die allgemein angebotenen Kapazitäten, die vor allem Entwickler, Testern und Hoster nutzen.

Platform as a Service (PaaS)

Die nächsthöhere Stufe im Cloud Stack bildet eine Platform as a Service (PaaS). "Eine PaaS", erklärt der renommierte Unternehmensberater Wolfgang Martin, "bietet eine auf die Cloud zugeschnittene Entwicklungsumgebung. Damit lassen sich Cloud-Services schnell und flexibel entwickeln." Beispiel hierfür wären Microsoft Windows Azure oder Google App Engine.

Software as a Service (SaaS)

Die oberste Stufe im Service-Stapel schließlich bildet Software as a Service (SaaS), wobei vorgefertigte Software-Services in der Cloud genutzt und abgerufen wird. Ein bekanntes Beispiel dafür sind Microsoft Office 365 oder Salesforce.com.

Public oder Private Cloud

Jeder Mittelständler muss für sich herausfinden, welche Kombination von Services aus diesen drei Schichten für ihn das richtige Leistungspaket darstellt. Wer auf Flexibilität in Funktionsbreite und Finanzierung setzt, ist mit der Public Cloud besser bedient als mit dem Aufbau einer individuellen private Cloud.

Die Tools zur Verwaltung scheinen noch rudimentär zu sein, doch sollen Nutzer in naher Zukunft selbst eigene Benutzeroberflächen dafür programmieren können.

Schaut man sich die Preisgestaltung an, so liegt der "normale" Tarif für die unterste Leistungsstufe entweder bei 0,145 $/hr oder bei 0,053 $/GCEU/hr. Um herauszufinden, warum der GCEU-Tarif nur ein Drittel des Normaltarifs beträgt, sollte man sich die Definition von GCEU (Google Compute Engine Units) ansehen: Google Compute Engine Unit, oft auch als GQ bezeichnet, ist eine von Google festgelegte Größe für die Kapazität logischer und virtueller CPU-Leistung. Dieses Berechnungsmodell wirkt sich in vielen Fällen wesentlich günstiger auf die Preise aus.

Google Cloud Storage

Google Cloud Storage richtet sich in erster Linie an Applikationsentwickler, die für Testzwecke usw. Storage brauchen, das zuverlässig und durch eine Backup/Recovery-Funktion geschützt ist. Andererseits möchte man auch Partnern und Teamkollegen Speicher freigeben. Dafür lassen sich leicht Zugangslisten anlegen, was besonders bei einer dynamischen Nutzerbasis nützlich ist. Cloud Storage unterstützt zwei weitere Google-Funktionen, nämlich BigQuery und Predictions API (siehe unten).

Die ersten 5 GB Speicher sind kostenlos, ebenso die ersten 25 GB Down- und Upload. Je höher die genutzte Speicherkapazität, desto niedriger der Preis pro GB: von 0,12$/GB bis 0,085$/GB. Das Maximum im Pricing sind 500 TB; wer mehr möchte, muss sich direkt an Google wenden.

Big Data Analysen mit BigQuery

BigQuery erlaubt dem Datenanalysespezialisten, mehrere Terabyte von Daten ad-hoc für Reporting und Analytics abzufragen. Dabei kann er eine SQL-ähnliche Sprache einsetzen sowie Programmiersprachen wie Java und Python nutzen.

Wer aber bereits Googles Tabellenkalkulation Spreadsheets einsetzt, kann BigQuery und dessen Abfrageergebnisse damit integrieren. Die Preisgestaltung richtet sich nach der genutzten Storage (GB/Monat) und nach der Menge der abfragten Daten (in GByte). Für letzteres sind die Limits zu beachten.

Pattern Matching mit der Prediction API

Die Prediction API erlaubt die Nutzung von Mustererkennung und maschinellem Lernen, um etwa Spam von Nicht-Spam unterscheiden zu können - und natürlich, wieviel ein Nutzer pro Tag ausgeben bzw. was er sich ansehen wird, gemessen an dem, was er bisher in dieser Hinsicht an den Tag gelegt hat.

Marketingabteilungen dürfte es interessieren, was die Nutzer ihrer Produkte in Foren und Social Media kommentieren. Auch dies lässt sich mit Hilfe der RESTful-basierten Oberfläche der Prediction API relativ leicht analysieren.

