SSD 840 EVO und SSD 840 Pro

Samsung bringt Ein-Terabyte-SSDs für unter 400 Euro

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Sun Spornraft, Head of Product Management IT Storage bei Samsung
Sun Spornraft, Head of Product Management IT Storage bei Samsung (Bild: Samsung)

Samsung hat eine neue Generation von SSDs auf den Markt gebracht. Die Familien „840 EVO“ und „840 Pro“ basieren auf MLC-NAND der zweiten Generation und bieten mit bis zu einem Terabyte eine doppelt so große Kapazität im Vergleich zur Vorgängerserie.

Samsung bietet die EVO-Serie in Kapazitäten von 120, 250, 500 und 750 Gigabyte sowie mit einem Terabyte an. Die Laufwerke messen durchgehend 10 x 7 x 0,68 Zentimeter. Die Datenübertragungsraten liegen lesend bei bis zu 540 Megabyte pro Sekunde und schreibend bei bis zu 520 Megabyte pro Sekunde. Schon das 120-Gigabyte-Modell schreibt mit 410 Megabyte pro Sekunde.

Die IOPS-Leistung liegt bei 10.000 (Random Write 4KB) und 98.000 (Random Read 4KB). Möglich werden diese Leistungen durch einen neuen MEX-Controller mit drei ARM-Rechenkernen und einer 400-Megahertz-Taktung, einem Cache von bis zu einem Gigabyte LPDDR2 (modellabhängig) und einem Drei-Bit-MLC-NAND-Speicher der 1x-Nanometer-Klasse mit Toggle-Mode-DDR-2.0-Technologie mit 400 Megabyte pro Sekunde Datendurchsatz.

Fehlerkorrektur und Temperaturkontrolle

Da diese Serial-ATA-SSD nur 0,045 Watt im Standby-Betrieb und 0,1 Watt im Betrieb verbraucht, soll sie die Akkulaufzeit von Notebooks verlängern. Wer sich Sorgen um die Zuverlässigkeit, Lebensdauer und die Integrität seiner Daten macht, den beruhigt Samsung. Ein neues Advanced Signal Processing gleiche Einzelbitfehler aus. Die Temperaturkontrolle „Dynamic Thermal Guard“ verhindere darüber hinaus eine gefährliche Überhitzung, indem sie die Controller-Leistung anpasse. Die Lebensdauer soll dadurch bei 1,5 Millionen Stunden liegen – garantiert werden drei Jahre. Die integrierte Hardware-Verschlüsselung nach AES-Standard mit 256 Bit schütze zudem vor Fremdzugriff und unterstützt Microsoft eDrive und Bitlocker.

Das Samsung Data Migration Tool 2.0 prüft die Festplatte des Anwenders, gibt Empfehlungen ab und überspielt dann eine Windows-Installation auf die 840 EVO. Nach der Inbetriebnahme kümmert sich die Magician Software um Überwachung und Verwaltung der SSD, Leistungsmessung, Betriebssystem-Optimierung, Over-Provisioning, Firmware-Update und die neue Funktion RAPID.

Mit Version 4.2 der Samsung Magician Software erhalten Besitzer einer SSD aus der 840-EVO-Serie den zuschaltbaren RAPID-Modus. Dieser verwendet freie Bereiche des Hauptspeichers (RAM) unter Windows 7 und 8 als sehr schnellen Zusatz-Cache. Dies steigert die Datentransferraten in vielen Fällen auch über das Maximum, das über die Serial-ATA-6-Gbit/s-Schnittstelle möglich wäre. Kommandos werden effizienter abgearbeitet; wiederholt benötigte Daten stehen mit RAPID noch schneller zur Verfügung. Das Samsung Data Migration Tool 2.0 und die Samsung Magician Software sind auf der mitgelieferten Software-CD erhältlich (derzeit nicht für Mac OS).

Einfache Datenmigration

Auf der Software-CD ist neben der Magician-Software noch das Migration Tool zur Datenmigration. Damit lässt sich laut Sun Spornraft, Head of Product Management IT Storage bei Samsung, eine komplette Windows-Installation von einer Festplatte auf eine 840 EVO SSD übertragen. „Die EVO-SSDs für den Endverbrauchermarkt sind nämlich primär für PC-Upgrades gedacht“, sagt sie im Interview. Der Marktanteil von SSDs am gesamten Plattenmarkt betrage ja erst zehn Prozent, sei also selbst bei neuesten Notebook-Modellen noch sehr ausbaufähig.

„Es gibt jetzt eine neue Klientel“, sagt Spornraft: „Tabletnutzer haben das SSD-Erlebnis gehabt – auf Knopfdruck ist alles da – und wollen es jetzt auch am PC haben.“ Diese Technik-affinen Nutzer hätten auch keine Scheu davor, ihre PC-Festplatte gegen eine SSD auszutauschen und ein Laufwerk zu klonen. „Die PC-Festplatte ziehen Sie raus und stecken die SSD an der SATA-Schnittstelle rein. Das ist ähnlich einfach wie das Einstecken oder Auswechseln einer SIM- oder MicroSD-Karte im Handy. Die Daten mit unserer Cloning- und Migrations-Software zu klonen, ist auch kein Hexenwerk.“

Spornraft weiter: „Die neuen Samsung-SSDs sind die zweite Generation von MLC. Sie sind von der Langlebigkeit her genauso gut wie eine aus der ersten Generation von MLCs, haben aber doppelt soviel Speicherkapazität. Diese neue Generation ist für den Konsumentenmarkt perfekt geeignet, weil die langlebig genug sind, aber hohe Speicherkapazität haben, die die Endverbraucher so lieben.“

Samsung adressiert laut Spornraft künftig über Distributoren auch den Server- und Großkunden-Markt. „Für die geschäftlichen Nutzer, die SSDs wirklich 24/7 laufen lassen und auf Nummer sicher gehen wollen, ist die 840-Pro-Serie gedacht. Das heißt, wir werden auch die Großindustriekunden bedienen.“ Die Großhändler kaufen bei Samsung ein und verkaufen an Wiederverkäufer wie Distributoren sowie an Einzelhändler wie Amazon.de.

Preisverfall geht weiter

Die Preise für EVO-SSDs sind mittlerweile bereits gefallen, berichtet Spornraft. Das lässt sich bei Amazon und Co. leicht nachprüfen. „Die Terabyte-SSD von 840 EVO war preislich mal bei 1.000 Euro und liegt jetzt bei ca. 390 Euro.“ Die Preise dürften weiter fallen. Modelle von Crucial (bis 960 Gigabyte), SanDisk und Toshiba (bis 520 Gigabyte) sind Samsung-SSDs auf den Fersen.

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