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Seagate und Samsung läuten zweite Perpendicular-Magnetic-Recording-Runde ein

| Autor / Redakteur: Peter Hempel / Martin Hensel

Festplatten mit hoher Datendichte und weniger bewegten BauteilenZwei Hersteller, zwei Ansätze: Seagate liefert ab sofort 3,5-Zoll-Festplatten mit 250 GByte Gesamtkapazität auf nur einer Scheibe aus. Samsung kontert mit der Ankündigung von bis zu 334 GByte pro rotierender Scheibe und realisiert so mit drei Platten ein Terabyte mit drei dieser ständig bewegten Bauteile.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Festplatten mit hoher Datendichte und weniger bewegten Bauteilen

Seagate führt das Rennen um die Kunden um Haaresbreite an, denn die HDD mit nur einer rotierenden Speicherplatte und 180 Gigabit pro Quadratzoll Datendichte wird bereits ausgeliefert während sich Samsung bisher nur auf Ankündigungen der Auslieferung für Anfang des dritten Quartals beschränkt. Die beiden erhältlichen Seagate Barracuda-7200.10-Festplatten in 3,5-Zoll-Ausführung mit acht oder 16 MByteCache haben SATA-3-Gbit/s-Schnittstellen und Native-Command-Queuing-Unterstützung (NCQ). NCQ ermöglicht, dass mehrere Anfragen gleichzeitig an die Festplatte geliefert werden und diese dann entscheidet, welche Anfrage sie zuerst abarbeitet. Durch die Vermeidung unnötiger Kopfbewegungen kann so der Durchsatz und vor allem die Latenz verbessert werden. Sie werden als Basis für Seagates Desktop-, Enterprise- und externe Festplattenlösungen mit einem TByte Kapazität dienen.

Samsung nutzt dagegen den technologischen Fortschritt der erhöhten Datendichte durch Perpendicular Recording auf anderem Weg: Der Hersteller bringt eine Kapazität von einer Billion Bytes auf drei rotierenden Platten unter. Die Spinpoint F1 wird in naher Zukunft in drei verschiedenen Größen zwischen 500 GByte und einem Terabyte erhältlich sein. Auch hier kommt eine SATA-3-Gbit/s-Schnittstelle und NCQ zum Einsatz. Ein TByte auf drei Platten entspricht einer Datendichte von über 240 Gigabit pro Quadratzoll.

Weniger Bauteile, mehr Effizienz

Je mehr sich bewegt, desto ineffizienter wird eine Festplatte. Mit der Reduzierung bewegter Teile werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Stromverbrauch, Lautstärke und Leistung – die wichtigsten Faktoren bei der Bewältigung der riesigen Speichermengen – werden bei beiden Lösungsansätzen optimiert.

Geringer Stromverbrauch reduziert die Betriebstemperatur, was sich positiv auf Zuverlässigkeit und Lebensdauer auswirkt. In diese Richtung zielt Seagate offensichtlich mit seiner Festplattenreihe, die nur noch eine rotierende Scheibe verbaut – auf Kosten möglicher Kapazitätsrekorde. Durch die deutlich höhere Datendichte wird ein Zuwachs der Lese-/Schreibgeschwindigkeit erreicht, da der Lesekopf pro Umdrehung mehr Daten liest und damit bei gleicher Umdrehungszahl die Datenrate steigt – was das Credo von Samsung zu sein scheint.

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