Wie entwickeln sich Startups? Teil 1, Vexata

Speicher für kognitives Computing

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter* / Tina Billo

Das Startup Vexata positioniert seine skalierbaren NVMe Flash-Arrays als Speicher für die kognitive Ära.
Das Startup Vexata positioniert seine skalierbaren NVMe Flash-Arrays als Speicher für die kognitive Ära. (Bild: Vexata)

Vor einem Jahr haben wir das kalifornische Startup-Unternehmen Vexata vorgestellt. Durch die Neuentwicklung der Architektur des Storage Controllers erzielt die Company enorme I/O-Durchsatzraten bei ihren Flashspeichern. Heute wollen wir über die Entwicklung im vergangenen Jahr berichten, in dem einige technische Neuerungen präsentiert wurden und das mit einem Reseller-Vertrag für Nordamerika mit Fujitsu wirtschaftlich erfolgreich endete.

Zur Erinnerung: Die Struktur von Vexatas "Active Data Architecture" (ADA) basiert im Wesentlichen auf der Trennung von Daten- und Kontrollpfad im Speicher-Stack. "Wir haben die Netzwerk-Architektur im Daten-I/O eingeführt", beschreibt Ashish Gupta, Chief Marketing Officer bei Vexata, die Idee von ADA. Damit lassen sich für die Anwender mehr Daten in Echtzeit nutzen, weil die Rechner-CPU nur mehr mit den Metadaten arbeiten muss. Die Schreib- und Lesevorgänge von und zu den Flash-Speichern übernimmt der Vexata-Router mit dem Betriebssystem VX-OS.

Mitte 2018 präsentierte Vexata die neue Version 3.5 von VX-OS, mit der nach eigenen Angaben die Leistung der hauseigenenVX-100 Flashspeicher "das Fünf- bis Zehnfache herkömmlicher SSDs erreicht". Die eigenen Produkte seien damit tauglich für das neue Zeitalter des kognitiven Computings.

Flaschenhals-Killer und Konsolidierungskönig

Im August 2018 stellte das Unternehmen aus San Jose seine für VMware optimierte Lösung vor. Sie soll der Entwicklung moderner Applikationen begegnen, die mehr Bandbreite, IOPs und schnelle Antwortzeiten erwarten. "Damit ist in herkömmlichen All-Flash-Arrays der Speichercontroller überfordert", konstatiert Vexata. Hinzu kommt, dass die Zahl der virtuellen Maschinen, die von VMwars ESX Hypervisor unterstützt werden, dank heutiger Multi-Core-CPUs auf einige Hundert pro Rack steigen kann.

"Schon ein einziger Multi-Core-Server kann den Durchsatz der meisten Flashspeicher überfordern", behauptet das Unternehmen. Die hauseigene Produktlinie VX-100F soll diesen Flaschenhals beseitigen und zudem auch eine Konsolidierung ermöglichen. Die Kapazitäten der auf NVMe-basierenden Arrays lassen sich von Terabytes auf Petabytes erweitern. Sie sind zertifiziert für VMware ESXi 6.7 und unterstützen Microsoft Hyper V, Citrix XenServer, Oracle/RHEL Virtualization und KVM.

Fujitsu-Kooperation soll weiteren Schub verleihen

Im November 2018 hat Vexata einen Reseller-Vertrag mit Fujitsu für Nordamerika abgeschlossen und erhofft sich damit eine einfachere Marktdurchdringung. Die Vereinbarung sieht auch eine Kooperation zum Erschließen vertikaler Märkte vor. Zudem will man eine Palette von Referenzarchitekturen entwickeln. Dazu hat Vexata Zugang zu den Fujitsu Solution Labs im kalifornischen Sunnyvale erhalten. Gemeinsam hat man eine "Velocity AI" Referenzarchitektur entwickelt, die es den Anwendern erleichtern soll, von Business Intelligenz zu Artificial Intelligenz mit Machine- und Deep Learning zu gelangen.

Im brandneuen Labor arbeiten vier Fujitsu-Server vom Typ Primergy RX2540 mit vier Nvidia Tesla V100 GPUs, vier 100GBe-Ports sowie Nvidias Container-basierender GPU Cloud Deep Learning Stack mit passendem Machine Learning Framework. Zwei Mellanox-Switches SN2700 (100 Gbps, 32 Ports) schaffen die Verbindung zum Vexata Scale-out-Flashspeicher VX100-FS NVMe-oF, der eine Kapazität von 430 TB und eine Bandbreite von 40 GB/s mitbringt.

Win-Win-Situation

Fujitsu verspricht sich von der Zusammenarbeit, die Entwicklung der neuen Generation von IT-Infrastruktur für ihre High-Performance-Kundschaft voranzutreiben. Für Vexata bedeutet diese Zusammenarbeit nicht nur die Anerkennung der technischen Performance sondern natürlich auch die Verbreiterung der eigenen Kundenbasis inklusive mehr Umsatz. Die Company zehrt noch immer von den 54 Millionen Dollar, die sie als Startup erhalten hat. Mittlerweile kann sie aber auch schon namhafte Kunden wie Broadcom oder Tata vorweisen.

* Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Systemischer Coach (SE) in München.

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