Suchen

Fokussierung auf das Enterprise-Segment Seagate-Chef Watkins ist bei SSDs noch skeptisch

Redakteur: Philipp Ilsemann

Solid State Disks (SSDs) sind für Seagate-CEO Bill Watkins ein Thema, das „overhyped” ist. Zwar befindet sich das Unternehmen in der Entwicklung von High-Performance-SSDs, für Notebooks sei die Zeit jedoch noch nicht reif.

Firma zum Thema

Seagate-CEO Bill Watkins beäugt den SSD-Markt noch skeptisch.
Seagate-CEO Bill Watkins beäugt den SSD-Markt noch skeptisch.
( Archiv: Vogel Business Media )

Hört man Bill Watkins zu, so bekommt man schnell den Eindruck, dass der Seagate-CEO ziemlich genervt ist von den andauernden Fragen der Presse nach den Aktivitäten seines Unternehmens im Markt für Solid State Disks (SSDs). „Das Thema ist eindeutig overhyped”, ärgert sich Watkins. Die schnellen Halbleiter-Festplatten werden seit einiger Zeit als Ablöser der traditionellen Festplatte positioniert.

„Doch Storage-Entscheidungen erfolgen nach Preis pro Gigabyte”, sagt Watkins. Und hier können die SSDs noch lange nicht mithalten. Die Preise werden freilich fallen. So geht Watkins für das Jahr 2012 davon aus, dass eine SSD mit 60 Gigabyte Kapazität für 60 US-Dollar zu haben sein wird. Hard Disk mit 500 Gigabyte bewegen sich dagegen heute schon in diesem Preissegment.

Somit bleibt für ihn lediglich der so genannte Tier-0-Enterprise-Bereich mittelfristig als Markt für die Festkörperspeicher. Überall dort, wo möglichst viele I/Os pro Sekunde benötigt werden, kann der Siegeszug der SSD für Watkins also beginnen. Kein Wunder, dass in diese Richtungen auch die SSD-Bestrebungen von Seagate gehen. „Wir haben 100 Millionen Dollar in die Erforschung neuer Flash-Technologien gesteckt”, so Watkins. Geplant ist, im kommenden Jahr ein entsprechendes Tier-0-Enterprise-Produkt auf den Markt zu bringen.

Andere Segmente sind dagegen noch kein Thema. „Wir glauben nicht, dass SSDs bereit sind für Notebooks”, beteuert der CEO. Dafür spreche alleine schon, dass keine drei Jahre Garantie auf die Speicher angeboten werden. Zudem können sie etwa beim Bootvorgang ihren Geschwindigkeitsvorteil noch nicht ausspielen, da sie, um mit sonstiger Hardware und Betriebssystem zusammenzuarbeiten, eine gewöhnliche Festplatte emulieren müssen. Dieses Problem sei voraussichtlich in zwei Jahren gelöst.

(ID:2018134)