Kommentar von Rainer Graefen zum Backup-Hype anno 2017

So viel Backup war noch nie

| Redakteur: Rainer Graefen

Rainer Graefen, Chefredakteur Storage-Insider
Rainer Graefen, Chefredakteur Storage-Insider (Bild: Vogel IT-Medien)

Das Leben ist schneller geworden und es wird nicht langsamer werden, wenn man den Experten von Watson, Scrum, Container und Virtualisierung lauscht. Die Wiederverwertbarkeit vieler Teile des Software-Codes wird dafür sorgen.

Angesichts der Beschleunigung in der IT fällt das Backup technisch wie inhaltlich ein wenig aus dem Rahmen, vom Archiv ganz zu schweigen. Backup bedeutet Stillstand, wenn nicht sogar Rückschritt, im besten Falle eine Versicherungsangelegenheit, der man unangenehmerweise ein Stück Aufmerksamkeit widmen muss.

Der Restore ist der Katastrophenfall

Die Aufmerksamkeitsspanne ist allerdings schon stark strapaziert, wenn es an die Umsetzung des einfachen Datenschutzes mit Software, Blech und einer ausreichenden Speicherkapazität der für schützenswert erklärten Datenbestände geht.

Jede zusätzliche strategische Überlegung und jedes zeitgerecht arbeitende Backup-Fenster sind danach schon zu viel des Guten. Dumm nur, dass die Backup-Technik nicht so mitspielt, wie man das gerne hätte.

Bekanntlich bilden Backup und Datenwachstum schon seit der Frühzeit digitalisierter Datensicherung eine untrennbar miteinander verknüpfte Doppelhelix. Sobald irgendwo etwas wächst oder besser wird, zwickt es an einer Stelle. Hätte niemand die Flasche erfunden, so hätten auf jeden Fall die Datensicherungsexperten den Flaschenhals als eigenständiges Transportmittel entdeckt. Anders als im Internet ist es beim Backup sehr schwer Daten von A nach B zu schicken.

Die Backup-Kosten sind so oder so ruinös

Gleich drei Baustellen sind es, die den Unternehmens-Anwender zu einer stark verlängerten Aufmerksamkeitsspanne zwingen:

  • 1. Traurig nun, dass die Ransomware-Bedrohung an den Grundfesten des Backups rüttelt. Ohne Zeitstempel und digitale Signaturen könnte die Datensicherung in der Zukunft zum Fake-Backup mutieren.
  • 2. Damit konnte ja keiner rechnen, dass Unternehmen eines Tages nicht durch den Verlust ihrer Daten bedroht sind, sondern für die Zugriffserlaubnis auf die eigenen Daten bezahlen müssen. Nun ja, wenn man es recht bedenkt, dann ist das beim Cloud-Backup auch nicht viel anders. Da zahlt man einen kleinen Obulus für das Hochladen und einen noch größeren für den Download.
  • 3. Und noch von einer dritten Seite droht Gefahr. Wer eigentlich gerne auf sein Backup verzichten würde, weil es ja eh nichts bringt, der wird in Kürze mit der Europäischen Datenschutz-Grundschutzverordnung konfrontiert. Dort will man 3 oder 4 Prozent – also so viel wie man vor Steuern nicht verdient – vom Umsatz haben, wenn gegen die europäischen gesetzlichen Verordnungen verstoßen wird.

Das nennt man wohl eine Zwickmühle. Vielleicht sollte man mal über einen unzerstörbaren WORM-Speicher nachdenken. Bis dieser erfunden ist, empfehle ich unser 3-2-1-Kompendium. Dort findet sich manche Erleuchtung zum Thema „The last line of defense“.

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