Storage-Trends 2019

Schluss mit Kompromissen

| Autor / Redakteur: Güner Aksoy* / Tina Billo

Hybride Clouds, Container-Technologien, NVMe inklusive Varianten und KI sind aus Sicht von Pure Storage einige Themen, mit denen sich die Speicherwelt im kommenden Jahr verstärkt beschäftigen wird.
Hybride Clouds, Container-Technologien, NVMe inklusive Varianten und KI sind aus Sicht von Pure Storage einige Themen, mit denen sich die Speicherwelt im kommenden Jahr verstärkt beschäftigen wird. (Bild: gemeinfrei - Gerd Altmann / Pixabay / CC0)

Der All-Flash-Storage-Spezialist Pure Storage hat Prognosen zu Entwicklungen rund um die Hybrid-Cloud, die Speicherlandschaft der Zukunft und die wachsende Rolle von KI angestellt.

Der Erfolg von Unternehmen hängt heute maßgeblich von der richtigen IT-Infrastruktur ab. Diese muss so ausgelegt sein, dass sich durchgängig auf Daten zugreifen lässt. Denn ohne diese sind fundierte Geschäftsentscheidungen kaum noch möglich. In über Jahre hinweg gewachsenen Systemlandschaften sind jedoch häufig isolierte Datensilos gang und gäbe, durch die Cloud ist eine zusätzliche Fragmentierung entstanden. Die Public Cloud ist ursprünglich nicht für die Anforderungen von Unternehmen entwickelt worden, und unternehmenstauglicher Speicher ist nicht so benutzerfreundlich, agil und skalierbar wie die Public Cloud.

Anwendungen sollten sich frei zwischen On-Premise, Private Cloud und Public Cloud bewegen können, denn datengetriebene Unternehmen benötigen Echtzeitzugriff auf ihren gesamten Informationsbestand. 2019 sollte es soweit sein, dass Firmen nicht mehr zu Kompromissen gezwungen sind. Es werden Storage-Lösungen verfügbar sein, mit denen sich die verschiedenen Cloud-Umgebungen zusammenführen sowie Daten und Anwendungen von lokalen zu Multi-Cloud-Umgebungen und wieder zurück transferieren lassen.

In dieser hybriden Cloud-Welt können Anwendungen, einmal entwickelt, nahtlos in eigenen und gemieteten Clouds bereitgestellt werden. Dies wird es Unternehmen ermöglichen, die Agilität und Einfachheit der Public Cloud mit der Enterprise-Funktionalität von Vor-Ort-Architekturen zu kombinieren. Daraus resultiert die größtmögliche Flexibilität, Daten in Wert zu verwandeln, wo immer sie sich auch gerade befinden.

Von der hybriden Cloud zu Containern

Die Nachfrage nach kosteneffizienten Implementierungen in Hybrid-Cloud-Umgebungen wird 2019 das wachsende Interesse an Container-Lösungen vorantreiben. Dies ermöglicht, Anwendungen je nach Anforderung oder Charakteristik entweder vor Ort oder in der Public Cloud auszuführen.

Containertechnologien sind insbesondere für DevOps-Umgebungen sehr attraktiv. Der anfängliche Mangel an einer persistenten "containerisierten" Speichermöglichkeit verhinderte den Einsatz für viele produktive Anwendungen und bremste eine breite Einführung bislang aus. Automatisiertes, intelligentes und skalierbares Storage Provisioning wird künftig die problemlose Einrichtung von Containerumgebungen in Rechenzentren ermöglichen, auch als Container-Storage-as-a-Service.

Produktionsanwendungen in Containern werden sich 2019 durchsetzen, unabhängig davon, ob es sich um Stateless- oder datenreiche Anwendungen handelt. Container-Hosting-Umgebungen werden dabei im Rahmen von DevOps-Projekten die Entwicklung erleichtern, die Bereitstellung beschleunigen und die Skalierung vereinfachen. Dadurch sollten Unternehmen künftig Innovationen und die Implementierung neuer Funktionen für ihre Kunden schneller vorantreiben können.

NVMe over Fabrics läutet neue Ära bei Speichermedien ein

Um Geschwindigkeit geht es auch bei NVMe, dem Speicherprotokoll der All-Flash-Ära, das alles schneller macht: Datenbanken, virtualisierte und containerisierte Umgebungen, Test- und Entwicklungsinitiativen sowie webbasierte Anwendungen. Pure Storage hat schon frühzeitig auf NVMe gesetzt, das seit Mai 2018 in der gesamten FlashArray-Reihe zum Standard geworden ist.

