Datenbank oder Cloud-Daten-Plattform?

SQL Server 2014 stellt Datenbank- und RZ-Strategien auf den Prüfstand

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Die neue Generation im Kontext zur Microsoft-Roadmap

Wenn Microsoft gegenwärtig neue Produkte einführt, sind diese nicht alleine zu betrachten, also nicht als reine Software zu verstehen. Vielmehr müssen Produkte, deren Lizenzierung und insbesondere Funktionen immer im Kontext der gegenwärtig exekutierten Neuausrichtung zu einem Anbieter von „Service und Devices“ gesehen werden. Einher mit allen Tätigkeiten geht gegenwärtig die umfassende Entwicklung in Richtung Cloud. Ein Ziel ist es, eine konsistente Plattform anzubieten, die sowohl beim Anwenderunternehmen, bei Serviceprovidern oder unter Azure läuft. Hierzu hat Microsoft seine Produkte über Jahre hinweg weiterentwickelt. Als Grundlage für die Cloud dient hierbei Azure und der Windows Server (2012 R2). Die Plattform besteht darüber hinaus aus Lösungen wie System Center (2012 R2), Intune, Visual Studio, dem .NET-Framework und natürlich dem SQL Server 2014. Microsoft fasst diese Strategie unter dem Begriff Cloud OS zusammen.

Stärkere Verzahnung der Microsoft-Produkte

Einige Szenarien sind so aufgebaut, dass der SQL-Server das Backend abbildet, Lösungen wie Excel oder SharePoint bilden das Frontend. Diese werden durch Self-Service-Business-Intelligence-Dienste wie Power BI erweitert oder abgerundet. Microsoft trifft hier genau die Anforderungen von Unternehmen und Anwendern, die ihr Geschäftsmodell bzw. den Arbeitsalltag durch verlässliche, verfügbare und modellierbare Daten aufbauen. Es ist aber auch zu erkennen, dass zur Nutzung dieser Funktionen eine Vielzahl unterschiedlicher, immer aktueller Microsoft-Produkte notwendig ist. Damit werden nicht nur die Möglichkeiten, sondern vielmehr die Austausch- und Abhängigkeitsverhältnisse immer größer. Dies muss bei der strategischen Betrachtung des Lieferanten Microsoft berücksichtigt werden.

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Somit ist klar, dass die Betrachtung einzelner Produkte immer weniger Sinn macht. Nutzen und realer Mehrwert entsteht immer häufiger erst durch die Kombination unterschiedlicher Produkte. Dies ist im Office-Umfeld schon seit langer Zeit erkennbar und wird nun auch immer deutlicher, wenn es um den Bereich Server & Tools (Azure, Windows Server, SQL, System Center) geht. Für neue Volumenverträge oder Renewals müssen diese Verbundeffekte berücksichtigt werden. Einerseits dürfen wichtige Funktionen und Arbeitsweisen für Fachbereiche nicht verbaut werden; andererseits gilt es, die Verträge den aktuellen und zukünftigen Nutzungsgewohnheiten anzupassen.

Cloud wird favorisiert

Neben der zunehmenden Integration der einzelnen Produkte ist eine weitere relevante Tendenz zu erkennen: Microsoft forciert bei der Gestaltung der Produkte das Cloud-Geschäfts und bildet zudem die Grundlage für zukünftige Entwicklungen. Für Anwenderunternehmen bedeutet dies, dass das umfassende Leistungspotenzial einzelner Produkte zukünftig, und dabei wesentlich umfassender als in der Vergangenheit, nur im Verbund mit Cloud-Systemen/-Komponenten angehoben werden kann. Hierdurch entstehen neben der Bindung an den Lieferanten Microsoft regelmäßig ein höherer Migrationsdruck und in Summe höhere Ausgaben.

Allerdings wird zukünftig die Preisbildung nicht nur überwiegend von den Komponenten „Leistungsfähigkeit des einzelnen Produktes“ und „Marktumfeld“ abhängen, sondern vielmehr auch auf Basis der Leistungsfähigkeit der gesamten Plattform ermittelt. Der von Microsoft forcierte ganzheitliche Ansatz sorgt dafür, dass ein nahtloses Angebot für den Einsatz von Software und Services offeriert werden kann: vom eigenen Rechenzentrum des Anwenderunternehmens, über Services von Hosting-Providern bis hin zu den Microsoft-Cloud-Services. Durch diese Ist-Situation hat Microsoft einen Vorteil gegenüber anderen Anbietern, welcher monetarisiert werden kann. Sowohl IT-Entscheider als auch Strategen in Anwenderunternehmen sollten sich dieser Situation gewahr werden.

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