Translate API, next generation Babelfish

Mit der Translate API lassen sich Texte maschinell von einer Sprache in einer andere übersetzen, was nicht nur wichtig für mehrsprachige Webseiten, sondern auch für Applikationen ist. Das heißt aber nicht, dass die jeweiligen Ergebnisse literarischen Ansprüchen genügen.

Die Oracle Cloud im Überblick

Anfang Juni 2012 stellte Oracle-CEO Larry Ellison die Oracle Cloud vor. Oracle betreibt alle Services selbst auf einer Infrastruktur, die auf der Exadata-Datenbank-Appliance und der Exalogic-Cluster-Appliance basiert.

Die Services, die die Plattform bereitstellt, richten sich sowohl an Anwender als auch an Entwickler und Administratoren. Alle drei Gruppen können Anwendungen mit Hilfe der Cloud-Infrastruktur von Oracle entwickeln, verfügbar machen, überwachen und verwalten.

Das ist der übliche Leistungsumfang, den man auch bei Amazon, Google und Microsoft Azure findet. Die Unterschiede sind im Detail zu finden: bei den Platform Services, den Application Services und insbesondere bei den Social Services.

Oracle Cloud Platform Services (PaaS)

Bei den Cloud Platform Services geht es primär um Dienste für Entwickler einerseits und Datenbankspezialisten andererseits.

Zu diesen PaaS-Services gehören:

  • Database Services: für die Verwaltung von Daten und die Entwicklung von Database-Services mit der Oracle Datenbank;
  • Java Cloud Services: für die Entwicklung, Einführung und Verwaltung von Java Anwendungen mit Oracle WebLogic;
  • Developer Services: ermöglicht es Entwicklern, gemeinsam Anwendungen zu programmieren;
  • Web Services: Web Anwendungen mit PHP, Ruby und Python schnell entwickeln;
  • Mobile Services: erlaubt es Entwicklern, Plattform-übergreifende native und mobile HTML5-Anwendungen für Smartphones und Tablets zu entwickeln;
  • Documents Services: gestattet es Projektteams, zusammenzuarbeiten, indem Dokumente auf Online-Workspaces und Portalen geteilt werden;
  • Site Services: Geschäftsanwender können hier Webseiten entwickeln und pflegen;
  • Analytics Services: gestattet es Anwendern, über die Cloud Reports und die Darstellung von Kennzahlen (Dashboards) zu erstellen und zu teilen.

Oracle Cloud Application Services (SaaS)

Die Cloud Application Services enthalten Business Intelligence-Funktionalitäten sowie Erweiterungen für den sozialen und mobilen Einsatz. Diese Software-Dienste für zentrale Geschäftsbereiche von Unternehmen im SaaS-Modell sollen einfach aufzusetzen, zu konfigurieren, zu erweitern sowie einzusetzen und zu verwalten sein.

Zu diesen Diensten gehören:

  • ERP Services: Ein vollständiges Angebot für Finanzbuchhaltung, Projektmanagement, Auftragsabwicklung, Beschaffung sowie Governance, Risk und Compliance;
  • Fusion CRM für die Kundenbeziehungsverwaltung, Vertriebsunterstützung, Mobile und grundlegenden Business Intelligence-Funktionen;
  • Fusion HCM Services: eine vollständige Human Capital Management-Lösung, einschließlich Global HR, Workforce Lifecycle Management, Compensation, Benefits, Lohnabrechnung und anderer Lösungen wie Collaboration;
  • Talent Management Services: eine Talent-Management-Lösung einschließlich Recruiting, Sourcing, Performance Management und Learning;
  • Sales and Marketing Services: eine vollständige Vertriebs- und Marketing-Lösung, einschließlich Sales Planning, Territory Management, Leads- und Opportunity Management sowie Forecasting;
  • Customer Experience Services: eine Lösung für den Kundendienst, einschließlich Web Self-Service, Contact Centers, Wissensmanagement, Chat- sowie E-Mail-Management.

