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MAID-Systeme sollen Storage-Portfolio stärken SGI kauft Copan Systems

| Redakteur: Nico Litzel

Silicon Graphics International (SGI) übernimmt für zwei Millionen US-Dollar die Reste des 2002 gegründeten MAID-Pioniers Copan Systems. Mit der Übernahme verfolgt das kürzlich selbst von Rackable Systems aufgekaufte Unternehmen das Ziel, das eigene Angebot im Speicherbereich um MAID-Plattformen zur Archivierung von Permanentdaten auszubauen.

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SGI sichert sich für zwei Millionen US-Dollar in bar die MAID-Systeme von Copan.
SGI sichert sich für zwei Millionen US-Dollar in bar die MAID-Systeme von Copan.
( Archiv: Vogel Business Media )

Nicht jede gute Idee setzt sich am Markt durch und rechnet sich letztlich für Start-ups und deren Investoren. Diese Erfahrung mussten Copan Systems und dessen Financiers wie Austin Ventures, Credit Suisse oder NTT Leasing Capital machen: SGI, selbst kürzlich von Rackable Systems aufgekauft, übernimmt für gerade einmal zwei Millionen US-Dollar wichtige Teile von Copan Systems, darunter alle MAID-Rechte.

Das 2002 gegründete Start-up Copan Systems hat den Begriff MAID – Massive Array of Idle Disks – im Jahr 2004 geprägt. Damals hatte das Unternehmen mit dem „Revolution 200T“ sein erstes Disk-System zur Archivierung von Permanentdaten vorgestellt, in dem maximal ein Viertel der Festplatten auf einmal lief.

Die Geschwindigkeit von Disks (fast) zu den Kosten von Tapes

MAID verfolgt das Ziel, Archivierung mit der Performance von Festplatten nahezu zu Kosten von Tape zu ermöglichen. In MAID-Plattformen werden Festplatten abgeschaltet oder verlangsamt, wenn auf diese nicht zugegriffen wird, um so den Energieverbrauch des Systems zu senken und die Betriebskosten niedrig zu halten.

MAID-Systeme bieten darüber hinaus zwei weitere Vorteile: Zum einen verlängert sich die Lebensdauer von günstigen SATA-Festplatten, wenn sich diese langsamer drehen. Zum anderen lassen sich aufgrund von geringeren Vibrationen und weniger Abwärme mehr Festplatten in einem MAID- als in einem konventionellen Speichersystem unterbringen.

Allerdings wird MAID bisher nur zögerlich vom Markt angenommen, da sich viele Anwender von anderen Verfahren wie der Deduplizierung höhere Einsparungen erhoffen. Zudem ist in den vergangenen Jahren der Wind für den MAID-Pionier rauer geworden, da zwischenzeitlich auch etablierte Hersteller wie EMC, Fujitsu oder Hitachi Data Systems das Verfahren, das auch Disk Spin-down genannt wird, in ihren Systemen anbieten. Auch Festplattenhersteller haben das Potenzial erkannt und setzen auf die Technik, indem sie intelligente Stromsparfunktionen direkt in ihre Laufwerke integrieren.

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