Besser durch den Verkehr

Software des Hasso-Plattner-Instituts hilft mit intelligenten Prognosen

| Autor / Redakteur: Christoph Kurth / Nico Litzel

Die neue Lösung der HPI-Forscher soll Logistikunternehmen helfen, Kosten zu sparen.
Die neue Lösung der HPI-Forscher soll Logistikunternehmen helfen, Kosten zu sparen. (HPI)

Forscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben ein System für Logistikunternehmen entwickelt, das in Echtzeit interne Informationen mit verkehrsrelevanten Daten aus dem Internet verknüpft.

Das System der Potsdamer Wissenschaftler, Dr. Anne Baumgraß, Andreas Meyer und Marian Pufahl, kann Daten unmittelbar verarbeiten und zur Vorhersage von Ereignissen nutzen. Basis sind dabei moderne Complex-Event-Processing-Technologien (CEP). Sie führen die aktuellen und sich ständig verändernden Informationen aus dem Unternehmen und dem Internet zusammen und werten diese aus. So erfahren die Planer sofort, ob und wie lange ein LKW im Stau steht und wie sehr sich dadurch der Transportweg verzögert. Dr. Anne Baumgraß erklärt, dass es „eines der bislang größten Probleme ist, dass bestehende Systeme erst dann Auskunft über Verspätungen geben, wenn diese bereits eingetreten sind, LKWs also im Stau stehen“.

Vorhersage von Verkehrsstörungen

Das System der drei HPI-Wissenschaftler soll hingegen Verkehrsstörungen vorhersagen, bevor sie eintreten. Andreas Meyer erklärt, dass „im Verkehr oftmals viele Variablen zusammenwirken. Wir sind beispielsweise mit Blick auf den Eurotunnel zwischen Frankreich und England mittlerweile in der Lage, von hohen Windstärken aus zu schlussfolgern, ob Fähren ausfallen und dadurch mit Staus im Tunnel zu rechnen ist. Dadurch können Routen frühzeitig optimiert werden“. Neben Witterungsverhältnissen soll die neue Lösung für die optimale Routenberechnung auch Straßensperrungen, Demonstrationen, verzögerte Be- und Entladezeiten und schlecht funktionierende Kräne am Hafen berücksichtigen.

Kosteneinsparung

Die HPI-Forscher sehen vor allem Vorteile bei globalen Lieferketten. Bislang konnten Planer in einem Land zum Beispiel nichts von Lieferverzögerungen mitbekommen, die in einem anderen Land verursacht wurden. Das neue System soll die Kommunikation zwischen den vielen Schnittstellen erleichtern. Eine effizientere Planung der Transportstrecken soll so auch finanzielle Schäden vermeiden. Lassen sich durch eine gezielte Planung Leerfahrten und Unterbrechungen vermeiden, vermindert dies zudem den CO2-Ausstoß.

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