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CTO Jay Kidd erläutert die jüngsten Features des Netapp-Betriebssystems Storage à la Ontap - Downtime weg und Quality of Service her

Redakteur: Ulrike Ostler

Im September kündigte Netapp seine Strategie zur Breitstellung eines nahtlosen Daten-Managements an. Kern ist das eigene Storage-Betriebssystem „Clustered Data Ontap“. Jetzt stellt der Hersteller die Version 8.2 vor. Netapp-CTO Jay Kidd erläutert im Interview, warum das die wichtigste Netapp-News in diesem Herbst ist.

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Clustered Data Ontap ist das Schlüsselelement in der Vision eines grenzenlosen Daten-Managements.
Clustered Data Ontap ist das Schlüsselelement in der Vision eines grenzenlosen Daten-Managements.
(Bild: Netapp)

Die jüngsten Storage-Devices „EF550“, „E5500“ und „E2700“ sowie die „Flexpod“-Erweiterungen (siehe: Links) stehen laut Netapp ganz im Zeichen „der wahrscheinlich innovativsten Roadmap“ der gesamten Storage-Branche. Dazu zählt auch die Bekanntgabe der Cloud-Integrationsstrategie.

Sie orientiert sich im Wesentlichen an einem Wandel in der IT, deren Maßgabe Applikations- und Informationsservices sind, die die Reaktions- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen ermöglichen. Der CIO nimmt in diesem Umfeld die Rolle des Vermittlers ein, nicht des Errichters und Betreibers von Datacenter.

Hybrid Cloud bedeutet auch, dass Daten hin- und herwandern müssen.
Hybrid Cloud bedeutet auch, dass Daten hin- und herwandern müssen.
(Bild: Netapp)

Dazu gehört es, dass sie sich zunehmend für die Integration von Public Cloud-Services interessieren, um Kosten vorhersehbar zu machen und eine schnellere Bereitstellung und grenzenlose Skalierung anbieten zu können. Unternehmen wechseln mehr und mehr zu Hybrid Cloud-Umgebungen, um Kosten zu optimieren, Chancen zu ergreifen und Risiken zu verringern.

Grenzenloses Daten-Management

Dazu gehört es, dass Daten mühelos mehrere Clouds in Form von privaten, öffentlichen und hybriden Modellen passieren können. Allerdings sollte die IT-Abteilung über die notwendige Kontrolle verfügen, um Daten über einzelne Cloud-Ressourcen hinweg zentral zu managen, zu steuern und zu transportieren.

Allerdings sind Daten in gewisser Weise "schwer".
Allerdings sind Daten in gewisser Weise "schwer".
(Bild: netapp)

Das Storage-Betriebssystem Data Ontap soll in einem Netapp-Ökosystem als universelle Datenplattform über verschiedene Cloud-Umgebungen hinweg einsetzbar sein. Schon heute ermöglicht es eine Cloud-übergreifende dynamische Datenportabilität und bietet Kunden eine umfangreiche Auswahl an Applikationen, Technologien und Cloud-Providern.

Sie ist verfügbar für Netapp optimierte Systeme (FAS Systeme), Drittanbieter-Hardware (V-Series) und lässt sich innerhalb konvergierter Infrastrukturen (Flexpod Datacenter-Plattform, die bereits 2.400 Kunden nutzen) sowie als virtuelle Storage Appliance für Standardfestplattenlaufwerke (Data ONTAP-v) nutzen. Netapp nutzt einen universellen Datencontainer, um Daten und Workloads innerhalb der verschiedenen Instanzen von Data Ontap in einer Multi-Cloud-Umgebung einfach verschieben zu können.

Neues für die Hybride Cloud

Somit kündigen Netapp und seine globalen Partner Produkte und Dienste an, die den Wechsel zu Hybrid Cloud-Architekturen beschleunigen. Dies betrifft auch eine engere Integration von Business-Applikationen in die Cloud, neue Referenzarchitekturen für konvergierte Infrastrukturen, sicheres Cloud Backup und Disaster Recovery.

Dazu gehört unter anderem, dass es APIs Angeboten von hyperscale Cloud-Service-Providern geben soll, leistungsfähigere Servicequalität und erweiterte API-Integrationen in aufkommende Lösungen wie OpenStack und CloudStack. Außerdem bietet der Hersteller eine Technik für die On-the-Fly-Hypervisor-Übersetzung, mit der sich Workloads innerhalb verschiedener Umgebungen verschieben lassen.

Diese ergänzt ein bestehendes Produktportfolio für den Datentransport, das die die Datenreplizierungssoftware „Snap-Mirror“ beinhaltet. Snap Mirror wird erweitert, damit Daten zu Datensicherungs- oder Disaster Recovery-Zwecken mühelos auf Private oder Public Cloud-Ressourcen repliziert werden können.

Schon jetzt bieten mehr als 175 Cloud-Service-Provider Services basierend auf Netapp Storage an; das ergibt über 300 Cloud-Services.

Welche Produktankündigung in diesem Herbst ist für Sie die wichtigste?

Netapp-CTO Jay Kidd: "Bisher funktionierte Daten-Management Clusterd Data Ontap Platten-übergreifend. Jetzt gehen wird in die Public Cloud."
Netapp-CTO Jay Kidd: "Bisher funktionierte Daten-Management Clusterd Data Ontap Platten-übergreifend. Jetzt gehen wird in die Public Cloud."
(Bild: Netapp)

Jay Kidd: Clustered Data Ontap, jetzt in der Version 8.2.