NVMe over Fabrics (NVMe-oF) ermöglicht nun eine noch bessere Leistung, noch niedrigere Latenzzeiten und weniger Rechenaufwand. Es sieht alles danach aus, dass sich NVMe-oF von Nischenimplementierungen lösen und 2019 einen Schritt in Richtung Mainstream machen wird. Dies ist die nächste logische Entwicklung. Kostengünstiger NVMe-basierter Speicher bietet bereits eine gleichbleibende Performance mit niedriger Latenz. Das letzte Element des Puzzles wird die Bereitstellung einer End-to-End-Fähigkeit durch das Hinzufügen von NVMe-oF für Front-End-Konnektivität sein. Wenn Unternehmen dies mit der gleichen zugrundeliegenden Infrastruktur realisieren wollen, wird sich NVME-oF künftig als attraktive Lösung durchsetzen.

KI vor dem Durchbruch

Der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) kann Unternehmen dabei unterstützen, wertvolle Erkenntnisse aus strukturierten und unstrukturierten Daten zu gewinnen. Je mehr nutzbare Daten ein Unternehmen hat, desto mehr kann KI ihm durch Echtzeit- und genaue Datenanalyse einen zuverlässigen Einblick gewähren. Daten werden zur Grundlage für die Entwicklung immer besserer KI-Produkte. Dies ist mit ein Grund, warum Google, Amazon, Apple und andere erkannt haben, dass KI so wertvoll sein könnte: Sie verfügen über Unmengen von Daten, die sie als Rohmaterial verwenden können. Jedes Unternehmen besitzt Informationen, die einzigartig sind. Der Schlüssel ist, den darin eingeschlossenen Wert zu nutzen.

KI benötigt riesige Datenmengen, und vielen Unternehmen fehlt die Infrastruktur für deren Bereitstellung. Um alle Funktionen der KI nutzen zu können, müssen sie auf die richtige Art von Daten und eine KI-Anwendungen unterstützende Infrastruktur zugreifen können. Dieser Ansatz unterscheidet sich deutlich von der heutigen Nutzung traditioneller Dateninfrastruktur. Aus diesem Grund ist eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der Daten in einer Datenpipeline erforderlich. Unternehmen können zudem nicht alle Fragen vorhersagen, die sie durch ihre Daten beantwortet haben möchten. Daher gilt es, Fragestellungen zu sammeln und zu organisieren. Es ist davon auszugehen, dass sich entsprechende Softwaretools schon 2019 und in den kommenden Jahren schnell weiterentwickeln werden. Unternehmen werden agiler sein und von diesen Innovationen profitieren, solange sie über eine solide Grundlage und einen großen Datensatz verfügen, mit dem sie arbeiten können.

Kontra dem Fachkräftemangel

KI wird die Arbeitsweise verändern, Geschäftsstrategien neu definieren und Unternehmen helfen, die ständig wachsende Datenmenge, die sie besitzen, zu verstehen. Daher sind Datenwissenschaftler und KI-Spezialisten schon heute unverzichtbar. Die Herausforderung dabei ist, dass KI- und Datenspezialisten nicht schnell genug ausgebildet werden, um die Nachfrage zu befriedigen. Da der prosperierende KI-Bereich vom Fachkräftemangel betroffen ist, wird sich der Kampf um die raren Ingenieure im nächsten Jahr nochmals verschärfen.

In diesem Sinne ist zu erwarten, dass künftig Unternehmen aller Größen und Branchen mit Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten werden. Es müssen KI-spezifische Praktika und Lehrpläne angeboten werden, die mit dem technologischen Wandel Schritt halten. Wünschenswert sind neue Instrumente, die die Einführung von KI erleichtern und die Lernkurve für neue Fachkräfte verkürzen werden. Diese Bemühungen dürften dazu beitragen, künftige Datenwissenschaftler schneller hervorzubringen.

Der Autor: Güner Aksoy ist Regional Sales Director Central Europe bei Pure Storage.
Der Autor: Güner Aksoy ist Regional Sales Director Central Europe bei Pure Storage. (Bild: Pure Storage)

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