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In-Memory ohne HANA SAP zertifiziert Oracle Database In-Memory

| Autor / Redakteur: Dipl. -Ing. Thomas Drilling / Rainer Graefen

SAP-Anwender können In-Memory-Technologie jetzt auch mit einer Oracle-Datenbank nutzen.

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SAP setzt seine Zertifizierunfgsstrategie für Oracle fort.
SAP setzt seine Zertifizierunfgsstrategie für Oracle fort.
(Bild: Oracle, SAP)

Oracle und SAP sind auf vielen Geschäftsfeldern direkte Konkurrenten. Oracle Database In-Memory beispielsweise steht in direkter Konkurrenz zu HANA. Dennoch sind die meisten SAP-Anwender auch Oracle-Kunden. Strategisch ist es daher für SAP offenbar wichtig, die Kompatibilität der Unternehmenslösungen mit weit verbreiteten Oracle-Datenbanken gewährleisten zu können oder zu verbessern.

SAP setzt seine Oracle-Strategie fort

Nachdem SAP in diesem Jahr bereits Oracle Database 12c, Oracle Exadata Database Machine X5-2 und Oracle Exalogic Elastic Cloud X5-2 für den Einsatz mit SAP zertifiziert hatte, ziehen die Walldorfer jetzt mit der Zertifizierung der Oracle Database In-Memory nach.

Die Zertifizierung bezieht sich auf SAP-Lösungen, die auf der Technologieplattform SAP NetWeaver 7.x aufsetzen. SAP-Anwender sind somit ab sofort in der Lage, auch die In-Memory-Funktionen von Oracle-Datenbanken zu verwenden, um Echtzeit-Datenanalysen auf Basis ihrer existierenden Plattformen durchzuführen.

In-Memory Acceleration für Oracle 12c

Oracle bietet In-Memory Acceleration seit rund einem Jahr als Alternative zu SAP HANA an, dem Pionierprodukt in puncto In-Memory-Datenbank. Laut Oracle soll sich die Option schnell und ohne Änderungen an den Anwendungen installieren lassen.

Die Funktion implementiert eine Dual-Format-Architektur, welche schnelle Analytic-Funktionen und hoch performante OLTP zur Verfügung stellt.
Die Funktion implementiert eine Dual-Format-Architektur, welche schnelle Analytic-Funktionen und hoch performante OLTP zur Verfügung stellt.
(Bild: Oracle)

Allerdings positioniert sich auch SAP mit HANA aktiv gegen Oracle. Immerhin liefert SAP die Business Suite on HANA und seit einige Monaten auch S/4HANA vollständig mit der der HANA-Plattform als Fundament aus.

Oracle statt HANA

SAP könnte S/4HANA sicher auch für andere Datenbanken zertifizieren. Dass SAP dies nicht tut, liegt geschäftspolitisch auf der Hand, wird aber nach außen damit begründet, dass keine am Markt erhältliche Lösung den Anforderungen entspricht.

Während also für bestehende und künftige HANA-Anwender die Bindung an SAP derzeit obligatorisch ist, gibt es einen großen Teil von SAP-Anwendern, die seit langem eine Oracle-Datenbank verwenden. Wer nicht auf HANA umsteigen will, bekommt durch die Zertifizierung von Oracle Database In-Memory eine relativ einfach einsetzbare Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit existierender Systeme durch die In-Memory-Technologie beträchtlich zu steigern.

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Über den Autor

Dipl. -Ing. Thomas Drilling

Dipl. -Ing. Thomas Drilling

IT-Consultant, Trainer, Freier Journalist