Storage-Trends 2019

Sechs Prognosen von Western Digital

| Autor / Redakteur: Martin Fink* / Tina Billo

RISC-V stellt bislang nur einen kleinen Anteil der weltweit ausgelieferten Prozessor-IP. Dies wird sich 2019 aus Sicht von Western Digital ändern.
RISC-V stellt bislang nur einen kleinen Anteil der weltweit ausgelieferten Prozessor-IP. Dies wird sich 2019 aus Sicht von Western Digital ändern. (Bild: Western Digital)

Auch Western Digital wurde um eine Einschätzung gebeten, welche Trends die Speicherwelt im kommenden Jahr voraussichtlich bewegen. Chief Technology Officer Martin Fink warf für Storage-Insider einen Blick in die Zukunft.

Zweifelsohne spielt bei den Prognosen der Hersteller auch immer ein wenig die vom eigenen Haus verfolgte technische Marschrichtung mit hinein. Dies zeigt sich auch bei den Entwicklungen, die Western Digital 2019 für vielversprechend hält. Die aus Sicht des Herstellers wichtigsten Tendenzen im Schnelldurchlauf.

"Open Composability" wird erwachsen

Grundsätzlich ist der Begriff "Composability" nicht neu. Im kommenden Jahr werden wir allerdings erleben, dass anstelle heutiger, unflexibler und proprietärer Lösunge offene Ressourcen-Pools treten und sich schrittweise zum Mainstream entwickeln. Unternehmen werden verstärkt auf offenen Standards basierende Infrastrukturen aufbauen, die speziell auf ihr Arbeitsaufkommen zugeschnittenen sind und sich für vielfältige Daten eignen.

Nachfrage nach RISC-V-Chips nimmt zu

Je weiter das Internet der Dinge (IoT) wächst, desto mehr werden die Langlebigkeit und der Lebenszyklus der "vernetzten Dinge" zu einem entscheidenden Kriterium. Schließlich ändern sich der Arbeitsaufwand und die damit verbundenen Verarbeitungsanforderungen ständig. Vor diesem Hintergrund wird die Nachfrage nach RISC-V-Halbleiterbausteinen zulegen. Getragen wird diese von Organisationen, die IoT-Embedded-Geräte gezielt auf einen bestimmten Arbeitsvorgang zuschneiden. Gleichzeitig die Kosten und Sicherheitsrisiken verringern wollen, die mit dem Einsatz von Chips verbunden sind, die nicht auf Open-Source-Befehlssätzen basieren.

Erste Schritte hin zu Fabric-basierter Infrastruktur

Obwohl die Industrie auf den Aufbau einer Fabric-basierten Infrastruktur hinarbeitet, wird es noch Jahre dauern, bis dieses Konzept verwirklicht wird und Organisationen mit der Umstellung ihrer IT beginnen. Dennoch werden wir 2019 erste Schritte hin zu einer Fabric-Infrastrukur einschließlich eines Fabric-Attached Memory und einer allgemeinen Verbreitung von Fabric-Attached Storage (FAS) sehen.

Wenngleich der Wechsel noch am Anfang steht, setzt die Verwendung von FAS dennoch ein Zeichen. Denn dies zeigt, dass wir als Branche die notwendigen Maßnahmen ergreifen, die für die Verbindung aller Komponenten untereinander erforderlich sind. Die Rechenressourcen können dadurch näher an die Daten heranrücken, anstatt diese mehrere Schritte von der Rechentechnik entfernt vorzuhalten.

Energiegestützte Techniken gewinnen an Bedeutung

Des Weiteren werden sich energiegestützte Techniken wie MAMR weiter von der PMR-Technologie absetzen. Die Verfügbarkeit darauf beruhender Speichermedien wird zunehmen, da Kunden für den Einsatz in ihren Rechenzentren hochkapazitative Lösungen zu vertretbaren Preisen fordern. Abstriche an der Leistung wollen sie jedoch nicht hinnehmen, insofern sind auf energiegestützten Techniken beruhende Speicher für sie eine kosteneffektive Alternative.

Containerisierung kommt in Gang

Darüber hinaus werden Organisationen, die eine groß angelegte Virtualisierungsstrategie verfolgen, mit der Containerisierung beginnen. Die Aufspaltung der verschiedenen Elemente – Speicher, Recheneinheit, Netzwerk und Massenspeicher – wird sich fortsetzen und nach und nach auf breit angelegte Container-Lösungen umgestellt. Narayan Venkat, Vice President, Data Center Systems bei WDC, und Stefaan Vervaet, Senior Director of Global Strategic Alliances in der Datacenter Business Unit von Western Digital.

Edge Computing setzt sich durch

Edge Computing bleibt ebenso ein weiterer Top-Trend. Da die Rechenleistung näher an die von Edge-Geräten erzeugten Daten heranrückt, lassen sich diese über kurz oder lang in Echtzeit verarbeiten. Dadurch kommt beispielsweise die Automobilindustrie dem Ziel ein Stück näher, vollständig autonom fahrende Autos auf die Straßen zu bringen. Im Bereich Biowissenschaften könnten präzise medizinische Diagnosen schneller getroffen und damit lebensbedrohende Krankheiten in kürzerer Zeit diagnostiziert und therapiert werden.

Voraussichtlich beginnen zudem kleinere Cloud-Systeme an der Edge zu sprießen. Durch die wachsende Verbreitung miteinander vernetzter "Dinge" wird die Zahl der Datenreservoirs explosionsartig wachsen und es werden Zonen mit Mikro-Clouds - eben jenen kleineren Clouds an der Edge – in den Geräten entstehen. Der Fokus liegt dabei auf der effektiven Verarbeitung und Konsolidierung der Daten, die nicht nur von dem "Ding" selbst, sondern auch von allen dort verwendeten Applikationen produziert werden.

Der Autor: Martin Fink ist CTO bei Western Digital.
Der Autor: Martin Fink ist CTO bei Western Digital. (Bild: Western Digital)

Kommentare werden geladen....

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45671641 / RZ-Technik)