Neu: Oracle Cloud Social Services

Die Anfang Juni 2012 von Larry Ellison vorgestellten Oracle Cloud Social Services unterscheiden die Oracle Cloud vom Gros der erhältlichen Public-Cloud-Angebote. Über diese Services sollen Unternehmen mit ihren Kunden in Social Media Diensten interagieren können.

Dazu gehören Social Marketing, Commerce, Service und Monitoring. Zudem statte die Plattform Unternehmen mit einer umfangreichen Social-Networking-Lösung für ihre Mitarbeiter aus, um effektiv innerhalb des Unternehmens zusammenzuarbeiten, so der Hersteller.

Die integrierte Social Platform umfasst:

  • Oracle Social Network für die sichere Zusammenarbeit in Unternehmen und Social Networking im Geschäftsumfeld;
  • Oracle Social Data Services aggregiert Daten aus Social Networks und Datenquellen innerhalb des Unternehmens, um Geschäftsanwendungen entsprechend aufzuwerten;
  • Oracle Social Marketing and Engagement Services: gestattet es Marketing-Mitarbeitern, Social Marketing-Kampagnen zentral zu entwickeln, zu veröffentlichen, zu moderieren, zu verwalten, zu messen und Reports zu generieren;
  • Oracle Social Intelligence Services ermöglichen es Marketingabteilungen, Interaktionen in sozialen Medien zu analysieren sowie Kundendienst- und Vertriebsteams effektiv mit Kunden und Interessenten zu interagieren.

Bislang sind auf Oracles Cloud Webseite nur die Angebote für Social Network, CRM, HCM, Java und Database erklärt und mit Demo-Videos versehen. Zwar vermittelt diese begrenzte Anzahl von Diensten einen relativ rudimentären und unfertigen Eindruck, man sollte aber beachten, dass jeder Service aus einer großen Menge von Unter-Services besteht, die untereinander harmonisieren müssen. So erklärt etwa ein Video die Art und Weise, wie Social Network mit Fusion CRM zusammenarbeit. Zudem lassen sich CRM und HCM durch Partnerlösungen erweitern und sowohl in der Cloud als auch on-premise nutzen.

Ergänzendes zum Thema
Die verschiedenen Formen der Cloud

Ein Unternehmer, der seine IT standardisiert und konsolidiert hat, erlangt durch deren Virtualisierung bereits eine Private Cloud, also einen Ressourcenpool, der sich als Cloud Service bereitstellen lässt. Um zusätzliche Rechen- oder Speicherkapazitäten bei saisonaler Beanspruchung zu erhalten, kann er externe Services aus der Public Cloud für seine Infrastruktur anmieten und später wieder abkündigen. Diese Infrastructure as a Service (IaaS) ist der grundlegende Baustein der Service-Architektur einer Cloud. Storage und Computer sind die allgemein angebotenen Kapazitäten, die vor allem Entwickler, Testern und Hoster nutzen.

Platform as a Service (PaaS)

Die nächsthöhere Stufe im Cloud Stack bildet eine Platform as a Service (PaaS). "Eine PaaS", erklärt der renommierte Unternehmensberater Wolfgang Martin, "bietet eine auf die Cloud zugeschnittene Entwicklungsumgebung. Damit lassen sich Cloud-Services schnell und flexibel entwickeln." Beispiel hierfür wären Microsoft Windows Azure oder Google App Engine.

Software as a Service (SaaS)

Die oberste Stufe im Service-Stapel schließlich bildet Software as a Service (SaaS), wobei vorgefertigte Software-Services in der Cloud genutzt und abgerufen wird. Ein bekanntes Beispiel dafür sind Microsoft Office 365 oder Salesforce.com.

Public oder Private Cloud

Jeder Mittelständler muss für sich herausfinden, welche Kombination von Services aus diesen drei Schichten für ihn das richtige Leistungspaket darstellt. Wer auf Flexibilität in Funktionsbreite und Finanzierung setzt, ist mit der Public Cloud besser bedient als mit dem Aufbau einer individuellen private Cloud.

All diese Services bestellt der Nutzer im Oracle Store. Die Abrechnung erfolgt nach Monatsgebühren, auch sind Verträge kurzfristig kündbar. Über die Preise erteilt die Webseite nur registrierten Nutzern Auskunft, die über einen Oracle Account verfügen.

