Online-Umfrage zum Schwerpunkt Software Defined Storage - Florian Bettges, Teil 6

Reine x86-Speichersysteme stoßen bei SDS an ihre Leistungsgrenzen

| Redakteur: Rainer Graefen

Florian Bettges, Business Development Manager Online Storage bei der Hewlett-Packard
Florian Bettges, Business Development Manager Online Storage bei der Hewlett-Packard (Foto: HP)

Es klingt viel versprechend, was mit Software defined Storage alles machbar wird. Unter der Softwareoberfläche lässt sich Storage unterschiedlichster Art zusammenbinden und die diversen Leistungsmerkmale als Service an die Anwendung weiterreichen. Noch fehlen allerdings "best-of-breed" Installationen, die die Einbindung von SDS in ein SDC zeigen. Storage-Insider sprach mit Florian Bettges, HP.

Storage-Insider: Was ist Software Defined Storage?

Florian Bettges: Der Begriff Software Defined Storage und die Abkürzung SDS werden heute von vielen Herstellern im Rahmen Ihres Produktangebots benutzt. Es gibt jedoch keine offizielle Definition für SDS.

HP orientiert sich bei der Definition einer SDS-Architektur stark an der übergelagerten Definition für ein Software Defined Datacenter, da SDS ein Element des Software Defined Datacenter darstellt.

In diesem Kontext gibt es drei Komponenten, die eine SDS-Architektur ausmachen:

1. Standardisierte x86-Hardwareplattform und ein auf Linux basierender Standard-OS-Kernel

2. Storage-Services respektive -Funktionen, die durch die Software in die IT-Umgebung integriert werden und die Möglichkeit bieten, viele Systeme im Scale-Out oder Grid-Verbund zusammenzuschalten.

3. Schnittstellen zu übergelagerten Managementsystemen, zur einheitlichen Verwaltung eines Software Defined Datacenter.

Die Software-Steuerung gilt nicht als besonders leistungsfähig.

Florian Bettges: Tatsächlich haben wir heute – wie auch übrigens bei klassischen Zwei-Controller-Storage-Systemen, die nur x86-Prozessoren nutzen – die Situation, dass die reinen x86-Controller aufgrund der enormen zusätzlichen Aufgaben (RAID-Berechnung, Thin Provisioning, Snapshots, Deduplizierung, Kompression etc.) sehr schnell im Grenzbereich arbeiten und es so zu hohen Latenzen kommt.

Das macht den Einsatz von modernen Speichermedien wie SSDs in diesen Architekturen schwierig. Entlastend wirkt die Möglichkeit – gegenüber den Systemen mit zwei Controllern – viele SDS-Systeme miteinander zu verknüpfen und so die Arbeitslast zu verteilen.

Stand heute sehen wir von HP weithin Speicherereiche im Datacenter, die nur von Systemen abgedeckt werden können, die über die x86-Technologie hinaus weitere Prozessoren/ASICS bieten – beispielsweise, um Anforderungen hinsichtlich hoher IOs mit niedrigen Latenzzeiten erreichen zu können. Zu den Systemen, die diese Anforderungen erfüllen, gehört die Produktfamilie HP 3PAR Storeserv.

Was ist notwendig damit SDS über mehrere (unterschiedliche Speichersysteme hinweg funktionieren kann?

Florian Bettges: Hierzu bedarf es im Rahmen der Storage-Services/-Funktionen der SDS-Lösung unter anderem der Storage-Virtualisierung. Ein gutes Beispiel ist hierfür die SDS-Lösung HP Storevirtual VSA 2014. Diese Lösung ermöglicht es Kunden, jede Art von DAS-, NAS- und SAN-Storage, mit dem die SDS-Hardware verbunden ist, in die Virtualisierungs-Umgebung einzubinden – unabhängig vom Hersteller.

Die weiteren Enterprise-Storage-Services der Architektur verbinden beispielsweise verschiedene DAS-Pools zu einem SAN-Pool mit Hochverfügbarkeitsmechanismen, der transparentes Failover unter verschiedenen Hypervisor-Anbindungen unterstützt und natürlich Disaster Recovery und Backup-Optionen bietet.

Wird es SDS auch für Enterprise Speichersysteme von EMC, Hitachi, IBM oder Oracle geben?

Florian Bettges: Diese Frage kann HP nicht beantworten. Was wir von HP sagen können: Auch unsere Produktfamilie HP 3PAR Storeserv kann heute schon in SDS-Umgebungen integriert werden und wird kurzfristig eigene SDS-Services vorweisen.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42407360 / Branchen/Mittelstand/Enterprise)