Hohe Strafen für Channel-Akteure

Seagate kämpft gegen den Festplatten-Graumarkt

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Heidi Schuster / Heidemarie Schuster

Wer wissentlich und unwissentlich mit Grauware handelt, muss mit Konsequenzen rechen.
Wer wissentlich und unwissentlich mit Grauware handelt, muss mit Konsequenzen rechen. (Bild: VBM-Archiv)

Der Graumarkt im IT-Channel hat in den vergangen sechs Monaten in der EMEA-Region einen Aufschwung erlebt, was Seagate veranlasst hat, konsequent dagegen vorzugehen. Wie das im Detail aussieht, verriet Sven Dunker von Seagate im Gespräch mit IT-BUSINESS.

Der IT-Graumarkt boomt aktuell in der EMEA-Region, und Hersteller Seagate geht derzeit verstärkt gegen den Festplatten-Graumarkt vor. Ein erster Erfolg ist bereits zu verbuchen: die unzulässigen Kanäle aus Asien scheinen gestoppt zu sein.

Graumarkt-Ware

Es gibt drei verschiedene Arten, wie Ware in den Graumarkt gelangt:

  • Ein OEM integriert zum Beispiel seine Festplatten nicht, die er zu besonderen Konditionen erworben hat, nicht weiterverkaufen darf, dies aber trotzdem tut.
  • Ein Distributor reported nicht akkurat oder missbraucht bestimmte Programme, um besondere Konditionen zu erzielen und verkauft diese Festplatten dann an Graumarkt-Kanäle weiter.
  • Beim Mehrwertsteuer-Karussell wird über ausländische Gesellschaften, die zu diesem Zweck gegründet oder mehrheitlich beherrscht werden, Ware umsatzsteuerfrei nach Deutschland eingeführt und um rund 15 Prozent verbilligt im Inland angeboten. Die Großhändler haben demnach die Produkte mit Ausweis der Umsatzsteuer weiterverkauft, die vereinnahmte Umsatzsteuer führten sie allerdings nicht an das Finanzamt ab.

„In der Regel sind all diese Preisvorteile, die hier entstehen, nicht legal erwirtschaftet“, so Sven Dunker, Senior Manager Channel Sales Team Central Europe bei Seagate.

Der Festplatten-Graumarkt ist ein ernstes Problem in der EMEA-Region und bringt den Channel viele Nachteile. So kann der Graumarkt zu reduzierten Investitionen im Marketing und in der Kundenbetreuung führen und Partner, die in die hohe Qualität von Service und den Support investiert haben, werden benachteiligt. „Wir wollen dem Fachhandel helfen, indem wir versuchen, den Markt zu bereinigen, soweit das möglich ist“, so Sven Dunker.

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Gegenmaßnahmen

Dunker erklärt, wie Seagate gegen den Graumarkt vorgeht: „Wir haben unsere Ansätze gegenüber dem Graumarkt verschärft. Seit November 2012 haben wir alleine in der europäischen Region rund 11.000 Seriennummern von Festplatten von verdächtigen Unternehmen über Zweit- und Drittfirmen zugekauft und über ein Dedektivbüro überprüft.“ Der Channel muss beim Handel mit Grauware mit Lieferstopps, Entzug der Genehmigung und hohen Geldstrafen rechnen. Keine dieser Maßnahmen betrifft aber die Verbraucher – sie wirken sich nur auf die Channel-Akteure aus.

„Dem Fachhandel muss bewusst sein, dass Ware, die einen signifikant günstigeren Preis hat, als der offizielle Marktpreis, häufig Grauware ist“, so Dunker.

Reseller haben seit dem 28. Mai 2013 auch keine Garantieansprüche mehr auf Seagate-Festplatten, die über einen Distributor, der nicht aus der Region kommt, bezogen wurden. Wenn es den Vorlieferanten von Grauimporten noch gibt, empfiehlt Seagate die Ware zurückzuschicken.

Zugelassene Kanäle

Fachhändler, die Seagate-Festplatten über zugelassene Kanäle kaufen, können von verschiedenen Vorteilen profitieren. Dazu zählen der Zugang zu Programmen und Werbeaktionen, Trainings, Service-Vereinbarungen und Informationen zu Produktwechseln. „Uns ist es wichtig, dass sich der Fachhandel die richtigen Distributionspartner aussucht“, so Dunker. „Bei von Seagate autorisierten Distributoren werden Reseller immer Ware erhalten, die ‚sauber‘ ist und Unterstützung beim Verkauf erhalten.“

Hier kann eine Garantieüberprüfung für Seagate-Festplatten durchgeführt werden. □

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