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Jottacloud, Livedrive, Grass-Merkur Sichere Cloud-Speicher aus Deutschland und Europa, Teil 7

Von Thomas Joos

In unserer Reihe zu sicheren Cloud-Speichern aus Deutschland blicken wir wieder einmal über den Tellerrand und stellen Services aus Norwegen und Großbritannien vor. Wir zeigen aber auch wieder einen empfehlenswerten Cloud-Speicher direkt aus Deutschland.

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Auch jenseits der EU-Grenzen lassen sich sichere und datenschutzrechtlich konforme Cloud-Speicher-Lösungen finden, wie zum Beispiel in Norwegen oder Großbritannien.
Auch jenseits der EU-Grenzen lassen sich sichere und datenschutzrechtlich konforme Cloud-Speicher-Lösungen finden, wie zum Beispiel in Norwegen oder Großbritannien.
(Bild: © vegefox.com - stock.adobe.com)

Zu einem der deutschen Angebote, die sicheren Speicherplatz zur Verfügung stellen und Rechenzentren in Deutschland betreiben, gehört Grass-Merkur. Aber auch in anderen Ländern gibt es durchaus interessante Angebote, zum Beispiel in Norwegen. Hier stellen wir den Speicherservice Jottacloud vor. Mit Livedrive beschäftigen wir uns außerdem mit einem Cloud-Speicher aus Großbritannien: Livedrive ist vor allem interessant für Unternehmen, die geschäftlich in Großbritannien zu tun haben.

Jottacloud – DSGVO-konform, CO2-neutral, unbegrenzt

Norwegen ist zwar kein Bestandteil der EU, aber sehr eng mit der europäischen Union verbunden. Das Land ist Teil des Schengenraums und Teil des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), an dem es als Mitglied der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) teilnimmt. Der Cloud-Speicher Jottacloud ist nach eigenen Angaben konform mit der DSGVO und steht sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen zur Verfügung. Das norwegische Datenschutzrecht steht dem europäischen und deutschen keineswegs nach, sondern ist ebenfalls sehr streng.

Da es ist um ein norwegisches Unternehmen geht, spielen US-amerikanische Geheimdienste keine Rolle. Der US Patriot Act hat keine Auswirkung auf den Speicher. Die Rechenzentren betreibt das Unternehmen in Oslo und Stavanger mit erneuerbarer Energie und gekühlt mit Meerwasser. Laut dem Unternehmen werden die Rechenzentren CO2-neutral betrieben.

Die Anbieter stellen Clients für Windows und macOS zur Verfügung. Auch die obligatorischen Apps für iOS und Android lassen sich aus den jeweiligen Stores herunterladen. Interessant bei Jottacloud sind Tools für die Befehlszeile (Command Line Tools, CLI), mit denen sich einzelne, lokale Verzeichnisse effektiv mit der Cloud synchronisieren lassen. Diese sind über macOS, Windows und Linux nutzbar. Natürlich kann auch über eine Weboberfläche auf den Cloud-Speicher zugegriffen werden. Diese steht auch mit einer deutschsprachigen Oberfläche zur Verfügung.

Die norwegische Jottacloud bietet auch eine deutsche Oberfläche und viel Speicherplatz.
Die norwegische Jottacloud bietet auch eine deutsche Oberfläche und viel Speicherplatz.
(Bild: Joos)

Ein herausragender Vorteil von Jottacloud besteht darin, dass der Anbieter für knapp acht Euro pro Monat grenzenlosen Speicherplatz in der Cloud bietet. Dazu kommen Funktionen, die anderen Speicherservices in nichts nachstehen. Bezüglich der Sicherheit bietet Jottacloud die Unterstützung für 2-Faktor-Authentifizierung. Das ist längst nicht für alle Cloud-Speicher selbstverständlich.

Neben der Möglichkeit, lokalen Speicherplatz zu buchen, kann Jottacloud zudem Teams anbinden. Hier können Team-Administratoren Einstellungen und Berechtigungen für den Teamspeicher zentral steuern. Das gemeinsame Arbeiten an Office-Dokumenten ist mit Jottacloud genauso möglich wie zum Beispiel bei der Verwendung von OneDrive oder OneDrive for Business. Die zahlreichen Funktionen des Speichers sind auf der Webseite des Anbieters zu sehen.

