SATA-Kommandos wie NCQ behindern Flash-Drives

Solid State Disks sind im Netzwerk leistungsfähiger

| Redakteur: Rainer Graefen

Jörg Karpinski, Geschäftsführer bei PSP Pillokat
Jörg Karpinski, Geschäftsführer bei PSP Pillokat (Pillokat)

SSDs an HDD-Schnittstellen anzuschließen ist wenig sinnvoll, da die Performance der nächsten Flash-Generation deren Bandbreite überschreitet. Die Übernahme von Texas Memory Systems durch IBM beschleunigt zudem die technische Entwicklung. Was erwartet die Anwender?

Storage-Insider.de: Herr Karpinski, Sie sind ausgewiesener Experte für den SSD-Markt. Braucht dieser Markt nicht langsam Standards?

Standards sind derzeit dem SSD-/Flash-Markt eher fremd. Im Gegenteil. Zuverlässige und performantere SSD-/Flash-Lösung entstehen aktuell vor allem durch proprietäre technische Interpretationen, die sich nicht an standardisierte Komponenten und technische Vorgaben halten.

Aus Sicht des Kunden, der sich unbedingt intensiver mit den neuartigen Möglichkeiten auseinander sollte, erschwert dies zwar erheblich die Entscheidung für die jeweils richtige Lösung. Die im Markt befindlichen Produkte unterscheiden sich aber in ihren Eigenschaften dramatisch. Mit guter Beratung lassen sich jedoch optimierte Lösungen finden, die auch langfristig die Investitionskosten schützen.

Wir werden noch in diesem Jahr weitere enorm spannende Ansätze sehen. Beispielsweise jene, wie man MLC Flash durch Bitsteuerung auf das Leistungsniveau von SLC bringen kann. Standards würden hier sogar die Entwicklung verhindern.

Es sieht so aus als ob im SSD-Markt ein Architektur-Streit vor der Türe steht. Wohin geht die Entwicklung im SSD-Markt nachdem SAS- und SATA-Schnittstellen auf Dauer zu limitierenden Faktoren werden?

Von einem Streit zu sprechen würde ich verneinen. Vielmehr befinden wir uns in einer „Pionierzeit“ der Lösungen. Die Chancen und Möglichkeiten, die sich durch die inzwischen enorm stabile und bezahlbare SSD-Technik offenbaren, lassen initeressante neue Denkmodelle zu.

Mit der aktuellen Generation PCIe V.3 wird nicht nur für die Steckkarten, sondern auch für zukünftige Appliance-Architekturen unter Berücksichtigung der NVMe basierten Parallel-Zugriffsoptionen nahezu jede Bandbreite möglich. Damit löst sich die Übertragungslimitation.

SAS-Bus Architekturen werden auf dieser mittelfristigen Basis abgelöst bzw. optimiert. Mit Blick auf die Entwicklungsabteilungen der Hersteller wird der Markt zukünftig weiterhin von Komplettlösungen auf Standard-Bus-Technologien dominiert. Wer PCIe-Karten einsetzt, der sollte sich bewusst sein, dass dies eine Server-Insellösung ist, und High-end SSD-Lösungen lassen sich derzeit nur mit proprietären auf die Anwendung zugeschnittene Konfigurationen umsetzen.

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