Nichts aus dem Bereich Flash?

Jay Kidd: Im vergangenen Jahr haben wir – nach 20 Jahren der Weiterentwicklung die Version 8.1 vorgestellt, die den allermeisten unseren Kunden zugänglich ist. Damit kann sämtliche Verwaltung über einen einzigen Controller laufen, obwohl die Daten verteilt gespeichert werden.

Darüber hinaus funktioniert das Verteilen und Ausbalancieren mit dem einheitlichen Betriebssystem über Platten und Controller hinweg. Das aber erlaubt einen Administrator, die Downtime eines Systems zu planen, ohne, dass komplette Systeme blockiert werden müssen.

Früher geschah so etwas in der Regel an einem Samstagabend. Die Storage-Spezialisten mussten möglichst vollzählig vor Ort sein. Jetzt ist eine Systemsicherung während der produktiven Zeit möglich, kein Anrücken, keine lange Downtime mehr notwendig.

Mit dem Release 8.2 erlauben wir per „Snapvault“ nun auch Snapshots von Platte zu Platte, also ebenfalls übergreifend.

Was ist eigentlich unter Quality of Service zu verstehen, eher ein Begriff aus dem Netzwerk-Management?

Jay Kidd: Mit dem Release 8.2 bieten wir diese Funktion an, will heißen: den Administratoren ist es möglich, regelbasiert Service-Level zu definieren, auf virtuellen Maschinen und für solche, also in Multi-Tenant-Cloud-Umgebungen, obwohl die Mandanten voneinander getrennt sind. Es lassen sich also Service-Level für Manadanten festlegen, aber auch Policies definieren, in denen es um die Menge an zugestandenen IOPS geht und wie Megabyte pro Sekunde eine Anwendung zu einem bestimmten Zeitraum konsumieren darf.

Der Kunde soll eine größere Flexibilität bei der Wahl seiner Infratruktur bekommen.
Der Kunde soll eine größere Flexibilität bei der Wahl seiner Infratruktur bekommen.
(Bild: Netapp)

Vorher konnten die Administratoren nicht wissen, wie viel eine Anwendung an IOPS tatsächlich braucht beziehungsweise verbraucht. Jetzt lässt sich festlegen und überwachen, dass eine Anwendung beispielsweise nur 30 Prozent der verfügbaren Kapazität bekommt.

Aber das konstruiert vielleicht Flaschenhälse und damit Staus.

Jay Kidd: Ja. Diese Flaschenhälse sind Absicht, damit nicht jede Anwendung für sich 100 Prozent beansprucht.

Es wird also eine Art Einfädelspur für Anwendungen festgelegt, wie bei Autobahnen?

Jay Kidd: Ja, wie bei Autobahnen – mitsamt Kriech- und Überholspur. Wir messen die beanspruchte Leistung und können Statistiken erstellen.

Können alle Ontap-fähigen Storage-Geräte diese Funktion umsetzen?

Jay Kidd: Die meisten – das heißt jedes Gerät, auf dem die Version 8.2 läuft, also: die Devices, die nicht älter als zwei Jahre sind.

Das Netapp-Betriebssystem als universelle Plattform.
Das Netapp-Betriebssystem als universelle Plattform.
(Bild. Netapp)

Im Übrigen gilt das auch für unser Cloud-Angebot, etwa für „Netapp Private Storage für Amazon Web Services“ (AWS). Hier lässt sich dediziertes Enterprise Storage mit „Amazon EC2“ kombinieren. Außerdem gibt es die Option „Amazon S3/Glacier“ für Tiered Backup und Recovery auf Festplattenbasis einzusetzen. Die Daten können bidirektional von einer lokalen virtualisierten Netapp-Infrastruktur auf Netapp Storage in einem „AWS Direct Connect“-Datacenter repliziert werden.

Was ist wenn die Netzwerk-Regeln denen wiedersprechen, die ein Storage-Admin in Ontap festlegt?

Jay Kidd: Das ist tatsächlich ein Problem; denn jetzt müssen die Anwender sich darum kümmern, dass sich die Policies nicht widersprechen. Die IT-Industrie beginnt gerade erst, das Problem zu lösen – ich verweise auf unsere Zusammenarbeit mit VMware in „vCenter“, mit Microsoft in „System Center“ oder auf die OpenStack-Bemühungen. Dabei geht es stets um Application Programmier Interfaces (APIs), die es zu den Management- und Orchestrierungs-Tools geben muss.

Selbst Infrastruktur-Umgebungen aus verschiedenen Clous sollen letztlich kein Hindernis für ein nahtloses Verschieben von Daten mehr sein.
Selbst Infrastruktur-Umgebungen aus verschiedenen Clous sollen letztlich kein Hindernis für ein nahtloses Verschieben von Daten mehr sein.
(Bild: Netapp)

Dieses Problem der Zuteilung von Storage-Kapazitäten besteht seit Jahren – und die Kunden lösen es, allerdings indem sie zu viel Storage-Kapazität anhäufen. Wir können Überkapazitäten beseitigen und zugleich Policies vereinfachen.

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