Livedrive – sicherer, unbegrenzter Cloud-Speicher aus Großbritannien

Der britische Cloud-Service Livedrive, der vom Unternehmen J2 Global betrieben wird, orientiert sich ebenfalls an den Vorgaben der DSGVO und hält diese nach eigenen Angaben auch ein. Das Unternehmen betreibt seine ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren in Großbritannien. Zu J2 Global gehören auch SugarSync, KeepItSafe sowie LiveVault. Im Fokus des Unternehmens stehen Cloud-Speicher für Privatpersonen, kleine und mittlere Unternehmen (KMU), aber auch für große Unternehmen.

Neben den umfassenden Verschlüsselungstechnologien stellt Livedrive auch Multifaktor-Authentifizierung zur Verfügung. Für mehr Sicherheit verteilt der Anbieter die Dateien auf mehrere Server und Rechenzentren, sodass diese nie ganz auslesbar wären, selbst wenn ein Angreifer einen Server übernähme. Die Kundendaten werden darüber hinaus maskiert gespeichert.

Livedrive steht mit drei verschiedenen Plänen zur Verfügung. Der „Backup“-Plan kostet 80 Euro pro Jahr und bietet unbegrenzten Speicherplatz für die Sicherung eines einzelnen Computers. Mit der „Pro Suite“ erhalten Anwender für 180 Euro pro Jahr unbegrenzten Speicherplatz für die Sicherung von bis zu fünf PCs und verschiedenen Smartphones. Dazu kommt noch 5 TB Speicherplatz pro Benutzer. Der „Briefcase“-Plan bietet 2 TB Speicherplatz in der Cloud für 110 Euro pro Jahr.

Für den Zugriff auf den Speicher stehen Apps für Windows, iOS und Android zur Verfügung. Auch der Zugriff über eine Weboberfläche ist mit Livedrive möglich. Ein kostenloser Test ist leider nur eingeschränkt möglich. Wer vergisst, das Testabonnement zu kündigen, geht leider bereits ein Abonnement ein. Bezüglich des Teilens von Dokumenten und weiteren Funktionen, die andere Anbieter zur Verfügung stellen, ist Livedrive eher eingeschränkt. Es lohnt sich aber, den Speicher in den Vergleich mit einzubinden, wenn Anwender oder Unternehmen auf der Suche nach Cloud-Speichern sind, die nicht unbedingt in der EU positioniert sein sollen, dennoch aber sicher und stabil sein müssen.

Grass-Merkur – Hyperscaler aus Deutschland

Die Managed Services von Grass-Merkur richten sich vor allem an Unternehmen und gehen weit darüber hinaus, was einfache Cloud-Speicher bieten. Im Rahmen seiner Managed Services stellt Grass-Merkur aber auch Cloud-Dienste und sicheren Speicherplatz in seinem Rechenzentrum in Hannover zur Verfügung. Die Dienste und Rechenzentren sind nach ISO 27001, ISO 27017 und ISO 27018 zertifiziert; alle Daten verbleiben in Deutschland und unterliegen daher direkt der DSGVO.

Erfreulich beim Anbieter ist ein transparentes Preismodell, bei dem keine weiteren Kosten für Transferraten dazukommen. Die Preise belaufen sich auf monatlich ab 2,8 Cent/GB (bis 10 TB) bis 2,45 Cent/GB netto (ab 400 TB).

Der Cloud-Speicher steht auf Basis von Ceph zur Verfügung. Der S3-kompatible Storage eignet sich auch zur Speicherung großer Datenmengen und ebenso für Backups. Der Cloud-Storage wird nach effektiv belegtem Speichervolumen monatlich berechnet. Dabei wird der effektiv belegte Speicher pro Tag ermittelt, und auf dieser Basis wird der Mittelwert über den gesamten Monat berechnet. Unternehmen zahlen also nur den Speicherplatz, der effektiv belegt wird. Im Fokus des Anbieters stehen auch Backup-Speicher, zum Beispiel für die Sicherungs-Software Veeam. Der Cloud-Storage kann problemlos über Standardschnittstellen (S3) in vorhandene Backup-Infrastrukturen eingebunden werden.

Interessant ist auch die Möglichkeit, den Cloud-Speicher von Grass-Merkur in OwnCloud anzubinden. Dadurch können Unternehmen leicht eine private oder hybride Cloud-Infrastruktur aufbauen und parallel auch Daten zur Datensicherung auf die Cloud-Speicher auslagern. Die Umgebung eignet sich vor allem für Unternehmen, die große Datenbanken auslagern wollen und eigene Clouds betreiben sowie die Datensicherung extern speichern wollen, um im Katastrophenfall eine sichere Wiederherstellung zu ermöglichen.

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