Flexibilität ist entscheidend Speichern mit hybriden Cloud-Infrastrukturen

Autor / Redakteur: Nevzat Bucioglu* / Dr. Jürgen Ehneß

Die Zeiten des Entweder-oder sind vorbei, wenn es um die Nutzung der Cloud geht. Heute findet man in den meisten Unternehmen eine hybride Infrastruktur aus Public und Private Cloud vor. Wie gut so eine hybride Infrastruktur funktioniert, hängt wesentlich von ihrer Flexibilität ab.

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Gerade in hybriden Cloud-Umgebungen relevant: Software-Container.
Gerade in hybriden Cloud-Umgebungen relevant: Software-Container.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Das gilt in zweierlei Hinsicht: Zum ersten muss die Private Cloud das gleiche Maß an Flexibilität bieten wie die Public Cloud. Das bringt gewissen Anforderungen vor allem an das Abrechnungsmodell mit sich. Zum zweiten muss gewährleitstet sein, dass nicht nur die Infrastruktur der Public sowie der Private Cloud sich aufwärts und abwärts skalieren lässt. Auch muss es möglich sein, Workloads ohne viel Aufwand von einer Cloud in die andere zu verschieben.

Eine Private Cloud, die den Namen verdient

Beim Thema Flexibilität hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Die Virtualisierung von Rechenleistung und Netzwerken bedeutet, dass diese leicht skalierbar sind. Zumindest eines der beiden Elemente war zuvor tendenziell der Engpass bei der Skalierbarkeit. Jetzt bildet in den meisten Fällen die Speicherleistung den Engpass.

Früher bestand die Abhilfe für die meisten Unternehmen darin, stark in Speicherkapazität zu investieren, die weit über ihren aktuellen Bedarf hinausgeht, um bei Bedarf skalieren zu können, wenn sie zum Beispiel für ein Projekt schnell zusätzliche Kapazität bereitstellen müssen. In den meisten Fällen blieben jedoch große Kapazitätsmengen, für die bereits bezahlt worden war, ungenutzt. Dies ist keine vernünftige Art zu investieren.

Nutzt man alternativ die Public Cloud, um kurzfristigen Speicherbedarf zu decken, ist damit ein Kostennachteil verbunden, dessen sich Unternehmen nicht immer bewusst sind. Bei aller Flexibilität, die sie bietet, ist Speicherkapazität in der Cloud, als Preis pro TB betrachtet, teurer als Storage im eigenen Rechenzentrum, also in der Private Cloud, selbst wenn man die Verbindungskosten nicht berücksichtigt, wie viele Unternehmen das tun.

Der ideale Partner

Die Lösung ist eine Private Cloud, die diesen Namen verdient. Sie muss das flexible Nutzungsmodell der Public Cloud bieten, aber zu einem viel niedrigeren Preis. Um eine solche Private Cloud zu realisieren, ist ein Partner mit einem elastischen Preismodell erforderlich. Der Partner muss nicht nur die Möglichkeit bieten, eine große Speicherkapazität vor Ort zu installieren und nur für die Kapazität zu zahlen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird, einschließlich der Möglichkeit, die genutzte Kapazität zu verringern und entsprechend weniger zu bezahlen. Er muss auch Dienste anbieten, die denen eines Public Cloud Providers entsprechen.

Dazu gehören die bereitgestellten Software-Funktionen wie Multiprotokoll-Support, Host-Integrationen, erweiterte Datenreplikations- und -kompressionsfunktionen, umfassender Support vor Ort rund um die Uhr und eine hundertprozentige Verfügbarkeitsgarantie. In diesem Fall lässt sich mit voller Berechtigung von einer Private Cloud sprechen, die zusammen mit der Public Cloud eine zeitgemäße Hybrid-Cloud formt.

Hin und her

Die IT-Technologie mit den wahrscheinlich größten Wachstumsraten in der jüngsten Vergangenheit sind Software-Container. Die Beliebtheit der Container-Technologie hat viele Gründe. Einer davon ist die Bereitstellung einer neuen Anwendung. Hier waren Entwickler früher sehr stark von den Systemadministratoren abhängig. Letztere mussten dafür sorgen, dass der neuen Anwendung die benötigten Ressourcen wie Sourcecode, Systembibliotheken, System-Tools und Laufzeitumgebung zur Verfügung stehen.

Durch Einsatz der Container-Technologie können Entwickler diesen Job selbst übernehmen. Sie packen alle benötigten Komponenten zusammen mit der Anwendung in einen Container und liefern diesen an die System-Administratoren. Diese müssen den fraglichen Container lediglich noch auf einer geeigneten Plattform ausführen.

Ein anderer wichtiger Grund für die Popularität der Container-Technologie ist die Mobilität und Plattformunabhängigkeit von Containern. Darum werden sie gerade in hybriden Cloud-Umgebungen relevant, denn Software-Container lassen sich einfach je nach Bedarf zwischen Public und Private Cloud hin und her verschieben.

Anforderungen an die Infrastruktur

Allerdings stellt der Einsatz der Technologie besondere Anforderungen an die Speicherinfrastruktur. Diese werden zum kritischen Faktor für das weitere Wachstum der Container-Technologie, weil Nutzer mehr Skalierbarkeit, Flexibilität und Standardisierung fordern. Sollen sie weiteres Wachstum ermöglichen, müssen sie einen Container-Storage-Interface-Treiber (CSI-Treiber) für Kubernetes und andere CNCF-konforme Container-Umgebungen bieten. Dieser hilft Anwendern bei der effizienten Verwaltung des Speichers innerhalb von Container-Plattformen. Das CSI ist dabei der neue Standard, um Operationen auf der Steuerungsebene für Datei- und Blockspeicherformate zu orchestrieren.

Weil die Container-Technologie so schnell wächst, ist auf die Skalierbarkeit zu achten. Der CSI-Treiber muss in der Lage sein, Hunderttausende persistenter Volumes bereitzustellen. Außerdem müssen Anwender persistente Volumes, unterstützt durch iSCSI-, NFS- oder Fibre-Channel-Protokolle, verwalten können. Nicht zuletzt ist es wichtig, dass die relevanten Zertifizierungen vorliegen. Diese sollten zumindest die wichtigen kommerziellen Kubernetes-Distributionen Red Hat OpenShift Container Platform und VMware Tanzu Kubernetes Grid Edition umfassen.

Fazit

Eine gut funktionierende Hybrid-Cloud-Umgebung zu realisieren, erfordert das Zusammenspiel technischer und wirtschaftlicher Erwägungen. Hardware-seitig müssen vor allem hohe Performance und hundertprozentige Verfügbarkeitsgarantie gewährleistet sein. Wirtschaftlich ist vor allem ein elastisches Preismodell erforderlich. Zu guter Letzt muss die Einsetzbarkeit der Container-Technologie wiederum technisch unterstützt werden, will man nicht auf die wichtige Innovation verzichten.

*Der Autor: Nevzat Bucioglu, Country Manager Deutschland bei Infinidat

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