FlexPod – validierte und getestete Server, Infrastruktur und Speichersysteme Schneller Einstieg in die Cloud mit NetApp, Cisco und VMware

Autor / Redakteur: Elmar Török / Nico Litzel

Cisco, NetApp und VMware kooperieren und stellen Kunden komplett konfigurierte Cloud-Angebote zur Verfügung, die sich nach einer sehr kurzen Installationszeit einsetzen lassen. Bislang werden Beispielapplikationen, sogenannte Workloads, für VMware vSphere, Microsoft Sharepoint, SAP und Citrix XenDesktop angeboten.

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Die Komponenten von FlexPod für VMware
Die Komponenten von FlexPod für VMware
( Archiv: Vogel Business Media )

FlexPod ist eine Kombination von Servern, Infrastruktur und Speichersystemen, die vorab validiert und getestet wurden. Ziel ist es, Kunden möglichst ohne eigene Testreihen eine erprobte Komplettlösung an die Hand zu geben, mit denen sie in sehr kurzer Zeit Shared-IT-Infrastrukturen aufbauen können. Solche Infrastrukturen eignen sich beispielsweise als Basis eines Private-Cloud-Angebots.

Cisco ist in der FlexPod-Konstellation für Server und Infrastruktur zuständig und nutzt dafür Server aus der Unified-Computing-System-Familie sowie speziell auf Virtualisierungsaufgaben vorbereitete Nexus Switches. NetApp liefert die Unified-Storage-Speichersysteme mit dem Data-ONTAP-Betriebssystem. Zur Basiskonfiguration gehört ein NetApp-FAS3210A-Storage-System in Dual-Controller-Konfiguration mit 42 TerabyteSAS-Storage und 512 Gigabyte Flash Cache.

Hohe Leistungsdichte und konsolidierte Verkabelung

In Sachen Rechnersystem verfügt FlexPod über zwei Arten von Blades: den B-Series B200 M2 Blade Server für allgemeine und den B250 M2 Extended Memory Blade Server für speicherintensive Workloads. Das Cisco Unified Computing System verfügt über eine hohe Leistungsdichte und trägt durch eine konsolidierte Verkabelung und Unified Fabric zur Verringerung der Netzwerkkomplexität bei. Zur Vernetzung gehören die Switches der Cisco-Nexus-5500-Serie, die auch die vollständige Redundanz aller Netzwerkpfade erlauben. VMware liefert mit vSphere die Virtualisierungstechnologie, um den Pod so effizient wie möglich auszulasten.

Der besondere Vorteil von FlexPod soll in der Standardisierung liegen. Größere Unternehmen werden dadurch in die Lage versetzt, reproduzierbare und konsistente Implementierungen für Arbeitsgruppen oder vertikale Anwendungen in kurzer Zeit aufzubauen. Stand Mitte Mai 2011 sollen bereits mehr als 150 Unternehmen FlexPods einsetzen.

Weiter mit: Sicherheit eingebaut

Sicherheit eingebaut

Alle FlexPod-Komponenten folgen dem Konzept der Ressourcen-Pools. Anwendungen innerhalb des FlexPod können je nach Bedarf einen mehr oder weniger großen Anteil an den Gesamtressourcen erhalten. Das soll das Management einer Anwendung im laufenden Betrieb erleichtern und beschleunigen. Auch der FlexPod an sich ist flexibel. Zusätzliche Pods können ergänzt oder auch nur einzelne Ressourcen innerhalb des Pods vergrößert werden. Die in der ersten FlexPod-Konfiguration implementierte Netzwerkinfrastruktur bietet Ports und eine entsprechende Bandbreite für bis zu drei FlexPod-Installationen.

In puncto Sicherheit ist FlexPod vor allem auf den Einsatz mit einer Virtualisierungslösung ausgerichtet. Wenn VMware genutzt wird, garantieren die Kooperationspartner sichere Mandantenfähigkeit für den Pod. Eingebaut sind Load Balancing, SSL-Offload und das Erkennen und Verhindern unerwünschter Zugriffe. Ein äußerst umfangreicher Entwurfsleitfaden beschreibt, wie Cisco, VMware und NetApp gemeinsam in einer Laborumgebung eine validierte Architektur für die sichere Mandantenfähigkeit entworfen haben.

