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Gefahren von Big Data, der Digitalisierung und Industrie 4.0, Teil 3

Ruhe sanft - die Gedanken sind frei

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Des Weiteren erklärt er: "Die NSA versucht sämtliche dieser Daten zu sammeln. Sie sollten dabei an alles denken: Surfen, Einkaufen, Chatten, Kontakte zu Freunden. Denken Sie ans Telefonieren und wo Sie sich dabei aufhalten. Ebenso daran, was nicht mithilfe von Bargeld abgewickelt wird, und so weiter, und so weiter. Wir wissen, dass alles von der NSA gesammelt und in Datenbanken wie PRISM gespeichert wird.“

Behörden erhalten technische Unterstützung

Gesammelt wird von Behörden mit technischer Unterstützung – etwa von SAP. Die Walldorfer verkaufen die Software dem vom US-Wirtschaftsmagazin als "CIA-finanzierte Data-Mining-Dampfwalze“ bezeichneten Unternehmen Palantir und gründen gleich noch eine neue Firma mit deren früheren Agenten.

Genauso ist Deutschland aktiver Spieler beim Datenhandel und tritt dabei als Käufer oder auch als Verkäufer von Informationen auf. Und die Polizei hierzulande lässt sich Informationen zusätzlich sogar mehrfach stehlen, weil ihre Systeme so löchrig sind wie Schweizer Käse. Die NSA soll gar Opfer ihrer eigenen Schädlinge geworden sein.

Die Datenhändler wiederum lassen sich ihrerseits die Beute gegen eine Gebühr abluchsen und so geraten die Daten von 200 Millionen US-Amerikanern mit bis zu 1.500 Detailinformationen in die Hand von Kriminellen. Weshalb US- Abgeordnete die Datenhändler heftig kritisieren.

Damit das Chaos aber ja nicht kleiner wird, werden Deutsche Behörden ausdrücklich von der Pflicht entbunden, ihre Datensicherheit regelmäßig nachzuweisen. Zusätzlich wird Deutschland vorgeworfen, sich für die Schwächung des Datenschutzes in Europa stark zu machen.

Ok Google. "Welchen Job soll ich annehmen?"

Die Allgegenwärtigkeit personenbezogener Informationen führt dazu, dass sich das Verhalten der jeweiligen Zielpersonen vorhersagen lässt: Google will einem Bericht der Financial Times aus dem Jahr 2007 zufolge "unser Leben künftig obendrein mitorganisieren“ – und uns beispielsweise Antworten auf Fragen wie „was soll ich morgen tun?“ oder „welchen Job soll ich annehmen?“ geben.

Nun, wenn Google uns solche Empfehlungen geben kann, kann die Suchmaschine wohl auch voraussehen, mit welcher Wahrscheinlichkeit wir dieser Empfehlung folgen werden. Und: Mit wem teilen sie ihre Erkenntnisse? Wer haftet für etwaige Fehler in der Prognose?

Diese Absicht hatte der frühere Google-Chef Eric Schmidt 2007 bekundet; 2009 hat die NSA das Ziel ausgegeben, mit dem Programm AQUAINT (Advanced Question Answering for Intelligence – Fortgeschrittene Fragen und Antworten für Geheimdienste) unsere Gedanken „vorhersagen“ zu können.

Was denken Menschen?

Der Journalist und Geheimdienstexperte James Bamford erklärte es 2009 so: „Mit dem gesamten Internet und Tausenden von Datenbanken für ein Gehirn wird das Gerät in der Lage sein, nahezu augenblicklich komplexe Fragen von Geheimdienstanalysten zu beantworten.

Da mehr und mehr Daten durch Telefonate, Kreditkartenabrechnungen, soziale Netze wie Facebook und Myspace, GPS-Spuren, Handy-Standorte, Internet-Recherchen, Amazon-Bucheinkäufe und sogar elektronische Mautabrechnungen zur Verfügung stehen, könnte es eines Tages möglich sein, nicht nur zu wissen, wo sich Menschen aufhalten und was sie dabei tun. Sondern auch was und wie sie denken.“

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