Windows Azure von Microsoft

Windows Azure umfasst zur Zeit elf Dienste, die der Nutzer je nach Bedarf kombinieren kann (siehe Illustration in der Bildergalerie). Auf der IaaS-Ebene stehen übliche Services wie Compute, Storage, Virtual Network und Virtual Machines zur Verfügung. Der Interessent sollte darauf achten, was Microsoft als "Virtual Computer" anbietet - Windows oder Linux? Es gibt hier beides. Auch sicherheitsrelevante Merkmale wie Access Control, Active Directory und Service Bus sind zu finden.

Die Compute-Kapazitäten sind ähnliche gestaffelt wie bei Google, nämlich nach der Anzahl der CPU-Kerne (bis zu 8), der CPU-Geschwindigkeit, dem Arbeitsspeicher und dem Volumen des Speichers pro Instanz (bis zu 2040 GB). Demzufolge können sich auch die Preise pro Nutzungsstunde ganz beträchtlich unterscheiden. Sie liegen nämlich zwischen 0,0142 € und 0,6809 €.

Uhrstunde vs. Nutzungsstunde - kleine Unterschiede, große Wirkung

Dass auch die Zeit eine wichtige Rolle spielt, zeigt der Unterschied zwischen einer Uhrstunde und einer Nutzungsstunde, die abgerechnet wird. "Für eine Uhrstunde einer mittleren Cloud-Dienst-Instanz", so die Erklärung dazu, "werden auf der Rechnung an den Kunden beispielsweise zwei Stunden für eine kleine Cloud-Dienst-Instanz ausgewiesen. Die Zeit wird basierend auf dem Satz für kleine Instanzen in Höhe von 0,0852 € pro Stunde berechnet."

Auf der Ebene der Platform as a Service findet sich zum Beispiel die Datenbank SQL Server, die vormals SQL Azure hieß. Zu ihr gehören auch Tabellen und BLObs (Binary Large Objects). Die Datenbank dient als Grundlage für Business Analytics. Hier lassen sich große Datenmengen mit einer Hadoop-Implementierung auswerten, SQL Reporting realisieren und Business Analytics auf virtuellen Windows Azure Computern ausführen.

Interessanterweise subsumiert Microsoft auch seinen Windows Azure Marketplace unter Business Analytics. Der Anbieter begründet dies wie folgt: "Windows Azure Marketplace ist ein globaler Onlinemarkt für SaaS-Anwendungen und Premium-Datasets. Die Eintragung Ihrer Windows Azure-basierten Anwendungen im Marketplace bietet Ihnen die Möglichkeit, die Anwendungen international anzubieten und zu verkaufen. Zudem können Sie im Marketplace eingetragene Premium-Datasets in Ihren Anwendungen abonnieren oder eigene Datasets über den Marketplace verteilen und zu Geld machen." Wir befinden uns mit Marketplace also bereits auf der SaaS-Ebene.

Content Delivery als Differenzierungsmerkmal

Eines der differenzierenden Merkmale von Azure ist Content Delivery, zu Deutsch "Mediendienste". Es geht hier um Workflows für die Bereitstellung von Inhalten und Formaten: "Mediendienste enthalten Cloud-basierte Versionen vieler vorhandener Technologien der Medienplattform von Microsoft und diverser Medienpartner. Hierzu gehören Aufnahme-, Codierungs-, Formatkonvertierungs- und Inhaltsschutzfunktionen sowie Funktionen für On-Demand- und Livestreaming."

Diese Dienste sollen sich leicht in On-premise-Werkzeuge und Anwendungen integrieren lassen, um so hybride Lösungen für Workflows zu bilden.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Während es Google, Oracle und Microsoft verstehen, sich voneinander durch spezielle Angebote abzuheben, so verblüffen oder verwirren sie den Beobachter durch Eigenwilligkeiten. Google hat seine eigene "Währung" für Rechenleistung eingeführt und Microsoft seine eigene Zeiteinheit. Das kann Vorteile bieten, kann aber auch ins Auge gehen, wenn der Nutzer nicht aufpasst. Auf jeden Fall lohnt sich eine eingehende Prüfung aller Services.

* Der Autor: Michael Matzer ist freier Fachjournalist aus Waldenbuch bei Böblingen.

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