FlexPod kann auch als Disaster-Recovery-Standort zur Datenwiederherstellung fungieren. In einem idealen Szenario gibt es sowohl am geschützten Standort als auch am DR-Standort eine oder mehrere FlexPod-Konfigurationen. Die Standorte können als Spiegelungen voneinander eingerichtet werden. Allerdings sind dann die entsprechenden Zusatzlizenzen für beide Pods notwendig. Die Backup-Elemente von NetApp VSC gehören ebenso dazu wie NetApp SnapMirror, SnapDrive und die entsprechenden SnapManager-Produkte, um Virtual Machines und deren Daten am DR-Standort zu replizieren. Zum automatischen Management des DR-Plans und zur Implementierung von Offline-Tests dieses Plans am DR-Standort sind der VMware Site Recovery Manager (SRM) und der NetApp Adapter für VMware SRM nötig.

Validierte Designs und Workloads auf FlexPod

Mehrere Standard-Workloads sind bereits mit FlexPod getestet worden und befinden sich im Einsatz bei Kunden. Eine wichtige Anwendung ist die Kombination mit VMware. Um eine Basiskonfiguration zu schaffen, die auch für die spätere Erweiterung genügend Spielraum lässt, unterstützt das Design von FlexPod für VMware 1.500 Benutzer und einen gemischten Workload aus VMware View 4.5 (VDI), Microsoft Exchange 2010, Microsoft SharePoint 2010 und Microsoft SQLServer 2008 R2. In diesem Workload ist auch Cisco Nexus 1000V Virtual Supervisor Module (VSM) enthalten. Dabei handelt es sich um einen Software Switch, der innerhalb des VMware-Kerns oder auf der Cisco Nexus 1010 Appliance läuft und für die enge Integration zwischen der Server- und Netzwerkumgebung sorgt. Ebenfalls mit dabei ist Cisco Nexus 1010, eine dedizierte Appliance, die mehrere Instanzen von Cisco Nexus 1000V VSM unterstützt.

Weiter mit: Unterstützung von Entwicklungs- und Testumgebungen

Unterstützung von Entwicklungs- und Testumgebungen

FlexPod für VMware umfasst auch die nötigen Storage-Funktionen, wie NetApp FlexClone, und Storage-Protokolle zur Unterstützung von Entwicklungs- und Testumgebungen. Das NetApp-VSC-Bereitstellungsmodul kann zur Erstellung platzsparender Klone von produktiven Virtual Machines für Test und Entwicklung genutzt werden. Entwicklungs- und Testumgebungen lassen sich auf zweierlei Weise sicher von Produktionsumgebungen trennen. Entweder es werden die Funktionen der Cisco UCSServer Blades genutzt, die so gruppiert werden können, dass Pools aus Blades für Tests und Entwicklungen eingesetzt und physisch von der Produktion isoliert werden. Oder die Test- und Entwicklungsressourcen werden in einem separaten VMware ESX Cluster zusammengefasst. Details sind in diesem Implementierungsleitfaden beschrieben.

Sharepoint, XenDesktop und SAP als Workloads

Ein Entwurfsleitfaden, ähnlich wie bei VMware, ist auch für Sharepoint verfügbar. Er zeigt in ausführlichen Details, wie eine Implementierung von SharePoint 2010 Enterprise auf FlexPod aussehen kann. Auch SAP wurde bereits getestet und ist als Workload verfügbar. Zu den dabei besonders wichtigen Features gehören eingegrenzte Kopien des SAP-Systems und ein extrem schnelles Provisioning von Systemen innerhalb weniger Minuten. Die Anwender sollen in der Lage sein, sicher und nahtlos zwischen physischen und virtuellen Server umschalten zu können. Auch die spezifischen Disaster-Recovery-Funktionen von FlexPod können mit SAP genutzt werden.

Eine weitere Virtualisierungslösung für den Desktop ist von Citrix für FlexPod verfügbar. Citrix XenDesktop auf FlexPod ist eine in sich geschlossene, einfach zu implementierende, wiederholbare Infrastrukturlösung für Virtual Desktops. Auf der Plattform sollen Hunderttausende von virtuellen Desktops möglich sein, oder eine Kombination aus XenDesktop und weiteren Anwendungen.

Für Supportanfragen zeichnen übrigens alle drei Kooperationspartner Cisco, NetApp und VMware verantwortlich. So sollen Zuständigkeitsprobleme bei schwierig zu diagnostizierenden Problemen vermieden und im Support-Fall Zeit und Ressourcen gespart werden.

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